Kompromiss in der Kastenstandsdebatte - VIER PFOTEN: Tierquälerei geht in die Verlängerung

Vertane Chance für Österreichs Landwirtschaft

Wien (OTS) - Landwirtschafts- und Gesundheitsministerium haben gestern verlautbart, dass sie sich in Sachen "Ferkelschutzkorb" nach einem Jahr Verhandlungen zu einem Kompromiss durchgerungen hätten. Dem Entwurf gemäß dürften Sauen weiterhin in solchen - im Volksmund als "Eiserne Jungfrau" bezeichneten - Einzelkäfigen fixiert werden. Genau diese Fixierung während der Zeit der Geburt und des Säugens- in der Abferkelbucht- war aber die Ausgangslage für die Missstandsfestellung durch den Volksanwalt.

Daran soll sich nun für viele Tiere bis 2033 nichts ändern und auch danach noch eine Fixierung für einige Tage pro Wurf erlaubt bleiben. Der gefundene Kompromiss bedeutet nur eine Reduktion des Kastenstandes im Deckzentrum um einige Tage im Vergleich zur bereits bestehenden EU-weiten Gesetzesvorgabe zur Gruppenhaltung der tragenden Sauen ab 2013.

Weiters erfolgte eine Einigung zur Einrichtung einer Fachstelle für tiergerechte Haltung und Tierschutz. VIER PFOTEN begrüßt grundsätzlich diesen Schritt, der schon seit vielen Jahren gesetzlich vorgesehen ist und schon lange notwendig war. Diese Fachstelle soll sich nun als erste Aufgabe mit der Entwicklung von Systemen zur freien Abferkelung ohne Kastenstand für die säugenden Sauen bis 2017 befassen und erst ab 2019 sollen Neubauten entsprechende Vorgaben erhalten. Aber auch 2019 wird nach dem derzeitigen Stand nur der Einbau von fixen Abferkelgittern verboten sein.

Johanna Stadler, Geschäftsführerin von VIER PFOTEN dazu: "Wir verlangen einen kürzeren Zeitrahmen für diese Forschung, da es sich nicht um die Erfindung eines neuen Systems handelt, sondern um die Anpassung bereits in anderen Ländern bestehender alternativer Systeme an die österreichischen landwirtschaftlichen Gegebenheiten."
Und weiter: " Freie Abferkelung muss bedeuten, dass die Sau zu keinem Zeitpunkt am Ausleben ihrer natürlichen Instinkte gehindert wird!" Lösungen mit flexiblem Abferkelgitter kommen für VIER PFOTEN auch deshalb nicht in Frage, weil eine Kontrolle der Handhabung unmöglich ist.

Bestürzt kritisiert die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN die verlautbarte Übergangsfrist bis 2033. Stadler betont: "Dem verständlichen Ruf der Landwirte nach Rechtsicherheit bedingt durch die Verunsicherung wegen des politischen Stillstandes während des letzten Jahres darf aus Tierschutzsicht nicht mit extrem langen Übergangsfristen, sondern durch adäquate Förderung für die notwendigen Investitionen begegnet werden!"

Bildmaterial von Schweinekäfigen ist auf Anfrage honorarfrei erhältlich.

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