- 23.12.2011, 08:45:31
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Kahlschlag im Salzburger Naturschutz: BirdLife Österreich fordert Artenschutz statt Forststraßenausbau
Verfügbare Naturschutzmittel werden vom Land Salzburg zweckendfremdet für forstlichen und landwirtschaftlichen Wegebau eingesetzt.
Wien (OTS) - Das Fass zum Überlaufen bringt die geplante
Mittelverschiebung des Bundeslandes Salzburg von
naturschutzrelevanten Maßnahmen in Richtung Forststraßenausbau.
"Spätestens mit den Ergebnissen der 8. Sitzung des Begleitausschusses
für das Österreichische Programm für die Ländliche Entwicklung haben
sich unsere Befürchtungen rund um die systematischen Sparmaßnahmen im
Naturschutzbereich erhärtet", so Gerald Pfiffinger, Geschäftsführer
bei BirdLife Österreich.
Nach Angaben des Salzburger Vertreters werden demnach von
insgesamt EUR 30 Mio., die dem Naturschutz zur Verfügung stehen, EUR
10 Mio. abgezogen, der Salzburger Naturschutz also um ein Drittel
gekürzt. Gleichzeitig aber wurde bekannt gegeben, dass Salzburg die
Mittel im forstlichen und landwirtschaftlichen Wegebau einsetzen
werde. "Damit handelt es sich also um keine Mittelkürzung, sondern um
eine Mittelumschichtung", moniert Pfiffinger das Vorgehen der
programmverantwortlichen Landesstelle Salzburg. Für BirdLife und die
betroffenen Umwelt-NGOs liegt der Verdacht nahe, dass Salzburg die
Mittelkürzungen des Bundes vorschiebt, um lang geplante
Umschichtungen zu verwirklichen.
Bereits vor zwei Jahren hat BirdLife Österreich davor gewarnt,
dass viel zu wenig für wirksame Naturschutz-Projekte ausgegeben wird.
Pfiffinger: "wir sprechen hier von einer systematischen
Diskriminierung und Benachteiligung von Naturschutzprojekten durch
öffentliche Gelder". Wichtige Zielarten des Naturschutzes wie
Auerhuhn, Dreizehenspecht, Weißsterniges Blaukehlchen, Brachvogel,
Kiebitz, Birkhuhn oder Neuntöter drohen auf der Strecke zu bleiben.
NGOs vermuten, dass auf Bundesländer Ebene für
Naturschutz-Projekte unbegründet lange Antrags-, Genehmigungs- und
Auszahlungszeiten genannt werden, um einen geringen
Ausschöpfungsstand an Fördermittel zu erreichen. "EU-Mittel werden
somit nicht verbraucht und bevor die Länder das Geld verlieren, gibt
man es rasch für den Forststraßenausbau aus", bringt Pfiffinger die
aktuelle Situation bei der Mittelvergabe innerhalb der ländlichen
Entwicklung auf den Punkt.
Rückfragehinweis:
BirdLife Österreich
Mag. Bettina Klöpzig, Pressesprecherin
Tel.: 069918155565
E-Mail:[email protected]
www.birdlife.at
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