• 12.01.2012, 08:41:31
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Creditreform PRIVATINSOLVENZSTATISTIK 2011: 43 Insolvenzen pro Werktag

Über 10.800 insolvente Privatpersonen

Wien (OTS) - Die endgültigen Zahlen der Creditreform
Privatinsolvenzstatistik für das Gesamtjahr 2011 zeigen einen
weiteren Anstieg der insolventen Privatpersonen: Über 10.800
zahlungsunfähige Private bedeuten ein Plus von 5,5%. Während die
Anzahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren dabei um 6,4% auf
9.582 Verfahren gestiegen ist, sind die mangels Vermögen abgewiesenen
Insolvenzanträge um 1,0% auf 1.279 Verfahren zurückgegangen. Die
Insolvenzursachen liegen hauptsächlich im falschen Umgang mit Geld:
79% der von Creditreform befragten Gläubiger sehen darin den Grund
für die Zahlungsunfähigkeit bzw. Überschuldung. Gut ein Drittel der
Insolvenzen ist auf gescheiterte Selbstständige zurück zu führen.
Hauptgläubiger sind Banken, Leasingunternehmen und
Telekommunikationsunternehmen. Die durchschnittliche Verschuldung
liegt bei rund 80.000 Euro.

Bundesländervergleich: 16 von 10.000 Erwachsenen sind
zahlungsunfähig/überschuldet, Wiener am stärksten betroffen

Ein Blick auf die einzelnen Bundesländer zeigt, dass in
Niederösterreich (+18,0%), in Kärnten(+8,1%) und in Vorarlberg
(+7,9%) die Insolvenzen am stärksten angestiegen sind. Hingegen ist
in Tirol (-5,3%), im Burgenland (-5,1%) und in Salzburg (-1,6%) die
Anzahl der Insolvenzverfahren gesunken. Mehr als ein Drittel aller
Privatinsolvenzen finden in der Bundeshauptstadt statt: 4.103
Insolvenzen bedeuten ein Plus von 5,4%. Die Wiener sind auch fast
doppelt zu häufig von Insolvenzen betroffen als der Österreichweite
Durchschnitt. Mehr als 30 von 10.000 erwachsenen Wienern wurden
insolvent. Österreichweit wurden hingegen 16 von 10.000 Erwachsenen
zahlungsunfähig.

Conclusio 2011

Die seit 1995 vorhandene Möglichkeit der Entschuldung von
Privatpersonen wird jedes Jahr verstärkt wahrgenommen. Dank der
professionellen Arbeit der bevorrechteten Schuldnerberatungen kommen
immer mehr Personen in stets kürzerer Zeit zur Beratung und dann zur
Beantragung der Insolvenz. Hinzukommt, dass nach unterschiedlichen
Schätzungen die Anzahl der tatsächlich insolventen Personen zwischen
150.000 und 300.000 liegt. Somit ist - ungeachtet der kommenden
Sparpakete - mit einem weiteren Anstieg der Privatinsolvenzen auch
2012 zu rechnen.

Reformüberlegungen über eine Verkürzung der Entschuldungsdauer und
Aufweichung der Billigkeitsgründe für eine vorzeitige Entschuldung
sind aus Gründen der Generalprävention wie auch des Gläubigerschutzes
solange eine Absage zu erteilen, als eine weitere Verringerung der
Quoten für die Gläubiger zu befürchten ist. Schon jetzt bezahlen
Gläubiger - und damit durch die Risikoaufschläge auch alle redlichen
Konsumenten und Steuerzahler - rund 75% der Entschuldung, indem Sie
bei Zahlungsplänen auf diesen hohen Anteil ihrer Forderungen
verzichten und diesen abschreiben müssen. Dazu Rainer Kubicki,
Geschäftsführer von Creditreform: "Es ist immer zu bedenken, dass die
Gläubigerunternehmen ja ihren Teil des Vertrages mit dem Schuldner
eingehalten und vereinbarungsgemäß geliefert und geleistet haben.
Jeder Forderungsverlust durch das (teilweise) Nichtbezahlen der
Schuld erhöht das eigene Insolvenzrisiko der Unternehmen. In Hinblick
auf die schwarzen Wolken am Konjunkturhimmel sollte man dies nicht
außer Acht lassen."

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AOM / Originaltext-Service sowie über den Link "Anhänge zu dieser
Meldung" unter http://www.ots.at

Rückfragehinweis:
Mag. Gerhard M. Weinhofer, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit
Creditreform Wirtschaftsauskunftei Kubicki KG
Tel.: +43-1-218 62 20-551
mailto: [email protected]
www.creditreform.at

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