Schülerunion: Bildungsjahr 2011

Die Schülerunion zieht anlässlich des Jahreswechsels Bilanz über das letzte Jahr. Fazit: Es war ein Jahr der Schülervertretung.

Wien (OTS) - Wien 30.12.2011(OTS) - "BM Claudia Schmied nutzte dieses Jahr zwar keine Steuergelder um ihr Permanent-MakeUp zu bezahlen, wie 2009, viele unangenehme Details hat sie aber trotzdem hinter einer Fassade versteckt. Einzelheiten wurden als Reformen verkauft und dank einer riesigen Marketing-Maschinerie wurde die Bevölkerung getäuscht", kritisiert Jim Lefebre, Bundesobmann der Schülerunion, die Arbeit der Ministerin. ****

Dieses Jahr war geprägt von Ideen der Schülervertretung. Das Schülerportfolio wurde beschlossen und die Qualitätsampel von Bundesschulsprecherin Conny Kolmann vorgestellt. Wie es die Schülerunion fordert, bleiben auch die Gymnasien erhalten.

Gymnasium und neue Mittelschule

Im Oktober einigten sich SPÖ und ÖVP auf einen neuen Schultyp. Die Vision der gesamten Regierung: Das Gymnasium bleibt erhalten und statt Hauptschulen werden neue Mittelschulen eingeführt. Trotz Ministerratsbeschluss, versucht BM Schmied jedoch immer wieder Werbung für eine gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen zu machen. "Die Ministerin kämpft hier für ihre eigenen Interessen und nicht für den Willen der Schüler", unterstreicht Lefebre. "Ich freue mich, dass es die Gymnasien weiterhin gibt und damit den unterschiedlichen Talenten und Begabungen in unserer Gesellschaft Rechnung getragen wird", sagt er weiter.

Verschwiegen bleibt, dass Team-Teaching derzeit fast nur in Nebenfächern praktiziert werden kann. Denn zwei Lehrer für Hauptfächer kosten wesentlich mehr und sind daher für viele Standorte nicht umsetzbar. Jedoch wäre es gerade in Hauptfächern, z.B. für muttersprachlichen Unterricht - also um Migranten Deutsch beizubringen - sehr wichtig.

"Das Konzept zur Aufwertung der Hauptschulen ist nicht schlecht, jedoch kümmert sich niemand um die Umsetzung. Man spricht bei Reformen im BMUKK von Meilensteinen und großen Würfen. Dass diese Reformen aber nicht beim einzelnen Schüler ankommen, sondern eine Frischzellenkur für die Ministerin sind bleibt verschwiegen" ärgert sich der Bundesobmann.

Schülerportfolio

Das Schülerportfolio, welches in der gemeinsamen Pressekonferenz der Bundesschülervertretung und der Schülerunion gefordert wurde, ist nun Beschluss des Ministerrates. Das Schülerportfolio entspricht dem geforderten Talente- und Kompetenzcheck (Aussendung der Schülerunion vom 21. Oktober).

Den Schülern wird zusätzlich zum Zeugnis das Schülerportfolio ausgehändigt. Es enthält individuelle Begabungen, Neigungen, Talente, und Leistungsstärken der Schüler. Diese sind wichtige Entscheidungsmerkmale für den weiteren Bildungsweg.

Zentralmatura

Nicht nur die neue Mittelschule, sondern auch die Zentralmatura ist eine Baustelle. Zum ersten Mal forderten Schüler, Eltern und Lehrer gemeinsam, dass der Start der Zentralmatura im Unterrichtsfach Mathematik verschoben wird. "Informationen fehlen, die Schulgemeinschaft ist verunsichert und im BMUKK verschließt man die Augen." Dieser Umstand ist für den Schülerunion-Obmann nichts Neues mehr. "Durch den Aufschrei der Schulpartner wird zwar ein offizieller Schulversuch im Fach Mathematik durchgeführt. Trotzdem ist aber ein Aufschub unumgänglich, weil weiterhin zu viele Punkte ungeklärt sind", berichtet Lefebre.

Was niemand weiß: Die Mathematik-Matura ist zweigeteilt, wobei man nur für einen Teil einen Taschenrechner verwenden darf. In der Praxis kann dieser Umstand aber nie geübt werden, denn Schularbeiten dürfen nicht geteilt werden.

Bildungsvolksbegehren (VBBI)

Das Bildungsvolksbegehren hat sich zum Flop des Jahres entwickelt. Nur 6% der wahlberechtigten Österreicher haben das VBBI unterschrieben. Kein Wunder wenn man bedenkt, dass die Meinung der Bundesschülervertretung nicht eingebunden war. "Es zeigt, dass Schüler-, Eltern-, und Lehrervertreter gute Arbeit leisten und dauerhaft unersetzbar sind", kommentiert Lefebre das Ergebnis.

Sanktionsmöglichkeiten für Lehrer

Im Herbst forderte der Lehrergewerkschafter Kimberger mehr Sanktionsmöglichkeiten für Lehrer. Die Antwort der Schülerunion sind mehr Psychologen und Sozialberater an den Schulen. "Unsere Schulen müssen als eigenständige Standorte fungieren können. Der Direktor muss als Schulmanager das Haus koordinieren und gemeinsam mit den Schulpartnern das Lernumfeld gestalten. Statt Millionen in die Vermarktung der neuen Mittelschule zu stecken, sollte man diese Mittel den Schulen direkt zur Verfügung stellen", schlägt Lefebre vor.

Schülervertretungswahlen

Vor dem Sommer fanden in den Bundesländern die Landesschülervertretungswahlen statt. Seither vertreten 21 Landesschulsprecher die Schüler in den Ländern. Nach den Ferien wurde in Strobl am Wolfgangsee Conny Kolmann zur Bundesschulsprecherin gewählt. Sie präsentierte direkt nach ihrer Wahl die Qualitätsampel. "Diese Forderung setzt autonome Schulen voraus und vereinfacht den Vergleich untereinander. Eine Innovative Idee die derzeit im Ministerium besprochen wird und beweist, dass die Schülerunion mit der Bundesschülervertretung unsere Schulen gestalten kann", freut sich Jim Lefebre.

Modulare Oberstufe

Auch die modulare Oberstufe sollte große Veränderungen bringen. Tatsächlich werden aber nur die beiden Semester getrennt geführt. Das von der Schülerunion und den Schülern geforderte modulare System mit Wahlmodulen (ähnlich wie an der Uni) bleibt leider weiterhin eine Forderung. Der Bundesobmann der Schülerunion zeigt sich aber optimistisch, dass "Frau Schmied unser Modulsystem heute oder morgen umsetzen wird, denn wenn man mit den Schülern spricht, dann wünscht es sich einfach jeder."

Kommuniziert wurde bisher nicht, dass Nachprüfungen in Unterrichtsstunden stattfinden werden. Fatal wenn man bedenkt, dass bei jeder Nachprüfung für die restliche Klasse wertvolle Schulstunden verloren gehen werden.

Die Schülerunion ist mit über 30 000 Mitgliedern die größte Organisation für Österreichs Schüler. Neben ihrer Arbeit direkt an den Schulen setzt sich die Schülerunionauch auf Landes- und Bundesebene für die Interessen der Schüler ein. Derzeit hält sie in der Bundesschülervertretung 23 von 29 Mandaten.

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