- 15.12.2011, 09:15:32
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BM Schmied überreichte Christine Nöstlinger das 'Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich'
"Christine Nöstlinger zählt zu jenen Künstlern, die unser kleines Land ganz groß machen", so Schmied. / Bild als download
Wien (OTS) - Kulturministerin Dr. Claudia Schmied überreichte am
Mittwochabend Christine Nöstlinger, der bedeutenden Kinder- und
Jugendbuchautorin, deren gesammelte Werke Leserinnen und Leser aller
Altersgruppen begeistern, das 'Große Ehrenzeichen für Verdienste um
die Republik Österreich'. Die Laudatio hielt Dr. Hubert Hladej.
Musikalisch bot der Abend einen Vorgeschmack auf das Stück von
Christine Nöstlinger 'Iba de gaunz oamen Leit', das am 17. Jänner
2012 im Rabenhof Theater Premiere feiert.
"Christine Nöstlinger zählt zu jenen Künstlern, die unser kleines
Land ganz groß machen. Ihre Erzählungen und Gedichte bewegen seit
jeher Generationen von Menschen in unzähligen Ländern. Ihre
Geschichten bringen Kinder und Erwachsene zum Lachen und Nachdenken,
sie sind humorvoll und kritisch. Als Leserin und Leser ihrer Bücher
fühlen wir uns ernst genommen, weil Christine Nöstlinger die
Wirklichkeit mit all den Freuden, Sorgen und Nöten so schildert, wie
wir sie kennen. Christine Nöstlinger verdanken wir unvergleichliche
Figuren, Helden und Anti-Helden, riesengroße Unsympathler und
groteske Tyrannen, monströse Bürgermeister und machtbenebelte
Politiker, rigide Lehrer und uneinsichtige Direktoren,
herrschsüchtige Eltern, überhebliche Chefs und Kontrollfetischisten
aller Art und natürlich auch die guten Geister, wie zum Beispiel Rosa
Riedl, von Beruf Schutzgespenst. Christine Nöstlinger, die Autorin
aus Wien-Hernals, hat Literatur für junge Menschen neu erfunden und
sie hat damit mehreren Generationen Mut gemacht. Mit dem großen
Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ehren wir eine
große Autorin für kleine und große Leser", so Kulturministerin
Claudia Schmied.
Laudator Hubert Hladej stellte gleich zu Beginn fest, dass über
das Werk von Christine Nöstlinger schon viel Kluges gesagt wurde und
es daher für ihn gar nicht so leicht sei, sich als Laudator hervor zu
tun. Die Quintessenz aus vielen Interviews und aus Autobiographischem
sei, dass Christine Nöstlinger gar nichts geplant habe. Unabhängig
von Nöstlingers Beitrag als Schulbuchautorin zählt Hladej auch ihre
sprachlich wie inhaltlich von außergewöhnlicher Güte beschaffenen
Essays und Kurztexte in Tageszeitungen und Wochenmagazinen zur
Gattung der Didaktik. "Häufig von tagespolitischen Vorkommnissen
inspiriert, enthalten sie so viel Grundsätzliches von den vielen
Facetten des Menschseins, dass sie Gültigkeit weit über die
Tagesaktualität hinaus haben", so Hubert Hladej, der weiter meinte:
"Auch bei ernsten Themen kommt der Humor zu seinem Recht."
Nöstlingers besondere und eigenständige sprachkünstlerische
Weltgestaltung trage dazu bei, dass ihre Werke auch international so
erfolgreich seien und Leserinnen und Leser von Island bis Thailand
und China sich an ihren Büchern erfreuen. "Obwohl wir von unseren
deutschen Nachbarn bekanntlich durch die gemeinsame Sprache getrennt
sind, bereitet das Nöstlingersche Idiom auch Hamburger Kindern kaum
Probleme", hielt der Laudator fest. Hladej rezipierte zum Ende ein
Weihnachtsgedicht von Christine Nöstlinger und sagte "Danke, liebe
Christine, für all das, was Du uns gegeben hast."
Advent, Advent,
das Christkind flennt.
Hat keinen lumpigen Heller in bar,
dazu noch Schulden vom letzten Jahr,
sein Konto ist total überzogen,
die Bank fühlt sich schwer betrogen,
rückt ihm keinen Kredit mehr raus.
Das Christkind fliegt traurig nach Haus.
Christine Nöstlinger bedankte sich "von ganzem Herzen für diese
wunderbare Auszeichnung" und erzählte von ihrer roten Kuscheldecke
aus Schweden, die die Aufschrift trägt: "Gute Bücher geben der Welt
einen Platz im Kind und dem Kind einen Platz in der Welt." Nöstlinger
betonte, dass Schriftsteller alleine den Erfolg nicht schaffen
können, es brauche die Unterstützung von Buchhändlern und Verlegern.
Zu Beginn ihrer Karriere mussten ihre Verleger sehr zu ihr stehen,
beispielsweise übergab ihr ein Mittelschullehrer ein mit Rotstift
durchkorrigiertes Buch. Besonders am Herzen lägen ihr die
Bibliothekare, denn es stünde wesentlich schlechter um unsere Kinder
und Jugend, gäbe es die Bibliothekare nicht. Christine Nöstlinger
schwärmte von Schulen in Schweden, deren Herzstück eine Bibliothek
ist, die die Kinder zum Lesen einlädt.
Fotos, das Programm der Verleihung (inklusive Bekanntgabe der
einzelnen Musiktitel und Musiker) sowie die Laudatio von Hubert
Hladej sind unter http://www.bmukk.gv.at/ministerium/vp/20111215.xml
abrufbar.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur Mag. (FH) Julia Flunger-Schulz Pressesprecherin Tel.: +43 1 53120 5030 mailto:[email protected] http://www.bmukk.gv.at/ministerium/vp/index.xml
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