- 30.12.2011, 12:31:11
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Schülerunion: Bildungsjahr 2011
Die Schülerunion zieht anlässlich des Jahreswechsels Bilanz über das letzte Jahr. Fazit: Es war ein Jahr der Schülervertretung.
Wien (OTS) - Wien 30.12.2011(OTS) - "BM Claudia Schmied nutzte
dieses Jahr zwar keine Steuergelder um ihr Permanent-MakeUp zu
bezahlen, wie 2009, viele unangenehme Details hat sie aber trotzdem
hinter einer Fassade versteckt. Einzelheiten wurden als Reformen
verkauft und dank einer riesigen Marketing-Maschinerie wurde die
Bevölkerung getäuscht", kritisiert Jim Lefebre, Bundesobmann der
Schülerunion, die Arbeit der Ministerin. ****
Dieses Jahr war geprägt von Ideen der Schülervertretung. Das
Schülerportfolio wurde beschlossen und die Qualitätsampel von
Bundesschulsprecherin Conny Kolmann vorgestellt. Wie es die
Schülerunion fordert, bleiben auch die Gymnasien erhalten.
Gymnasium und neue Mittelschule
Im Oktober einigten sich SPÖ und ÖVP auf einen neuen Schultyp. Die
Vision der gesamten Regierung: Das Gymnasium bleibt erhalten und
statt Hauptschulen werden neue Mittelschulen eingeführt. Trotz
Ministerratsbeschluss, versucht BM Schmied jedoch immer wieder
Werbung für eine gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen zu
machen. "Die Ministerin kämpft hier für ihre eigenen Interessen und
nicht für den Willen der Schüler", unterstreicht Lefebre. "Ich freue
mich, dass es die Gymnasien weiterhin gibt und damit den
unterschiedlichen Talenten und Begabungen in unserer Gesellschaft
Rechnung getragen wird", sagt er weiter.
Verschwiegen bleibt, dass Team-Teaching derzeit fast nur in
Nebenfächern praktiziert werden kann. Denn zwei Lehrer für
Hauptfächer kosten wesentlich mehr und sind daher für viele Standorte
nicht umsetzbar. Jedoch wäre es gerade in Hauptfächern, z.B. für
muttersprachlichen Unterricht - also um Migranten Deutsch
beizubringen - sehr wichtig.
"Das Konzept zur Aufwertung der Hauptschulen ist nicht schlecht,
jedoch kümmert sich niemand um die Umsetzung. Man spricht bei
Reformen im BMUKK von Meilensteinen und großen Würfen. Dass diese
Reformen aber nicht beim einzelnen Schüler ankommen, sondern eine
Frischzellenkur für die Ministerin sind bleibt verschwiegen" ärgert
sich der Bundesobmann.
Schülerportfolio
Das Schülerportfolio, welches in der gemeinsamen Pressekonferenz der
Bundesschülervertretung und der Schülerunion gefordert wurde, ist nun
Beschluss des Ministerrates. Das Schülerportfolio entspricht dem
geforderten Talente- und Kompetenzcheck (Aussendung der Schülerunion
vom 21. Oktober).
Den Schülern wird zusätzlich zum Zeugnis das Schülerportfolio
ausgehändigt. Es enthält individuelle Begabungen, Neigungen, Talente,
und Leistungsstärken der Schüler. Diese sind wichtige
Entscheidungsmerkmale für den weiteren Bildungsweg.
Zentralmatura
Nicht nur die neue Mittelschule, sondern auch die Zentralmatura ist
eine Baustelle. Zum ersten Mal forderten Schüler, Eltern und Lehrer
gemeinsam, dass der Start der Zentralmatura im Unterrichtsfach
Mathematik verschoben wird. "Informationen fehlen, die
Schulgemeinschaft ist verunsichert und im BMUKK verschließt man die
Augen." Dieser Umstand ist für den Schülerunion-Obmann nichts Neues
mehr. "Durch den Aufschrei der Schulpartner wird zwar ein offizieller
Schulversuch im Fach Mathematik durchgeführt. Trotzdem ist aber ein
Aufschub unumgänglich, weil weiterhin zu viele Punkte ungeklärt
sind", berichtet Lefebre.
Was niemand weiß: Die Mathematik-Matura ist zweigeteilt, wobei man
nur für einen Teil einen Taschenrechner verwenden darf. In der Praxis
kann dieser Umstand aber nie geübt werden, denn Schularbeiten dürfen
nicht geteilt werden.
Bildungsvolksbegehren (VBBI)
Das Bildungsvolksbegehren hat sich zum Flop des Jahres entwickelt.
Nur 6% der wahlberechtigten Österreicher haben das VBBI
unterschrieben. Kein Wunder wenn man bedenkt, dass die Meinung der
Bundesschülervertretung nicht eingebunden war. "Es zeigt, dass
Schüler-, Eltern-, und Lehrervertreter gute Arbeit leisten und
dauerhaft unersetzbar sind", kommentiert Lefebre das Ergebnis.
Sanktionsmöglichkeiten für Lehrer
Im Herbst forderte der Lehrergewerkschafter Kimberger mehr
Sanktionsmöglichkeiten für Lehrer. Die Antwort der Schülerunion sind
mehr Psychologen und Sozialberater an den Schulen. "Unsere Schulen
müssen als eigenständige Standorte fungieren können. Der Direktor
muss als Schulmanager das Haus koordinieren und gemeinsam mit den
Schulpartnern das Lernumfeld gestalten. Statt Millionen in die
Vermarktung der neuen Mittelschule zu stecken, sollte man diese
Mittel den Schulen direkt zur Verfügung stellen", schlägt Lefebre
vor.
Schülervertretungswahlen
Vor dem Sommer fanden in den Bundesländern die
Landesschülervertretungswahlen statt. Seither vertreten 21
Landesschulsprecher die Schüler in den Ländern. Nach den Ferien wurde
in Strobl am Wolfgangsee Conny Kolmann zur Bundesschulsprecherin
gewählt. Sie präsentierte direkt nach ihrer Wahl die Qualitätsampel.
"Diese Forderung setzt autonome Schulen voraus und vereinfacht den
Vergleich untereinander. Eine Innovative Idee die derzeit im
Ministerium besprochen wird und beweist, dass die Schülerunion mit
der Bundesschülervertretung unsere Schulen gestalten kann", freut
sich Jim Lefebre.
Modulare Oberstufe
Auch die modulare Oberstufe sollte große Veränderungen bringen.
Tatsächlich werden aber nur die beiden Semester getrennt geführt. Das
von der Schülerunion und den Schülern geforderte modulare System mit
Wahlmodulen (ähnlich wie an der Uni) bleibt leider weiterhin eine
Forderung. Der Bundesobmann der Schülerunion zeigt sich aber
optimistisch, dass "Frau Schmied unser Modulsystem heute oder morgen
umsetzen wird, denn wenn man mit den Schülern spricht, dann wünscht
es sich einfach jeder."
Kommuniziert wurde bisher nicht, dass Nachprüfungen in
Unterrichtsstunden stattfinden werden. Fatal wenn man bedenkt, dass
bei jeder Nachprüfung für die restliche Klasse wertvolle Schulstunden
verloren gehen werden.
Die Schülerunion ist mit über 30 000 Mitgliedern die größte
Organisation für Österreichs Schüler. Neben ihrer Arbeit direkt an
den Schulen setzt sich die Schülerunionauch auf Landes- und
Bundesebene für die Interessen der Schüler ein. Derzeit hält sie in
der Bundesschülervertretung 23 von 29 Mandaten.
Rückfragehinweis:
Rückfragehinweis: Österreichische Schülerunion
Daniel Perschy, Pressesprecher
Tel.: 0664 960 15 74, Mail: daniel.perschy@schuelerunion.at
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