Volkshilfe zur aktuellen Asylmissbrauchs-Diskussion im Innenministerium

Weidenholzer: "Flüchtlinge sind Menschen, kein Problem"

Wien (OTS) - Volkshilfe Präsident Univ. Prof. Dr. Josef Weidenholzer zeigt sich enttäuscht über die jüngsten Aussagen des Innenministeriums über die Situation der AsylwerberInnen in Österreich. "Pauschal über alle Flüchtlinge zu urteilen und ihnen Missbrauch, beispielsweise bei der Verwendung des monatlichen Taschengeldes, zu unterstellen, schürt die Xenophobie in unserem Land", sagt Weidenholzer. "Österreich kann sich nicht hinter Fremdenangst und Vorurteilen verstecken. Die Politik muss sich vielmehr überlegen, wie Menschen, die Asyl in Österreich bekommen haben, geholfen werden kann, sich möglichst schnell in ihrer neuen Heimat zu integrieren."

Anlass für die Diskussion war die Tatsache, dass in Österreich im Jahr 2011 um 3.414 Personen mehr um Asyl ansuchten als im Jahr davor (2010: 11.012 Ansuchen, 2011: 14.426 Ansuchen). In der laufenden Debatte wurde Flüchtlingen unterstellt, ihr monatliches Taschengeld von 40 Euro oftmals in ihre Herkunftsländer zu schicken.

Minderjährige Flüchtlinge wurden als "Ankerkinder" bezeichnet, die vorgeschickt werden würden, um später ihre Familien nachzuholen. Als häufige Gründe für eine Abschiebung wurden Prostitution oder Drogenmissbrauch genannt.

"Die Verbreitung solcher pauschalen Urteile tragen nicht zu einer erfolgreichen Integration bei. Es wird immer Menschen geben, die aus unerträglichen und lebensbedrohenden Umständen flüchten müssen", so Weidenholzer abschließend. "Flüchtlinge sind in erster Linie Menschen, die unseren Schutz brauchen, und kein Problem."

Rückfragen & Kontakt:

Mag. (FH) Margit Kubala
Presse und Kommunikation
T +43 (0) 1 402 62 09 14
E-Mail: margit.kubala@volkshilfe.at

www.volkshilfe.at/presse

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VHO0001