Ärzteschaft braucht würdige Vertreter und keine Handlanger der Politik

Misstrauensantrag gegen Österreichischen Ärztekammerchef im Rahmen der Vollversammlung durch NÖ Ärztekammerpräsident Dr. Christoph Reisner

Wien (OTS) - "Die Niederösterreichische Ärzteschaft ist über die Haltung des ÖÄK-Präsidenten Dr. Walter Dorner in Sachen ELGA sehr enttäuscht", so Dr. Christoph Reisner, Präsident der NÖ Ärztekammer. "Daher habe ich heute als Niederösterreichs Repräsentant in der Vollversammlung der Österreichischen Ärztekammer einen Misstrauensantrag gegen ihn eingebracht." Vorausgegangen war eine Diskussion über den Zick-Zack-Kurs des Österreichischen Ärztechefs, der sich in den vergangenen Wochen mehrfach widersprüchlich zum Thema ELGA geäußert hatte.
"Der gesamten österreichischen Ärzteschaft wurde mit dieser Haltung ein nicht wieder gut zu machender Schaden zugefügt", so Präsident Dr. Reisner weiter. Wenn einerseits in manchen Gremien ELGA zugestimmt wird, in manchen Gremien ELGA abgelehnt wird und andererseits sehr deutliche Inserate gegen ELGA um sechsstellige Eurobeträge geschaltet werden, ist das eine Verhöhnung unserer Mitglieder, mit deren Kammerumlagen so eine Groteske finanziert wird."

Beschlüsse der Gremien wurden ignoriert

Aus diesem Grund hatte die Vollversammlung der NÖ Ärztekammer bereits Ende November mit großer Mehrheit beschlossen, Dr. Dorner zum sofortigen Rücktritt aufzufordern. "Uns ging es bei diesem Misstrauensantrag weniger um das Thema ELGA an sich, sondern vor allem um die Tatsache, dass keine einheitliche Meinung vertreten und auch die Beschlüsse der zuständigen Gremien ignoriert wurden. Ich habe mit dem Misstrauensantrag den Beschluss unserer Vollversammlung bekräftigt", so Präsident Dr. Reisner weiter.
Wenig überraschend wurde dieser Antrag abgelehnt, wobei das Stimmverhalten der anderen Mandatare aus Niederösterreich bemerkenswert war: Dr. Ronald Gallob, Kurienobmann der Angestellten, hat den Antrag von Präsident Dr. Reisner unterstützt, aber Dr. Johann Jäger, Kurienobmann der Niedergelassenen hat gegen den Misstrauensantrag gestimmt und damit den Beschluss der Niederösterreichischen Vollversammlung missachtet.

Manche Kämmerer haben den Bezug zur Basis verloren

"Für mich sind das alles eindeutige Zeichen, wie das Mandat unserer Wählerinnen und Wähler mit Füßen getreten wird. Ich frage mich wirklich, wer von den Ärztekammerfunktionären wirklich noch Ärzteinteressen vertritt und wer sich nur noch als bequemer Handlanger für die Politik missbrauchen lässt", so Präsident Dr. Reisner. "Manche Kämmerer haben offenbar den Bezug zur Realität und vor allem zur Basis verloren und sind sich der Tatsache nicht mehr bewusst, von wem und wofür sie gewählt wurden."

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