- 14.12.2011, 09:13:27
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Erich Schleyer ist 'Professor' - BMUKK Sektionschefin Ecker verlieh dem Bühnenliebling den Berufstitel 'Professor' - Bild als download
"Mein Herz ist voller Dank und ich wandere weiter," so Erich Schleyer
Wien (OTS) - Das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und
Kultur bat gestern Nachmittag zur Feierstunde ins Palais Daun-Kinsky.
Umrahmt von belebender, multikultureller Musik, dargeboten vom Trio
Kapelush, verlieh Sektionschefin Mag. Andrea Ecker dem beliebten
Theater-, Film- und Fernsehschauspieler, Moderator und Journalist,
Drehbuchschreiber, Buchautor und Fotograf den Berufstitel
'Professor'.
Andrea Ecker beschrieb Erich Schleyer als künstlerisches
Multitalent und als stimmgewaltige Persönlichkeit, die die alte
Tradition des mündlichen Erzählens nicht nur weiterführt, sondern neu
belebt und populär macht. Er zieht die kleinen und die großen
Zuhörerinnen und Zuhörer in seinen Bann. Ecker betonte, dass Erich
Schleyer in unzähligen Auftritten und Darbietungen seine Begabung als
Geschichtenerzähler und seine Wandlungsfähigkeit bewies und fügte
hinzu: "Und diese besondere Fähigkeit, aber auch seine
Wandlungsfähigkeit hat ihn zu einem Liebling des Wiener
Theaterpublikums gemacht - eine Auszeichnung, die man sich in dieser
Stadt sehr hart erarbeiten muss." Erich Schleyer gab vor kurzem in
einem Interview preis, dass er am liebsten im Wind zuhause wäre, das
hieße dort, wo es ihn hintriebe. "Und es ist gut, dass es Sie auch
nach Wien getrieben hat," so Andrea Ecker.
Laudator Prof. Dr. Franz Hlavac bot den Festgästen, darunter
zahlreiche Künstlerkollegen, Wegbegleiter und Freunde, einen kurzen
Streifzug durch Schleyers Leben. Man würde Erich Schleyer unrecht
tun, wenn man ihn nur an seiner Arbeit, die er dem jungen Publikum
gewidmet hat, messen würde. Dennoch seien es auch heute noch die
Kinder, die Erich Schleyer immer wieder Hoffnung, Lebenslust, Neugier
und neue Freude am Leben gäben.
Hlavac meinte überzeugt: "Bis heute kann Schleyer den Deutschen
den Hitler nicht verzeihen...", Erich Schleyer bestätigte dies später
in seiner Dankesrede. Hlavac erzählte die Geschichte Erich Schleyers,
der in Dresden geboren wurde, dessen Vater im Krieg in Russland fiel,
der mit seiner Mutter und seinem Bruder nach Thüringen floh, nach dem
Studium am Maxim-Gorki Theater spielte und schließlich mit 28 Jahren
während eines Gastspiels in den Westen floh. "Wäre er in
Ostdeutschland geblieben und hätte dort die Sendung 'Erichs Chaos'
erfunden, Erich Honecker wäre früher abgetreten und die Berliner
Mauer wäre früher gefallen," spekulierte Hlavac.
Hlavac ging auf zwei wesentliche Wegbereiter und -begleiter
Schleyers ein: Regisseur Georg Tabori in Deutschland und Hans
Gratzer, der ihn 1984 nach Wien holte. Hlavac über das Anderssein und
Erich Schleyer: "Das Anderssein der anderen ist für Erich Schleyer
das Schönste und deshalb wirbt er in all seinem Tun für mehr Toleranz
gegenüber anderen Menschen."
Erich Schleyer verwöhnte seine Zuhörerinnen und Zuhörer mit
humorvollen Dankesworten in gewöhnt geschliffener Sprache. Nachdem er
Künstler, Kollegen, und andere mehr begrüßte, hieß er 'Römer und
Wiener' im gleichen Atemzug willkommen und sagte "Mein Herz ist
voller Dank". Darüber hinaus würde ihn die Ehrung zum Professor
erregen, zum Staunen bringen, vielleicht auch ein wenig befremden und
zu verwegenen Untersuchungen einladen. Erich Schleyer erklärte in
kunstvollen Worten die Geschichte der Ehrung mit dem Berufstitel
'Professor' und berichtete von seinen Recherchen zum Wort
'Professor', das vom lateinischen 'profiteri' abstammt und bedeute
'sich öffentlich als Lehrer zu erkennen geben'. Er dankte der
Kommission, die einen Schauspieler in den offiziellen Rang der
'Lehrer' erhob, obwohl man früher empfahl 'die Wäsche rein zu holen',
wenn die Schauspieler kamen. Er versicherte aber: "Ihr werdet Euch
nicht verhoben haben" und fügte hinzu, dass er noch nicht am Ziel
sei, denn der Weg sei das Ziel und er wird wieder, besser scheitern.
Schleyer berichtete, dass er sich auf seinen früheren Reisen, nie als
Deutscher zu erkennen gab und sich schämte Deutscher zu sein. Er
meinte, er hält es wie Marlene Dietrich, die den Deutschen den Hitler
auch nie verzeihen konnte. Sicher fühlte sich Schleyer vor allem in
seinen Geschichten und das Leben sei dann interessant, wenn man
andere Wege geht und anderen Kulturen begegnet, Anderssein mache ihn
neugierig. Bescheidenheit sei die wichtigste Eigenschaft und
Niederlagen lehren einen Respekt. Die Ehrung zum Professor käme der
Erlaubnis gleich, wieder Kind sein zu dürfen, zum Schluss wiederholte
er sein Eingangszitat: "Mein Herz ist voller Dank und ich wandere
weiter."
Fotos und Programm der Verleihung sowie die Laudatio von Franz Hlavac
sind unter http://www.bmukk.gv.at/ministerium/vp/20111214.xml
abrufbar.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur Mag. (FH) Julia Flunger-Schulz Pressesprecherin Tel.: +43 1 53120 5030 mailto:[email protected] http://www.bmukk.gv.at/ministerium/vp/index.xml
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