- 05.12.2011, 09:31:23
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GLOBAL 2000: Klimaverhandlungen in Durban gehen in entscheidende Phase
EU hat Schlüsselposition - Umweltschützer fordern: EU-Umweltminister müssen Führungsrolle übernehmen
Wien (OTS) - Diese Woche bringt die Entscheidung, ob die
Klimaverhandlungen in Durban doch noch ein Erfolg werden können. Eine
Schlüsselposition dazu hat die EU inne: "In Durban fällt
möglicherweise eine Vorentscheidung über den gesamten weiteren
Verlauf der UN-Klimaverhandlungen. Die EU hält es hier in Händen, ob
es eine Zukunft für das Kyoto-Protokoll geben wird oder nicht. Wir
appellieren deshalb an die EU-Umweltminister, mit gutem Beispiel
voranzugehen, und sich auch für höhere Klimaschutz-Ziele auf EU-Ebene
auszusprechen", betont Johannes Wahlmüller, Klimasprecher von GLOBAL
2000.
Die bereits bei den Klimaverhandlungen in Bali 2007 von den
Industriestaaten zugesagte zweite Verpflichtungsperiode des nächstes
Jahr auslaufenden Kyoto-Protokolls ist die zentrale Forderung von
Umweltgruppen und Entwicklungsländern. Wird dieser Forderung nicht
nachgekommen, scheinen Fortschritte in den derzeit schwierigen
Verhandlungen kaum möglich. Es könnte sogar großer Schaden für den
UN-Prozess entstehen, da die ohnehin schwache Vertrauensbasis weiter
geschwächt würde. Laut GLOBAL 2000 würde so ein Schritt von der EU
nicht viel abverlangen: "Denn derzeit bietet die EU nur an, bereits
bestehende Ziele im Kyoto-Protokoll zu verankern. Es würden also
nicht mehr Anstrengungen unternommen als bisher. Das ist nicht
ausreichend", erklärt Wahlmüller.
Dass die Industriestaaten mehr Ambitionen zeigen sollen,
unterstreicht eine Studie des Stockholm Instituts (SEI), die dieses
Jahr präsentiert wurde. Sie zeigt, dass Entwicklungs- und
Schwellenländer derzeit mehr zur Lösung des Problems beitragen als
Industrieländer und größere Anstrengungen im Klimaschutz unternehmen.
"Länder, die mit großen Armutsproblemen kämpfen, tun mehr als der
"reiche Norden" - das ist beschämend," so Wahlmüller. Würden dazu
noch "Schlupflöcher" vorgesehen, was derzeit auf dem Tisch liegt,
könnten sich die Zusagen der Industriestaaten sogar auf Null
reduzieren. "Bilanztricks helfen dem Klima aber nichts. Statt
Schlupflöcher zu schaffen, sollte die EU eine Führungsrolle einnehmen
und ihre Klimaziele in Einklang mit den UN-Beschlüssen bringen, um
unkontrollierbaren Klimawandel zu vermeiden. Das bedeutet ein
Reduktionsziel von 40 Prozent bis 2020," rechnet Wahlmüller vor.
Die EU zeigt derzeit nur schwache Klimaschutzambitionen. So ist etwa
die Hälfte des Ziels, die Treibhausgasemissionen um 20 Prozent bis
2020 zu senken, heute schon erreicht. Gleichzeitig entspricht es auch
nicht dem fairen Beitrag, den die Industrieländer zu leisten haben:
Die UNO gibt an, dass Industriestaaten ihre Reduktionsziele in der
Bandbreite von 25 bis 40 Prozent festlegen sollen. Bis dato haben
sich sieben europäische Umweltminister, darunter der deutsche Norbert
Röttgen, bereits für höhere Ambitionen auf EU-Ebene ausgesprochen,
Österreich ist bis dato dagegen: "Wir appellieren an Umweltminister
Berlakovich, einer Zielerhöhung auf EU-Ebene nicht länger im Weg zu
stehen," so Wahlmüller abschließend.
Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000
Nunu Kaller/Simonne Baur
Tel.: +43 699 1 42000 20/ +43 699 1 42000 23
mailto:[email protected]
www.global2000.at
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