Energie AG weiter am Erfolgsweg: Erneut hervorragendes Geschäftsergebnis erreicht

Linz (OTS/Energie AG) - Die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft waren im Geschäftsjahr 2010/2011 ähnlich herausfordernd wie in den vorangegangenen Krisenjahren. Die Energie AG Oberösterreich hat schon mit dem Halbjahresergebnis gezeigt, dass man den Auswirkungen der Krise erfolgreich begegnet ist. Das konnte auch mit dem Ergebnis des am 30. September zu Ende gegangenen Geschäftsjahres eindrucksvoll bestätigt werden.

  • Der Umsatz konnte auf mehr als 2,2 Milliarden Euro (+12,2 %) gesteigert werden
  • Das operative Ergebnis (EBIT) beläuft sich auf 125,6 Millionen Euro und liegt damit deutlich über dem Plan für das Geschäftsjahr 2010/2011
  • Alle Geschäftsbereiche konnten bei Umsatz und Ergebnis zulegen und erwirtschaften nachhaltig stabile Beiträge zur Konzernbilanz

Im Jahr 2010 hat sich die Weltwirtschaft von der Rezession des Vorjahres teilweise erholt und die Hauptmärkte des Konzerns, allen voran Österreich, konnten von dieser positiven Gesamtentwicklung profitieren. Auch die für den Geschäftsverlauf relevanten CEE-Länder zeigten eine positive wirtschaftliche Dynamik, die sich mit dem allgemeinen Trend ab der zweiten Hälfte 2011 abgeschwächt hat.

Unter diesen anspruchsvollen Rahmenbedingungen konnte im Geschäftsjahr 2010/2011 (01.10.2010 bis 30.09.2011) mit einem Umsatz von 2.219,9 Mio. Euro (Plan: 2.010,9 Mio. Euro) ein Ergebnis (EBIT) von 125,6 Mio. Euro (Plan: 123,6 Mio. Euro) erwirtschaftet werden. Die Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr (1.978,8 Mio. Euro) um 241,1 Mio. Euro (+12,2 %) ist auf Zuwächse in allen drei Geschäftssegmenten der Energie AG zurückzuführen.

Das EBIT lag mit 125,6 Mio. Euro knapp unter dem Vorjahreswert von 128,9 Mio. Euro. Die niedrige Wasserführung belastete das operative Ergebnis allerdings mit rund 21,8 Mio. Euro genauso wie die Bezugskosten für Brennstoffe der thermischen Kraftwerke.

Die Investitionssumme belief sich im Geschäftsjahr 2010/2011 auf 169,1 Mio. Euro. Der Großteil der Investitionen (139,1 Mio. Euro) wurde im Segment Energie in Österreich getätigt, um die nachhaltige Energieversorgung des Kernmarktes sicherzustellen.

Investitionshighlights aus dem Geschäftsjahr 2010/2011:

  • Inbetriebnahme Laufkraftwerk Oflek
  • Neue Wasserkraftwerke in Stadl-Paura und Kleinarl werden gebaut
  • Umbau des Netzes zum Stromnetz der Zukunft mit dem Flächenrollout der intelligenten Stromzähler läuft (derzeit mehr als 80.000 Zähler installiert)
  • Testnetz eines intelligenten Stromnetzes in Eberstalzell als Pilotprojekt in Betrieb genommen
  • Betriebsbeginn des Erdgas-Speichers 7-Fields
  • Errichtung von Biogasanlagen im benachbarten Ausland
  • Erfolgreiche Erschließungsbohrungen für das Geothermieprojekt Mehrnbach / Ried
  • Beginn des Fernwärmeversorgungsprojektes für die Stadt Steyr gemeinsam mit der EVN
  • Machbarkeitsstudie für Pumpspeicherkraftwerk Ebensee abgeschlossen, Vorbereitung Umweltverträglichkeitsprüfung läuft
  • Tauerngasleitung: Machbarkeitsstudie als Vorbereitung der Umweltverträglichkeitsprüfung läuft

Anspruchsvolle Rahmenbedingungen dank engagierter Konzern-Neuausrichtung gemeistert

Der Geschäftsverlauf war über das ganze Jahr von globalen, teils gegenläufigen Entwicklungen geprägt: Einerseits spiegelten sich der wirtschaftliche Aufschwung und die positive Dynamik in den Marktgebieten in den Absatzmengen in allen Segmente wider, andererseits gestalteten sich die Rahmenbedingungen insbesondere für die Stromeigenaufbringung als sehr turbulent. Die politischen Unruhen im nordafrikanischen und arabischen Raum sowie die nukleare Katastrophe von Fukushima verbunden mit dem Atomausstieg in Deutschland sorgten für deutliche Preisanstiege für Öl und Erdgas an den internationalen Primärenergiemärkten. Gleichzeitig stieg der Strompreis aber nicht wie zu erwarten an, was eine wesentlich geringere Gewinnspanne pro verkaufter Kilowattstunde zur Folge hatte. Aber auch im lokalen Umfeld wirkten sich unvorhersehbare Rahmenbedingungen aus: Die Wasserführung der Flüsse erreichte im Berichtsjahr einen historischen Tiefststand, was sich auch in der Erzeugungsstatistik der Wasserkraftwerke widerspiegelt: Die Produktion von Strom aus Wasserkraft lag im Durchschnitt über das gesamte Geschäftsjahr um rund 21% unter dem langjährigen Durchschnitt.

Eine gute Bonität und ein starkes Rating sichert dem Energie AG-Konzern hohe Flexibilität in der Finanzierung und den leichteren Zugang zu den Finanzmärkten. Das Rating des Unternehmens wurde von Standard & Poor s im Jänner 2011 wieder mit der sehr guten Bonitätsnote "A" bestätigt. Gleichzeitig wurde der Rating-Outlook von "Negative" wieder auf "Stable" angehoben. Gerade im Hinblick auf die seit Ausbruch der Finanzmarktkrise geänderten Rahmenbedingungen an den Kapitalmärkten hat eine gute Bonität eine herausragende Bedeutung in der Sicherstellung von optimalen Konditionen in der Mittelbeschaffung am Kredit- und Kapitalmarkt für ein kapitalintensives Unternehmen wie die Energie AG Oberösterreich. Gleichzeitig konnte trotz der schwierigen und volatilen Umstände der Unternehmenswert auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden.

Der durchschnittliche Personalstand in allen voll- und quotenkonsolidierten Konzernunternehmen hat sich von 7.294 auf 7.754 Mitarbeiter (in FTE) im Geschäftsjahr 2010/2011 erhöht. Das entspricht einem Plus von 6,3%. Im Geschäftsjahr waren im Konzern mit 3.117 die meisten Mitarbeiter nach wie vor in Österreich beschäftigt (Vorjahr 3.171), gefolgt von Tschechien mit 3.013 (Vorjahr 2.952), Ungarn mit 983 (Vorjahr 852), der Slowakei mit 194 (139), Deutschland mit 140 (170) und Slowenien mit 9 (10) Mitarbeitern.

Das personalintensivste Segment stellt nach wie vor die Entsorgung dar, in dem mit 3.870 Mitarbeitern rund die Hälfte der Konzernmitarbeiter beschäftigt ist. Im Segment Energie waren durchschnittlich 2.181 (Vorjahr 2.169) und im Segment Wasser 1.703 (Vorjahr 1.643) Mitarbeiter beschäftigt. Zum Stichtag 30.09.2011 sind im Konzern 7.933 Mitarbeiter (Kopfquote) beschäftigt.

Aufschwung der Wirtschaft sorgt für deutliche Erholung im Segment Energie

Wesentliche Einflussfaktoren auf den Geschäftsverlauf 2010/2011 im Segment Energie waren einerseits die unterdurchschnittliche Wasserführung der Flüsse und die verschlechterten Erzeugungsbedingungen für die thermische Erzeugung. Andererseits sorgten die Ausweitung des Gashandels, Bewirtschaftungseffekte und höhere Abgabemengen insbesondere an Großkunden im Strom-, Gas- und Wärmebereich für positive Effekte im Geschäftsverlauf.

Mit einem Umsatz von 1.640,3 Mio. Euro wurde im Segment Energie im abgelaufenen Geschäftsjahr ein EBIT von 105,4 Mio. Euro erwirtschaftet. Das EBIT lag damit um -15,9% unter dem Wert des Vorjahres (125,3 Mio. Euro), was hauptsächlich auf die niedrige Wasserführung zurückzuführen ist. Eine ähnlich geringe Erzeugung aus Wasserkraft gab es zuletzt im Jahr 1991.

Strom

* Strom-Eigenerzeugung: Die gesamte Eigenerzeugung (thermisch und hydraulisch) war mit einem Volumen von rund 3.137 GWh um 5% niedriger als im Vorjahr (3.297 GWh). Der geringeren Wasserkraftproduktion steht ein verstärkter Einsatz der Wärmekraftwerke (+2%) und einem höheren Fremdstrombezug (11.478 GWh, + 3,4%) gegenüber.

* Stromabgabe an Kunden betrug 6.814 GWh. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 458 GWh oder 7,2% ist vor allem auf die Mehrabgabe an Industriekunden zurückzuführen.

* Speicherkapazitäten für Energie rücken in den Mittelpunkt der Energiezukunft: Der europaweite Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie, hier vor allem aus Wind- und Sonnenenergie, hat mittlerweile erheblichen Einfluss auf die Leistungsanforderungen konventioneller Kraftwerke, insbesondere auf moderne, erdgasbefeuerte Gas- und Dampf-Kraftwerke sowie Pumpspeicherkraftwerke. Die Energie AG ist Partner beim Pumpspeicherprojekt Reißeck II (Ausbaugröße 430 MW) und beim Gasspeicher 7-Fields.

* Höchste Versorgungssicherheit und -qualität sind Aufgabe des Netzbetreibers, der Energie AG Oberösterreich Netz GmbH. Ein erstes Testnetz für die Integration dezentraler Erzeugungsanlagen wurde im September 2011 in Eberstalzell in Betrieb genommen. Große Investitionsprojekte waren die Verkabelung von besonders störungsanfälligen Mittelspannungsfreileitungen, die Inbetriebnahme des neuen Netzführungszentrums Wattstraße und die Ertüchtigung mehrere Umspannwerke.

* Intelligentes Stromnetz: Die Energie AG Oberösterreich ist das führende Unternehmen der Branche, wenn es um den Umbau des Stromnetzes zum modernen, mitdenkenden Stromnetz der Zukunft geht:
Mit nunmehr rund 80.000 installierten intelligenten Stromzählern und dem dazugehörenden vollintegrierten Abrechnungssystem gehört die Energie AG zu den Vorreitern in Mitteleuropa. Bei der Fachtagung "Smart Grids Week 2011" des Bundesministeriums für Verkehr Innovation und Technologie (bmvit) wurde die Energie AG für die Pionierleistungen auf dem Gebiet der Smart Grids mit dem Preis "Smart Grids Pionier" ausgezeichnet.

Wärme

* Energieeffizienz bei der Fernwärmeversorgung: Im Geschäftsjahr 2010/2011 konnte durch die Gewinnung und den Anschluss von Neukunden das Vorjahresniveau gehalten werden, gleichzeitig sank der Wärmeverbrauch durch Effizienzmaßnahmen pro Kundenanlage.

* Geothermieprojekt Ried: Das Projekt läuft nach Erschließung der Heißwasserquellen wie geplant. Somit können nach dem Ausbau des Fernwärmenetzes in der Heizsaison 2012/2013 die ersten Objekte im Stadtgebiet mit umweltfreundlicher Fernwärme aus dem Erdinneren beliefert werden.

Erdgas

* Das Leitungsnetz der OÖ. Ferngas AG ist im abgelaufenen Geschäftsjahr auf eine Länge von ca. 5.200 Kilometer angewachsen. Über das Netz wurden rund 28.335,7 GWh (2.532,2 Mio m3) Erdgas transportiert. Die Steigerung der Mengenabgabe von 1.015,6 GWh gegenüber dem Vorjahr resultiert einerseits aus dem Kundenzuwachs im Niederdruckbereich und andererseits aus konjunkturell bedingten Mehrmengen im Industriebereich.

* Erfolgreiche Neukundengewinnung: 979 neue Hausanschlüsse (2009/2010: 796) konnten in Oberösterreich gewonnen werden. Die OÖ. Gas-Wärme GmbH konnte im vergangenen Jahr rund 2.100 Neukunden mit einer Jahresabsatzmenge von 86 GWh in Österreich und über 100 Kundenanlagen mit einer Jahresabsatzmenge von 28 GWh in Deutschland gewinnen.

* Drei Biogasanlagen konnten in Tschechien in Betrieb genommen werden, die als Generalunternehmen von ENSERV GmbH errichtet wurden. Zum Bilanzstichtag befanden sich vier Anlagen in der Fertigstellungsphase und neun weitere Anlagen in Bau. In Österreich wurde die Einspeiseanlage für aufbereitetes Biogas ins Erdgasnetz in Engerwitzdorf erfolgreich in Betrieb genommen.

Als heimischer Wirtschaftsmotor bekennt sich die OÖ. Ferngas AG seit Jahrzehnten auch zu ihrer Verantwortung gegenüber der Region und der Gesellschaft. Die OÖ. Ferngas Netz GmbH ist das erste Unternehmen in ganz Österreich, das im Geschäftsjahr 2010/2011 nach ISO 26000 bzw. nach ONR 192500 zertifiziert wurde. Die ISO 26000 ist die erste international gültige Definition von gesellschaftlicher Verantwortung und legt fest, was gesellschaftlich verantwortungsvolles Handeln ausmacht und formuliert Empfehlungen, wie Corporate Social Responsibility in einer Organisation implementiert werden sollte.

Positive Entwicklung im Segment Entsorgung durch erfolgreiche Effizienzsteigerungsmaßnahmen

Der Umsatz im Segment Entsorgung konnte im Geschäftsjahr 2010/2011 mit 468,5 Mio. Euro gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres (395,7 Mio. Euro) deutlich gesteigert werde. Wertstoffpreise auf anhaltend gutem Niveau und die ganzjährige Einbeziehung von Beteiligungsunternehmen in Tschechien, Slowakei, Italien und Rumänien in den Konsolidierungskreis haben diese Entwicklung positiv beeinflusst. Das EBIT in Höhe von 12,9 Mio. Euro liegt deutlich über dem Vorjahresniveau (Verlust von -1,5 Mio. Euro) und ist bereits um den Abgangsverlust aus der Veräußerung der operativen Aktivitäten in Bayern bereinigt.

* Die umgeschlagenen Abfallmengen sind neuerlich um 5,5% auf eine Gesamtsumme von 5,49 Millionen Tonnen gestiegen.

* Die thermisch verwerteten Abfälle stiegen im vergangenen Geschäftsjahr von 590.000 auf 626.000 Tonnen an. Das entspricht einem Zuwachs von 6,1%.

Nach dem offensiven Wachstumskurs der letzten Jahre konzentriert sich der Geschäftsbereich Entsorgung konsequent auf die Konsolidierung der bestehenden Struktur, Integration der in den vergangenen Jahren erworbenen Unternehmen und Absicherung der erreichten Position. Teil dieser Optimierung war auch der Rückzug aus dem deutschen Markt.

Stabiles Wachstum im Segment Wasser: Umsatz und EBIT weiterhin deutlich im Plus

Im Segment Wasser konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 134,0 Mio. Euro (+12,8 %) erwirtschaftet werden. Das Ergebnis stieg gegenüber Vorjahr um 43,1% auf 7,3 Mio. Euro. Insgesamt wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 53,6 Mio. m3 Trinkwasser und 44,4 Mio. m3 Abwasser fakturiert. Das entspricht einem Zuwachs von 1,9 Mio. m3 / 3,7% bei Trinkwasser und 1,4 Mio. m3 / 3,3% bei Abwasser. Per 30.09.2011 werden 1,05 Mio. Einwohner mit Trinkwasser versorgt und für 695.000 Kunden die Abwasserentsorgung durchgeführt.

* Großes Geschäftspotenzial bei spezifischen Wasserdienstleistungen in den kommenden Jahren durch den Sparzwang der Gemeinden aufgrund der Wirtschaftskrise.

* Hoher Reinvestitionsbedarfs in die Infrastruktur bei gleichzeitiger Budgetmittel-Verknappung der Gemeinden bringt neue Perspektiven für alternative Modelle bei Betrieb und Finanzierung. Dieser Trend könnte durch die Umstellung des bisherigen Förderregimes ab 2014 noch verstärkt werden.

* Prüfung von Möglichkeiten für Markteintritt in die Slowakei und Slowenien.

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Michael Frostel MSc
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M 0664/60165-3993
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