ÖAMTC-Urgestein Willy Matzke geht mit Jahresende in Pension (+ Foto)

Der hauseigene "Infrastrukturminister" des ÖAMTC nimmt Abschied

Wien (OTS) - Man kennt ihn als unermüdlichen Tunnel- und Baustellentester, kritischen Reifenexperten und hauseigenen "Infrastrukturminister": Willy Matzke geht nach fast 40 Jahren beim ÖAMTC mit Jahresende 2011 in Pension. In diesen vier Jahrzehnten hat der 62-Jährige in unterschiedlichen Funktionen gearbeitet und dem ÖAMTC als Experte eine Stimme gegeben, die gehört worden ist. Auch international war Matzke als EuroTest-Vertreter tätig. Das Streben nach maximaler Sicherheit in einer lebenswerten Umwelt zieht sich wie ein roter Faden durch das berufliche Wirken Matzkes.

Beim Club hat Matzke ursprünglich in der Informationszentrale begonnen, seine weiteren Arbeitsstationen beim ÖAMTC waren vom leitenden Redakteur bei der Clubzeitschrift auto touring bis hin zum Bereich Verkehr und Konsumentenschutz, in dem er die Abteilung Verkehrsmanagement und Infrastruktur bis zuletzt leitete.

In den vergangenen 20 Jahren konnte Matzke dem ÖAMTC auch auf europäischer Ebene großes Gewicht verleihen. Schließlich ist der Club Gründungsmitglied von EuroTest, dem europaweiten Prüfprogramm der großen Automobilclubs mit Sitz in Brüssel. Wo immer mobile Menschen gefährdet schienen, wurden europaweite Tests durchgeführt und Änderungen erreicht.

EuroTests von Raststätten und Rastplätzen haben die Qualität in Österreich auf ein sehr hohes Niveau gebracht. ÖAMTC-Fährentests nach schweren Unglücken mit hunderten Toten haben zum Bau neuer und sicherer Autofähren geführt. Mit den Schutzwegetests hat der ÖAMTC seinen Einsatz für die schwächsten Verkehrsteilnehmer gezeigt. Tests über öffentliche Verkehrsmittel in Europa haben auch in Österreich den Ruf nach mehr Park+Ride-Anlagen laut werden lassen. Der ÖAMTC-Bahnhoftest hat die Missstände am Wiener Süd- und Westbahnhof aufgedeckt und schließlich zu Neubauten beider Bahnhöfe geführt. Mietwagentests in beliebten Urlaubsländern haben Urlauberfallen aufgedeckt.

Nicht zu vergessen die ÖAMTC-Reifentests: Den ersten dieser Art hat Matzke schon im Winter 1967/68 durchgeführt. Erst viel später wurde aus diesem Reifentest eine mehrere Länder umfassende Kooperation der größten Automobilclubs und Konsumentenschutzverbände, deren Ergebnis heute mehr als 100 Millionen Autofahrer erreicht.

Als Mitglied der Österreichischen Tunnelkommission war Matzke maßgeblich daran beteiligt, dass der erste europäische Tunnelinspektor in Österreich eingesetzt worden ist. In Brüssel wurde auf Drängen des ÖAMTC das European Tunnel Assessment Program EuroTap gemeinsam mit den wichtigsten Partnerclubs Europas installiert. Die teilweise alarmierenden Prüfergebnisse von rund 200 Tunnels haben schließlich zur europäischen Tunnelrichtlinie geführt. Matzkes Einsatz hat dem Bau von zweiröhrigen Tunnels ohne Gegenverkehr gegolten. Mit der Eröffnung der zweiten Röhre des Tauerntunnels auf der Tauern Autobahn (A10) im Juni 2011 hat der ÖAMTC ein großes Ziel für die Verkehrssicherheit in Europa erreicht. Alle Autobahntunnels mit hoher Verkehrsbelastung erhalten diese zweiten Röhren, aktuell sind der Pfändertunnel bei Bregenz und der Bosrucktunnel auf der Pyhrn Autobahn (A9) schon sehr weit fortgeschritten sind.

"Sicherheit braucht Platz" - mit diesem ÖAMTC-Slogan ist Matzke gegen gefährlich schmale Sparautobahnen aufgetreten, breite Seitenstreifen und Pannenbuchten waren stets seine Forderung. Er hat die Gefährlichkeit von Alu-Leitschienen aufgezeigt und ihre Auswechslung verlangt. Auch die Einrichtung mehrstreifiger Autobahnbaustellen mit lückenloser Mittelsicherung und besserer Markierung gehen auf ÖAMTC-Forderungen zurück. Gemeinsam mit der Asfinag und mehreren Universitäten und Forschungsinstituten wurden laufend bessere Baumethoden entwickelt. Ein weiteres Matzke-Anliegen war der Lückenschluss im hochrangigen Straßennetz. "In den kommenden Jahren sollten alle Hauptverbindungen auch zu den Nachbarländern mit vielen modernen Tunnels fertig gestellt sein", zieht Matzke zufrieden Bilanz.

"Bessere Kraftfahrzeuge auf besseren Straßen" war unter der Ägide Matzkes auch das Ziel der ÖAMTC-Unfallforschung. Die Auswertung von Luftbildern der Flugrettung ist als Basis für detaillierte Vorschläge zur Verbesserung des Straßennetzes und der Fahrzeugtechnologie unverzichtbar geworden.

Durch viele Publikationen und Vorträge auch auf internationalen Kongressen gab Willy Matzke dem ÖAMTC als Mobilitätsclub seine Stimme und vertrat die Anliegen der Mitglieder nach außen. Ihn verbindet eine langjährige Zusammenarbeit mit der Asfinag und zahlreichen Vertretern in den Dienststellen von Bund und Ländern.

"Ich danke Willy Matzke für seine Verdienste rund um die Themen Verkehrssicherheit, Verkehrsinfrastrukur und Verkehrsmanagement und nicht zuletzt für seine starke mediale Ausstrahlungskraft für den ÖAMTC", sagt Generalsekretär Oliver Schmerold abschließend.

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