- 09.12.2011, 17:01:31
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"KURIER"-Kommentar von Gert Korentschnig: "Der englische Patient"
In einem Europa der Eigenbrötler ist das "No" der Briten kein Wunder.
Wien (OTS) - And now for something completely different, wie es
bei Monty Python's heißt: Wie soll man sich mit den Engländern auf
eine EU-Vertragsänderung einigen, wenn man sich nicht einmal darauf
einigen kann, welche die richtige Seite zum Autofahren ist?
Es stimmt schon: Schwierige Zeiten wie diese (gab's eigentlich je
nicht schwierige Zeiten?) brauchen Lösungen statt Ironie. Aber gerade
der britische Humor ist berühmt dafür, in seiner Bösartigkeit oft ins
Schwarze zu treffen. Erinnern wir uns nur an die Szene in Monty
Python's "Das Leben des Brian", in der die VVJ (Volksfront von Judäa)
Pilatus auffordert, den römisch-imperialistischen Staatsapparat
aufzulösen, und ihre Mitglieder fragt, was man denn je von Rom
bekommen hätte.
Die verschiedenen Antworten - den Aquädukt, sanitäre
Einrichtungen, schöne Straßen, die medizinische Versorgung, das
Schulwesen, den Wein, öffentliche Bäder, allgemeine Krankenkassen -
stoßen bei den Führungskräften um John Cleese auf Unverständnis. "Na
gut, aber was sonst noch?" - "Frieden!" - "Ach, shut up!"
Wirkt doch ziemlich aktuell: Brüssel und eine gemeinsame
Europapolitik sind die Feindbilder und schuld an vielen Problemen im
eigenen Land. Indeed, isn't it?
Rückfragehinweis:
KURIER, Kulturredaktion
Tel.: (01) 52 100/2650
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