• 05.12.2011, 17:01:31
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"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Heinischs Rechentrick"

Wenn Ministerin & Beamte frohlocken, hat der Steuerzahler nichts zu lachen.

Wien (OTS) - Fritz Neugebauer ist hochzufrieden: "Wir haben unser
Ziel erreicht." Gabriele Heinisch-Hosek rühmt sich: Wir haben nicht
mehr Geld ausgegeben als geplant. Rechnen Politiker wie unsereins
mit Plus und Minus oder regierte in der Krampusnacht das
Hexeneinmaleins? Das Rechenkunststück beim
Beamten-Gehaltsabschluss geht so: 277 Millionen wollte Heinisch
dafür ausgeben. In der Hitze des Gefechts sind es dann 280 Millionen
geworden.
Sei's drum, wenn's wahr wäre. Tatsächlich legte die Regierung
satte zehn Prozent auf den Beamten-Lohnkuchen drauf. Der Trick:
30 Millionen holt sie sich durch Streichung des "Jubiläumsgeldes"
(= vier Monatsgehälter) für Beamte, die in Frühpensionen gehen. Die
eingesparten Millionen werden nicht in den Schuldenabbau, sondern
eins zu eins ins Gehaltspaket 2012 gesteckt. Der Streifenpolizist und
die Pflichtschullehrerin werden sich über die 70 bis 80 Euro im
Monat mehr zurecht freuen (siehe Bericht re.). Aber brauchen
Spitzenverdiener 250 Euro drauf?
In Italien brach zeitgleich die Arbeitsministerin in Tränen
aus. Sie brachte es nicht übers Herz, drastische Pensionskürzungen
zu verkünden. Die bittere Wahrheit hinter der berührenden Episode: Je
später die Politik damit beginnt, desto schmerzlicher fällt das
Sparen aus.

Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
www.kurier.at

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