WirtschaftsBlatt-Leitartikel:So wird das Jahr 2012 - von Wolfgang Unterhuber

Die große Koalition bleibt uns erhalten - Lugner und Neugebauer auch

Wien (OTS) - Weihnachten ist. Und deshalb soll hier wegen der zahlreichen düsteren Prognosen für das kommende Jahr eine Frohbotschaft verkündet werden, die eigentlich erst für nächste Woche gedacht war: Die Welt wird 2012 nicht untergehen! Der Kalender der Maya-Indianer sagt zwar etwas anderes, aber untergegangen sind bisher nur die Maya selbst. Grundsätzlich - dieser Ausblick sei gewagt -wird 2012 das Jahr der Beharrlichkeit und Beständigkeit. Die Schuldenkrise, die Ratingkrise, die Europakrise - samt Expertengeschwafel und Jammerei -werden uns auch 2012 verfolgen.

Tatsächlich werden wir generell in Europa eine Rezession haben (das ist nun wirklich keine Überraschung, sei aber der Vollständigkeit halber erwähnt), aber nicht so, dass daraus eine große Depression wird. Den Euro gibt es übrigens auch noch in einem Jahr. Und die Griechen werden (leider) noch immer Mitglied der Eurozone sein.

Und Österreich? Demnächst bekommen wir ein großkoalitionäres Sparpaket, das seinen Namen nicht wirklich verdient. Aber egal. Bei der Gelegenheit werden uns großartige Strukturreformen verkündet werden, zu denen es aber nie kommen wird. Es wird keine Verwaltungsreform geben, keine Gesundheitsreform und keine Pensionsreform (mit Verweis auf das Auslaufen der Hacklerregelung 2013). Wie in jedem Jahr wird auch 2012 der niederösterreichische Landeshauptmann sagen, wo es langgeht. In der Steiermark werden hingegen die Gemeindezusammenlegungen an den Gemahlinnen der Bürgermeister scheitern, weil die sonst beim Dorfbäcker niemand mehr sind.

Alles beim Alten auch in der Spitzenpolitik. Die große Koalition bleibt bestehen. Der Kanzler wird vorsorglich danach trachten, dass es seinen potenziellen Rivalen um diesen Posten, den ÖBB-Chef, langsam aber sicher zerlegt. Und der Vizekanzler wird voll Sorge danach trachten, dass es seine Partei nicht endgültig zerlegt. Erhalten bleiben uns 2012 auch andere Erscheinungen. Richard Lugner wird weiterhin über die Freilichtbühnen der Republik irrlichtern und Fritz Neugebauer wird der einzige Beamte in diesem Land bleiben, der nicht in Pension gehen will.

Und alle, für die in diesem Jahr die Unschuldsvermutung gegolten hat (eine namentliche Aufzählung ist aus Platzgründen nicht möglich), können sich trotz neuer Spuren und Anklagen nach wie vor frei fühlen. Alles bleibt so, wie es ist. Eine gute Nachricht - oder?

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