- 22.12.2011, 11:50:44
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Kompromiss in der Kastenstandsdebatte - VIER PFOTEN: Tierquälerei geht in die Verlängerung
Vertane Chance für Österreichs Landwirtschaft
Wien (OTS) - Landwirtschafts- und Gesundheitsministerium haben
gestern verlautbart, dass sie sich in Sachen "Ferkelschutzkorb" nach
einem Jahr Verhandlungen zu einem Kompromiss durchgerungen hätten.
Dem Entwurf gemäß dürften Sauen weiterhin in solchen - im Volksmund
als "Eiserne Jungfrau" bezeichneten - Einzelkäfigen fixiert werden.
Genau diese Fixierung während der Zeit der Geburt und des Säugens- in
der Abferkelbucht- war aber die Ausgangslage für die
Missstandsfestellung durch den Volksanwalt.
Daran soll sich nun für viele Tiere bis 2033 nichts ändern und
auch danach noch eine Fixierung für einige Tage pro Wurf erlaubt
bleiben. Der gefundene Kompromiss bedeutet nur eine Reduktion des
Kastenstandes im Deckzentrum um einige Tage im Vergleich zur bereits
bestehenden EU-weiten Gesetzesvorgabe zur Gruppenhaltung der
tragenden Sauen ab 2013.
Weiters erfolgte eine Einigung zur Einrichtung einer Fachstelle
für tiergerechte Haltung und Tierschutz. VIER PFOTEN begrüßt
grundsätzlich diesen Schritt, der schon seit vielen Jahren gesetzlich
vorgesehen ist und schon lange notwendig war. Diese Fachstelle soll
sich nun als erste Aufgabe mit der Entwicklung von Systemen zur
freien Abferkelung ohne Kastenstand für die säugenden Sauen bis 2017
befassen und erst ab 2019 sollen Neubauten entsprechende Vorgaben
erhalten. Aber auch 2019 wird nach dem derzeitigen Stand nur der
Einbau von fixen Abferkelgittern verboten sein.
Johanna Stadler, Geschäftsführerin von VIER PFOTEN dazu: "Wir
verlangen einen kürzeren Zeitrahmen für diese Forschung, da es sich
nicht um die Erfindung eines neuen Systems handelt, sondern um die
Anpassung bereits in anderen Ländern bestehender alternativer Systeme
an die österreichischen landwirtschaftlichen Gegebenheiten."
Und weiter: " Freie Abferkelung muss bedeuten, dass die Sau zu keinem
Zeitpunkt am Ausleben ihrer natürlichen Instinkte gehindert wird!"
Lösungen mit flexiblem Abferkelgitter kommen für VIER PFOTEN auch
deshalb nicht in Frage, weil eine Kontrolle der Handhabung unmöglich
ist.
Bestürzt kritisiert die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN die
verlautbarte Übergangsfrist bis 2033. Stadler betont: "Dem
verständlichen Ruf der Landwirte nach Rechtsicherheit bedingt durch
die Verunsicherung wegen des politischen Stillstandes während des
letzten Jahres darf aus Tierschutzsicht nicht mit extrem langen
Übergangsfristen, sondern durch adäquate Förderung für die
notwendigen Investitionen begegnet werden!"
Bildmaterial von Schweinekäfigen ist auf Anfrage honorarfrei
erhältlich.
Rückfragehinweis:
Johanna Stadler
0664 / 122 10 51
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