- 06.12.2011, 10:41:07
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Grüne zu Neue Mittelschule/NÖ Mittelschule: "Etikettenschwindel" verunsichert LehrerInnen und Eltern!
Weiderbauer/Walser: Kurskorrektur auf Landes- und Bundesebene gefordert!
St. Pölten (OTS) - SP-Schmied bringt 2008/2009 das Modell der
Neuen Mittelschule (= gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen) ins
Spiel und die ÖVP Niederösterreich antwortete prompt mit einem
eigenen NÖ Schulmodell (=gemeinsame Schule der 10- bis 12-Jährigen),
das 2012 von der NÖ Mittelschule (=gemeinsame Schule der 10- bis
14-Jährigen) abgelöst wird und alle Hauptschulen in Niederösterreich
sukzessive ersetzen soll, während im restlichen Österreich die Neue
Mittelschule verankert wird.
Verwirrt? "Dann geht es Ihnen genauso wie den LehrerInnen, Eltern und
SchülerInnen in Niederösterreich", bringt der Bildungssprecher der
Grünen im NÖ Landtag das (Bildungs-)Problem auf den Punkt.
Weil die ÖVP Niederösterreich Vorgaben der Bundesregierung nicht
duldet - und SPÖ-Vorgaben schon gar nicht -, hat sie das SPÖ-Modell
kopiert und NÖ Mittelschule genannt. Damit wird suggeriert und
propagiert, dass Niederösterreich ein eigenes - besseres -
Schuldmodell hat, als es der Bund ausgearbeitet hat. Das ist
schlichtweg falsch und im Sinne einer einheitlichen Bildungsreform
ist die Vorgehensweise der ÖVP Niederösterreich präpotent und
kontraproduktiv", so die Grünen.
Für die Grünen ist klar: "Es braucht keine NÖ Mittelschule neben der
Neuen Mittelschule. Bildung ist zum Spielball zwischen ÖVP und SPÖ,
Spielball zwischen Bund und Land NÖ verkommen", verdeutlich Emmerich
Weiderbauer und fordert von der NÖ Landesregierung eine Kurskorrektur
in Sachen Bildungsreform. "Es geht nicht um parteipolitische
Eitelkeiten, sondern um die Bildung unserer Kinder", setzt
Weiderbauer noch nach.
Eine Kurskorrektur braucht es aber auch auf Bundesebene: Für die
Grünen Bildungssprecher ist die Mittelschule - heißt sie jetzt "Neue
Mittelschule" oder "NÖ Mittelschule" nämlich reiner
"Etikettenschwindel": "Der Gesetzesentwurf zur Einführung der Neuen
Mittelschule an Stelle der Hauptschulen weicht stark vom
ursprünglichen Konzept ab. So ist die ursprünglich versprochene
Durchlässigkeit in höhere Schulen nicht mehr gegeben. Die
SchülerInnen werden wieder wie in der bildungspolitischen Steinzeit
anhand ihrer Volksschulnoten in einen 'A- und B-Zug' eingeteilt.
Selbst der ursprünglich versprochene Unterricht durch AHS- und
BHS-LehrerInnen wurde gestrichen. Was bleibt, ist eine Hauptschule
mit etwas mehr Ressourcen. ", so der Bildungssprecher der Grünen im
Parlament, Dr. Harald Walser.
Beide Modelle wurden bisher nicht evaluiert: "SPÖ und ÖVP behaupten
lediglich, dass sich ihr jeweiliges Modell bewährt hat. Belegen lässt
sich das weder für die Neue Mittelschule, noch für die NÖ
Mittelschule", so die Grünen.
Die Konsequenz?
Die Grünen Bildungssprecher vermuten nun, dass Eltern sich ab 2012
lieber für das bewährte Modell des Gymnasiums, das parallel zur
Mittelschule bestehen bleibt, entscheiden: "Als Elternteil eines
10-Jährigen Kindes das die beste Ausbildung bekommen soll, schicke
ich mein Kind lieber in eine Schule, wo Lehrplan,
Aufstiegsmöglichkeiten, Ressourcen klar gegeben sind. Angesichts der
allgemeinen Verunsicherung durch 2 neue - angeblich unterschiedliche
- Schulmodelle, gibt ein bewährtes System Sicherheit, die richtige
Entscheidung für das Kind zu treffen", so Weiderbauer.
Die Neue Mittelschule hätte ein erster Schritt in Richtung
Bildungsreform sein können: "SP-Schmied und die ÖVP Niederösterreich
führen die Reformschritte allerdings ad absurdum", so die Grünen
Bildungssprecher Walser und Weiderbauer.
Mit dem Modell der Grünen Schule wäre das Problem obsolet: "Eine
gemeinsame Schule der 6 bis 14-Jährigen vereint Volksschule,
Förderstunden für Kinder mit besonderen Bedürfnissen, Hauptschule und
Gymnasium. Die Kinder erhalten individuelle Ausbildung und Betreuung
auf höchstem Niveau, sodass sie mit 14 Jahren selbst entscheiden
können, ob sie weiter die Schule besuchen oder ins Berufsleben
einsteigen wollen. Abgesehen davon würde die Grüne Schule dem Staat
um einiges weniger Geld kosten", erklären die Grünen Bildungssprecher
Harald Walser und Emmerich Weiderbauer abschließend.
Rückfragehinweis:
Grüner Klub im NÖ Landtag
Mag. Kerstin Schäfer
Tel.: Mobil: +43/664/8317500
mailto:[email protected]
http://noe.gruene.at
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