• 08.12.2011, 09:03:02
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GLOBAL 2000-Aktion: Klimapolitik darf kein Glücksspiel sein

Umweltschützer fordern das Glück von Passanten heraus - und morgen auf der Klimakonferenz Taten ein

Wien (OTS) - GLOBAL 2000 - Aktivisten präsentieren am heutigen
Donnerstag von 11.00 - 13.00h auf der Wiener Mariahilferstraße das
"Klimaglücksrad". Passanten drehen an dem Rad, das ihn mehrere
"Gradzonen" eingeteilt ist. Danach werden sie informiert, welche
Auswirkung eine Klimaerwärmung mit der von ihnen erdrehten Gradanzahl
hätte. "Wenn es in Durban nicht bald zu verbindlichen Entscheidungen
kommt, wird dieses Glücksspiel bald zum realistischen Szenario
werden."

GLOBAL 2000-Klimaexperte Johannes Wahlmüller ist unterdessen als Teil
der österreichischen Delegation bei der UN-Klimakonferenz in Durban
vor Ort. Er betont: "Es geht um die Zukunft des gesamten
UN-Prozesses. Die EU soll hier ein Zeichen setzen und das
Kyoto-Protokoll ratifizieren. Es wäre keine zusätzliche Anstrengung
damit verbunden, würde aber zeigen, dass die EU es ernst meint."

Wahlmüller erklärt weiter: "Gleichzeitig muss es gelingen, den Green
Climate Fund aufzusetzen - ein Versprechen von Cancun, das endlich
eingelöst werden soll. Dieser Fonds muss umgehend befüllt werden,
damit so bald wie möglich die Arbeit zum Klimaschutz aufgenommen
werden kann. Besonders Afrika, das heute schon stark von der globalen
Erwärmung betroffen ist, kann nicht länger auf Unterstützung warten."
Der Klimaexperte warnt eindringlich vor den Schlupflöchern, die in
ein kommendes Klimaregime eingebaut werden sollen: "Es liegen
Vorschläge auf dem Tisch, die die Ziele der Industrienationen auf
Null reduzieren würden. Das darf die EU nicht akzeptieren: Man kann
nicht glaubhaft weiterverhandeln, wenn man seine eigenen Ziele nur
über Schlupflöcher erreichen will."

Konkret handelt es sich bei den Schlupflöchern einerseits um die
Waldbilanzierung (LULUCF) und andererseits um sogenannte "Hot Air":

- In Sachen Waldbilanzierung hat der auch von Österreich
unterstützte Vorschlag völliges Chaos ausgelöst. Eigentlich sollte
jedes Land Emissionen aus der Waldnutzung korrekt bilanzieren. "Jetzt
soll sich aber jedes Land einen Referenzwert für 2020 setzen - und
nur die Abweichung von diesem selbst gesetzten Szenario soll
bilanziert werden", erklärt Wahlmüller: "Zusätzlich verwendet jedes
Land seine eigene Bilanzierungsmethode, einige Länder scheinen das
auszunutzen - Russland konnte Experten zufolge beispielsweise über
diese Bilanztricks einen großen Teil seiner Ziele erreichen. Möglich
wird das, wenn die selbst erstellten Szenarien einfach so gesetzt
werden, dass viele Gutschriften generiert werden - Millionen Tonnen
CO2 können so aber unbilanziert in die Atmosphäre gelangen. Für
Österreich kann es kein Ziel sein, CO2-Emissionen einfach nur zu
verstecken, anstatt sie zu reduzieren - denn CO2 lässt sich nicht
wegbilanzieren."

- Einige Staaten haben große Überschüsse an Zertifikaten angehäuft,
die für die jetzige Kyoto-Periode von 2008-2012 gelten. Nun wird
gefordert, dass diese Überschüsse in die nächste Kyoto-Periode
übertragen werden können: "Passiert das, würde das die Ziele der
Industriestaaten völlig verwässern", sagt Wahlmüller. Zertifikate im
Wert von über einer Milliarde Tonne CO2 (!) drohen überzuschwappen:
"Unterschreibt nun die EU ein Kyoto-Protokoll, das diese Erlaubnis
enthält, würde man aus Durban sogar mit weniger Ambitionen
hinausgehen als man hineingegangen ist. Das kann nicht das Ziel der
EU sein: Wir brauchen MEHR Anstrengungen im Klimaschutz und nicht
weniger!", so Wahlmüller.

Österreichs Umweltminister Nikolaus Berlakovich hat in den Augen von
GLOBAL 2000 die Aufgabe, sich für ein Klimaschutzabkommen
einzusetzen, das diesen Namen auch verdient. "So kann er innerhalb
Europas Leadership zeigen und höhere Ziele unterstützen."

Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000
Nunu Kaller/Simonne Baur
Tel.: +43 699 1 42000 20/ +43 699 1 42000 23
mailto:[email protected]
www.global2000.at

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