Roland Berger-Studie "Purchasing Excellence"

Risikomanagement im Einkauf als prioritäre Aufgabe gegen Preis-, Rohstoff- und Währungsrisiken

München (OTS) -

  • Nach der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 und 2009 gewinnt der Einkauf weiterhin an Bedeutung
  • Führende Industrien beim Risikomanagement im Einkauf sind Automobilbau, Handel und Elektronik
  • Die Akzeptanz des Einkaufs im Unternehmen nimmt zu: 54 Prozent sehen den Einkauf auf Augenhöhe mit Funktionen wie Finance und Sales & Marketing
  • Zentrale Rolle des Einkaufs, um Preis-, Rohstoff- und Währungsrisiken vorzubeugen
  • Einkauf unterstützt die Performance-Optimierung der Unternehmen -wichtige Auswirkungen auf Kostenverbesserung und Working Capital

Die Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 hat auch den Bereich Einkauf und Beschaffung in den Unternehmen beeinflusst. So sehen mehr als zwei Drittel der Firmen das Risikomanagement als prioritäre Aufgabe des Einkaufs, um sich gegen Lieferanten-, Rohstoff- und Währungsrisiken abzusichern. Entsprechend nimmt die Akzeptanz des Einkaufs im Unternehmen stetig zu: 54 Prozent der Führungskräfte geben an, der Einkauf arbeite mit anderen wichtigen Unternehmensfunktionen auf Augenhöhe. Vorreiter sind dabei die Industriebereiche Automobilbau, Handel und Elektronik. Das sind die Ergebnisse der Studie "Purchasing Excellence" von Roland Berger Strategy Consultants, für die rund 500 Geschäftsführer, COOs und Einkaufsleiter weltweit befragt wurden.

"Die Wirtschaftskrise und die Volatilität der Märkte haben auch den Einkauf in den Unternehmen weltweit beeinflusst", sagt Axel Schmidt, Senior Partner von Roland Berger. "Der Trend geht daher verstärkt in Richtung Risikomanagement: Die Bereiche Einkauf und Beschaffung werden zunehmend genutzt, um sich gegen Währungsschwankungen oder Lieferantenrisiken abzusichern."

Bedeutung des Einkaufs nimmt zu

Die neue Studie zeigt deutlich, dass die Bedeutung des Einkaufs für Unternehmen stetig wächst: Auf allen drei Handlungsebenen -Strategie, Performance und Voraussetzungen - sind deutliche Verbesserungen im Vergleich zu den Vorjahren zu erkennen. Dabei lassen sich 15 wesentliche Trends erkennen, wie etwa die zunehmende Akzeptanz des Einkaufs in den höheren Unternehmensetagen. So genießt der Einkauf in 77 Prozent der Fälle eine breite Unterstützung auf Führungsebene. Bei 58 Prozent der Befragten verantwortet der Einkauf mittlerweile cross-funktionale Projekte, um Kosten zu optimieren -das ist ein Zuwachs von 12 Prozentpunkten im Vergleich zu 2009.

Absicherung gegen Preis-, Rohstoff- und Währungsrisiken

Eine der wichtigsten Funktionen, die dem Einkaufsmanagement zugeschrieben wird, ist jedoch das Managen von Preis-, Rohstoff- und Währungsrisiken - vor allem bei der Anschaffung von Produktionsmaterial. So übernimmt der Einkauf diese Funktion in knapp 70 Prozent der Fälle bei Produktionsmaterial und 46 Prozent bei Nicht-Produktionsmaterial. "Einkaufmanager spielen eine außerordentlich wichtige Rolle im Unternehmen, wenn es darum geht, Preis-, Rohstoff- und Währungsrisiken vorzubeugen", erklärt Roland Schwientek, Partner von Roland Berger. "Denn durch ihre engen Kontakte zu den Lieferanten und durch ihre guten Kenntnisse des Rohstoffmarktes, sind sie in der Lage, bestimmte Risiken aufzuspüren und zeitig zu handeln."

So führen über 80 Prozent der Befragten regelmäßig Lieferanten-Audits, um von anstehenden Preiserhöhungen zeitig zu erfahren. 62 Prozent der Unternehmen bauen sich Beschaffungsalternativen auf, um steigenden Preisen bzw. Währungsschwankungen entgegenzuwirken. Dabei achten Firmen auch zunehmend auf die Nachhaltigkeit bei den gelieferten Materialien -vor allem beim Produktionsmaterial genießt das Thema Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert (74%).

Einkauf unterstützt die Performanceoptimierung

Ein optimales Einkaufsmanagement hilft Unternehmen zudem, ihre eigene Performance zu steigern. So erfüllt der Einkauf zum Beispiel eine wichtige Rolle beim Supply Chain Financing (68%). "Seit der letzten Finanzkrise genießt die Optimierung des Working Capital eine hohe Priorität in den Unternehmen", sagt Schwientek. "Dabei kann der Einkauf die Zahlungsbedingungen, die Frequenz der Lieferung sowie verschiedene Skonto-Möglichkeiten stark beeinflussen. Und das wirkt sich wiederum positiv auf das Working Capital der Firma aus."

Deshalb binden Unternehmen immer öfter ihre Lieferanten früh in verschiedene Prozesse ein, um bessere Ergebnisse zu erzielen. Knapp 80 Prozent der Befragten beteiligen strategisch wichtige Lieferanten bei ihrem Innovationsprozess. Bei Kostenoptimierungen setzen 63 Prozent der Unternehmen auf eine enge Kooperation mit ihren Lieferanten im Bereich der Produktionsmaterialien; bei Nicht-Produktionsmaterialien sind es lediglich 37 Prozent. "Unternehmen setzen bei der Kostenoptimierung zunehmend auf anspruchsvolle Hebel wie standardisierte technische Lösungen, die Verbesserung von Produkt- und Servicekosten sowie die Fokussierung auf strategische Lieferanten", erklärt Axel Schmidt.

Dabei nimmt der Fokus der internationalen Beschaffungsaktivitäten weiter zu - bei Produktionsmaterialien liegt der Anteil der globalen Beschaffung bereits bei 63 Prozent. Hier spielen die Anforderungen an das Logistiknetz der jeweiligen Unternehmen (87%) sowie die geografische Nähe an den einzelnen Standorten (69%) eine besonders wichtige Rolle.

Die Studie können Sie kostenlos herunterladen unter:
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