• 13.12.2011, 13:45:02
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Katholische Frauenbewegung gegen höheres Pensionsantrittsalter

kfb-Vorsitzende Hauft lehnt Angleichung an Männerpensionsalter ab, solange Frauen auch beruflich und sozial nicht gleichgestellt sind

Wien, 13.12.11 (KAP) Das gesetzliche Pensionsantrittsalter von
Frauen an jenes der Männer anzugleichen, wie dies unter anderen die
ÖVP-Frauen und das BZÖ verlangen, hält die Vorsitzende der
Katholischen Frauenbewegung (kfb), Margit Hauft, "für eine schlechte
Idee", solange Frauen beruflich und sozial nicht gleichgestellt
sind. Frauen hätten noch längst nicht die gleichen Chancen wie
Männer, bedauert Hauft in einer kfb-Aussendung am Mittwoch. "In
Politik und Wirtschaft braucht es dringend eine kreative
Gleichstellungsoffensive."

Grundsätzlich bekenne sich die Katholische Frauenbewegung als größte
Frauenorganisation Österreichs jedoch dazu, dass Frauen und Männer
gleich behandelt werden. Freilich müsse dafür auch der Grundsatz
gelten: "Gleiches Recht für gleiche Pflichten".

Der Spardruck auf die Staatsfinanzen war zuletzt Anlass für Vorstöße
vor allem aus Wirtschaftskreisen, das in den 1990er-Jahren
formulierte Ziel vorzuverlegen, das Pensionsalter für Frauen wie für
Männer schrittweise bis 2033 auf 65 Jahre anzuheben.

Bei der Chancengleichheit gebe es in Österreich "noch viel zu viele
wunde Punkte", gab Hauft zu bedenken. Die Einkommensschere in der
Erwerbstätigkeit sei eine der größten in Europa. Eine
Frauenarbeitsstunde sei hierzulande durchschnittlich fast 30 Prozent
weniger Geld wert als eine Männerarbeitsstunde. Dementsprechend sei
auch die Pension von Männern um rund ein Drittel höher: Frauen kamen
2010 auf durchschnittlich 786 Euro, Männer dagegen auf 1.288 Euro
Pension.

Frauen leisteten zudem einen Großteil der unbezahlten Arbeit, wies
die kfb-Vorsitzende hin. Ihre Haushaltsarbeit und die Betreuung von
Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen entsprechen laut kfb einer
geschätzten Wertschöpfung von 35 Milliarden Euro pro Jahr.

Ein weiterer Beleg für nach wie vor bestehende Chancenungleichheit:
Frauen seien in wirtschaftlichen und politischen
Entscheidungsgremien nicht angemessen vertreten, so Margit Hauft.

Die kfb-Vorsitzende zog auch das Einsparungspotenzial durch eine
Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters der Frauen in
Zweifel. Der Unterschied liege de facto nicht bei fünf Jahren,
sondern bei nicht einmal zwei Jahren, da das tatsächliche
Pensionsantrittsalter der Männer bei 58,9 Jahren und bei Frauen bei
57 Jahren liege. Sehr viel werde für die Regierung somit nicht zu
holen sein.

Mehr auf www.kathpress.at (ende) rme/

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