• 05.01.2012, 09:36:39
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GPA-djp-Fetik: Keine Änderung beim Pensionsalter solange Frauen nicht gleichgestellt sind

Einkommensunterschiede und Diskriminierungen im Berufsleben beseitigen, mehr altersgerechte Arbeitsplätze schaffen

Wien (OTS/GPA-djp/ÖGB) - "Frauen werden noch immer in vielen
Betrieben und Bereichen benachteiligt: Das beginnt bei
Einkommensunterschieden, beim Berufseinstieg und geht über
Diskriminierungen im Karriereverlauf wegen Schwangerschaften über die
Nichtanrechnung von Karenzzeiten bei Vorrückungen, dazu kommt noch
die ungerechte Verteilung der unbezahlten Arbeit im Privatbereich. Es
ist also unverständlich und entbehrt jeder Logik, die Gleichstellung
ausgerechnet beim Pensionsantritt zuerst herstellen zu wollen",
erteilt die Frauenvorsitzende der Gewerkschaft der
Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp), Ilse
Fetik, dementsprechenden Plänen erneut eine Absage.

Man müsse auch bedenken, dass ein Drittel aller Frauen aus der
Arbeitslosigkeit in die Pension gehe, so Fetik weiter: "Die
Unternehmen entledigen sich leider viel zu oft von älteren
Arbeitnehmerinnen, indem sie in Pension geschickt werden. Mehr als
20.000 Frauen, die derzeit keinen Job haben, sind älter als 50 Jahre,
das ist fast ein Fünftel aller arbeitslosen Frauen. Frauen ab 40
Jahren gelten laut AMS als schwer vermittelbar." Ein vorzeitiges
Anheben des Pensionsalters würde die Kosten also nur in andere
Bereiche, wie etwa in die Arbeitslosenversicherung, verlagern und
natürlich die Frauenarmut verstärken, gibt Fetik zu bedenken. "Der
Anstieg der Teilzeitbeschäftigungsverhältnisse, von denen Frauen
überdurchschnittlich betroffen sind, führt ja vor allem in in
Kombination mit Arbeitslosigkeit zwischendurch zu fehlenden
Versicherungszeiten und damit zu geringeren Pensionen." Nicht alle
Frauen arbeiten freiwillig in Teilzeit, so Fetik, die Zahl der
Vollzeitbeschäftigungsverhältnisse nehme aber ab.

Frauen treten ihre Pension derzeit mit durchschnittlich 57,1 Jahren
an, Männer mit 59,1 Jahren, laut Pensionsrecht sollten es 60
beziehungsweise 65 Jahre sein. Diejenigen, die am lautesten nach
einer Angleichung des Frauenpensionsalters schreien, sollten viel
lieber überlegen, was sie selbst dazu beitragen könnten, das
faktische Pensionsalter an das gesetzliche anzugleichen, appelliert
Fetik abschließend: "Es liegt ja auf der Hand, dass es mehr
betriebliche Gesundheitsprogramme und viel mehr altersgerechte
Arbeitsplätze braucht, dazu vernehme ich aber wenig Bereitschaft von
den Unternehmen. Eine Diskussion über eine Gleichstellung des
Pensionsalters macht erst dann Sinn, wenn Frauen und Männer auf dem
Arbeitsmarkt tatsächlich vollkommen gleichgestellt sind!"

Rückfragehinweis:

GPA-djp Öffentlichkeitsarbeit
   Litsa Kalaitzis
   Tel.:   05 0301-21553
   Mobil: 05 0301-61553
   E-Mail: litsa.kalaitzis@gpa-djp.at
   http://www.gpa-djp.at

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