Papst besorgt über Blutvergießen in Syrien und religiöse Gewalt

Benedikt XVI. hält Neujahrsansprache an Diplomaten - Anfänglicher Optimismus über Arabischen Frühling "angesichts der Schwierigkeiten in der Übergangsphase rasch zurückgegangen"

Vatikanstadt, 09.01.12 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat beim Neujahrsempfang für das Diplomatische Corps den mangelnden Schutz der Religionsfreiheit in vielen Teilen der Welt beklagt. In seiner politischen Grundsatzrede zum Jahresbeginn appellierte der Papst am Montag an die internationale Gemeinschaft, in den Krisenregionen zu einem Ende der Gewalt beizutragen und Frieden, Gerechtigkeit sowie den Respekt vor der Menschenwürde zu fördern. Besonders besorgt äußerte er sich über das Blutvergießen in Syrien und forderte einen ernsthaften Dialog der Verantwortlichen - mit Hilfe von unabhängigen Beobachtern.

Internationale Unterstützung erbat der Papst in seiner Rede für die Länder des Arabischen Frühlings. Der anfängliche Optimismus sei angesichts der Schwierigkeiten in der Übergangsphase rasch zurückgegangen.

Wichtig sei, dass die unveräußerliche Würde eines jeden Menschen und seine fundamentalen Rechte gesetzlich geschützt würden. "Ich lade die internationale Gemeinschaft ein, mit den Akteuren dieses laufenden Prozesses in einen Dialog zu treten", sagte Benedikt XVI. Sie sollten auf die Errichtung von stabilen und versöhnten Gesellschaften hinwirken, in der ungerechte Diskriminierungen insbesondere aufgrund der Religion vermieden würden.

Der Papst erinnerte, dass nicht selten den Christen die grundlegenden Rechte verweigert würden. Zudem gebe es Anschläge gegen Kirchen und Häuser von Christen, sagte er vor den Botschaftern aus 179 Staaten, die mit dem Heiligen Stuhl diplomatische Beziehungen unterhalten. Religiös motivierter Terrorismus habe auch 2011 immer wieder Opfer gefordert, vor allem in Asien und Afrika. Der Mord am katholischen pakistanischen Minister Shahbaz Bhatti sei dabei kein Einzelfall gewesen.

Die Religion dürfe niemals ein Vorwand sein, die Regeln von Recht und Gerechtigkeit beiseitezulassen. Betroffen zeigte sich der Papst dabei über die Attentate im Irak und in Nigeria sowie die Situation am Horn von Afrika.

Ausdrücklich begrüßte Benedikt XVI. die neuen Friedengespräche zwischen Israelis und Palästinensern. Er erhoffe von den Verantwortlichen mutige und weitsichtige Entscheidungen für einen dauerhaften Frieden, der dem Recht beider Völker auf ein sicheres Leben in einem souveränen Staat in international anerkannten Grenzen Rechnung trage.

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