- 03.01.2012, 17:00:31
- /
- OTS0117 OTW0117
"KURIER"-Kommentar von Helmut Brandstätter: "Der Kontrollverlust"
Politiker wollen bestimmen, was Medien bringen. Das geht aber nicht mehr.
Wien (OTS) - Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff wird
letztlich nicht über den sonderbaren Haus-Kredit stolpern, sondern
über sein mangelndes Verständnis für moderne Medien (siehe Seite
6). Ein Politiker, der heute noch glaubt, durch Druck auf Redaktionen
oder Verlage das Erscheinen einer Geschichte verhindern zu können,
gehört ins vergangene Jahrhundert.
Auf Facebook sind über 22 Millionen Deutsche, wenn sie wollen,
miteinander in Kontakt. Die Twitter-Gemeinde ist zwar kleiner, wird
aber stark von Journalisten genützt und ist dadurch meinungsbildend.
Da ist es de facto unmöglich, Geschichten zu unterdrücken.
Politiker müssen die sozialen Netzwerke nutzen, aber richtig.
Diese funktionieren offen und interaktiv. Vor allem aber: Sie sind
nicht kontrollierbar. Laura Rudas, eine Politikerin, die nur an
Lebensjahren jung ist, hat das noch nicht kapiert. Die Kommandosache
Pelinka hätte sonst nie stattgefunden. Rudas und ORF-Wrabetz hätten
den Twitter-Sturm vorhersehen müssen. Gerade über Weihnachten ist die
Twitter-Community aktiv.
Alt schauen Politiker aus, die gestrige Methoden in die neuen
Medien tragen wollen. Das hat Werner Faymann verstanden. Er ist aus
der Twitter-Welt wieder verschwunden und postet nur Urlaubsfotos auf
Facebook.
Rückfragehinweis:
KURIER, Chefredaktion
Tel.: (01) 52 100/2601
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PKU






