Nuntius lobt Österreichs Einsatz für Frieden und Menschenrechte

Erzbischof Zurbriggen bei Diplomaten-Empfang des Bundespräsidenten: "Schutz der Menschenrechte, Freiheit der Person und Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit sind Werte, die uns binden" - Menschenrechte ohne echte Religionsfreiheit undenkbar

Wien, 13.01.12 (KAP) Als wichtigste politische Aufgabe für die Regierungen im Jahr 2012 hat der Apostolische Nuntius Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen die Sicherung des Friedens und den Einsatz für die Menschenrechte hervorgehoben. In seiner Ansprache als Doyen des Diplomatischen Corps beim Neujahrsempfang von Bundespräsident Heinz Fischer in der Wiener Hofburg würdigte Zurbriggen am Freitag dabei die Rolle Österreichs. Zugleich rief er zum Einsatz gegen eine "mancherorts verbreitete Europa-Verdrossenheit" auf und machte auf die Folgen des "Arabischen Frühlings" aufmerksam, der für viele Menschen "nicht nur positive Folgen" mit sich bringe.

"Der Schutz der Menschenrechte, die Freiheit der Person und das Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit sind Werte, die uns binden", so Zurbriggen wörtlich, der zugleich die weltweite Geltung dieser Rechte einmahnte.

Der Erzbischof würdigte Österreichs Rolle als Nicht-Ständiges Mitglied im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in den Jahren 2009/2010 und hob die derzeitige Mitgliedschaft Österreichs im UNESCO-Exekutivrat sowie im UN-Menschenrechtsrat hervor: "Darin zeigt sich einmal mehr die Wertschätzung der Völkergemeinschaft für den konsequenten Einsatz der österreichischen Außenpolitik zugunsten des Schutzes und der Durchsetzung der Menschenrechte in allen Teilen der Welt." Dieses Kernanliegen österreichischer Politik beinhalte die aktive Förderung aller Maßnahmen und Initiativen zum Schutz vor religiöser Intoleranz und die Verurteilung jeglicher Gewalt gegen religiöse Minderheiten.

Menschenrechte seien undenkbar ohne echte individuelle und korporative Religionsfreiheit, betonte der Vertreter des Papstes weiter. Dies hervorzuheben, scheine angesichts verschiedener negativer Entwicklungen in den vergangenen Monaten unabdinglich. Auch mit der Ansiedlung des internationalen Zentrums für Interreligiösen und Interkulturellen Dialog in Wien sei hier ein Akzent gesetzt worden, lobte Zurbriggen.

Der mit großem Optimismus begleitete "Arabische Frühling" habe in einigen Staaten für eine ganze Reihe von Menschen nicht nur positive Folgen "und bedeutet bei weitem nicht für alle Bürger und Bürgerinnen in diesen Staaten die Erfüllung ihrer berechtigten Sehnsucht nach Freiheit, Sicherheit und Wohlergehen", betonte der Nuntius weiter. Zugleich hob er die "Notwendigkeit gelebter Solidarität in der internationalen Gemeinschaft" hervor.

Geistiger Reichtum Europas

Als Land im Herzen Mitteleuropas schöpfe Österreich aus dem geistigen Reichtum dieses Kontinents und wisse sich der Größe der europäischen Kultur verpflichtet, sagte Zurbriggen: "Aller mancherorts verbreiteten Europa-Verdrossenheit zum Trotz, gilt es heute, Europa den Bürgerinnen und Bürgern neu zu erklären und das gemeinsame kulturelle und humane Erbe hervorzuheben, um daraus Kraft für die Zukunft zu gewinnen."

Europa stehe heute nicht nur für große Freiheiten, "die in anderen Teilen der Welt keinesfalls selbstverständlich sind", sondern auch für Sicherheiten: "Es steht für Stabilität, Wohlstand, Nachhaltigkeit und Frieden." An Fortbestand und Festigung dieser Freiheiten und Sicherheiten zu arbeiten, sei und bleibe anerkanntes Ziel österreichischer Außenpolitik.

Zur internationalen Aufgabe der Friedenssicherung betonte Erzbischof Zurbriggen, dass der Friede "immer eine Frucht der Gerechtigkeit und die Wirkung der gelebten sozialen Liebe ist". Papst Benedikt XVI. habe daher seine Botschaft zum Weltfriedenstag am Jahresbeginn der Erziehung gerade der jungen Menschen zu Gerechtigkeit und zum Frieden gewidmet. Der Friede sei nach den Worten des Papstes "nicht nur ein Geschenk, das man empfängt, sondern auch ein Werk, das man aufbauen muss".

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