Diakonie: Preisverleihung Ohrenschmaus 2011: "Ich schreibe, damit ich meine eigene Welt anderen zeigen kann"

Ruth Oberhuber, Peter Gstöttmeier und Reinhard Schmidt heißen die diesjährigen GewinnerInnen des Literaturpreises

Wien (OTS) - Die Diakonie Österreich beglückwünscht ganz herzlich Ruth Oberhuber zum Hauptpreis des Literaturpreises in der Kategorie Lyrik. Ruth Oberhuber ist schon die zweite Künstlerin, die im Diakoniewerk Gallneukirchen beschäftigt ist, die einen Hauptpreis erringen konnte.

"Ich schreibe, damit ich meine eigene Welt anderen zeigen kann", beschreibt Ruth Oberhuber ihre Motivation. Die 18-jährige Linzerin überzeugte die Jury mit dem Gedicht "Der Durchbruch des Kindes in mir", in dem sie mit poetisch starken Worten vom Erwachsenwerden und dem Von-Zuhause-Ausziehen erzählt. "Ich wollte sehen, ob ich leben kann", schreibt Ruth Oberhuber, und hat es schon bewiesen, obwohl es nicht immer leicht und einfach ist, "wenn der Wind eisfischen geht" und es "Regen, Nebel - dann wieder Sonne und Licht" gibt.

Die Hauptpreise für Lebensberichte und Prosa

Peter Gstöttmaier, ausgezeichnet mit dem Hauptpreis in der Kategorie Lebensberichte, ist 1962 geboren und in Oberösterreich aufgewachsen. Seine selbständige Lebensführung ist ihm ein großes Anliegen und er hat sie mit viel Hartnäckigkeit durchgesetzt. "Peter hat rückblickend sehr viel erreicht, was vorher nicht denkbar gewesen wäre", schreibt seine Schwester Heidemarie Pölzguter, die seinen Siegertext "Söbständi" eingereicht hat.

Reinhard Schmidt, ausgezeichnet mit dem Hauptpreis in der Kategorie Prosa, wurde 1963 in Hannover geboren, wo er auch lebt und arbeitet. Er hat mit seinem preisgekrönten Text "Ascheimer" vor allem auf die "Zuwendung" hingewiesen, die für einen Menschen mit Behinderung wie ihn so wichtig, und so schwer zu bekommen ist. "Die Texte von Reinhard Schmidt zeigen, dass Menschen wie er unglaubliche Hindernisse im Alltag auf sich nehmen, um diese Zuwendung zu bekommen", so Heinz Janisch in seiner Laudatio.

Preis zum fünften Mal vergeben

Der Literaturpreis Ohrenschmaus wurde heuer zum fünften Mal in den Kategorien Prosa, Lyrik und Lebensberichte im Wiener Museumsquartier vergeben. "Dieser Literaturpreis ist ein Kulturprojekt - und kein Sozialpreis - und soll das öffentliche Bild von behinderten Menschen nachhaltig verändern," so die Organisatoren. Bei der diesjährigen Preisverleihung am Dienstag, 29. November 2011 wurden die Siegertexte moderiert von Barbara van Melle und Ronny Pfennigbauer, im Wiener Museumsquartier prämiert.

Die Jury des Ohrenschmauses bestehend aus Felix Mitterer (Ehrenschutz), Eva Jancak, Barbara Rett, Andrea Stift, Heinz Janisch, Ludwig Laher und Kurt Palm hat heuer folgende SiegerInnen auserkoren:
Peter Gstöttmaier mit dem Text "Söbständi" (in der Kategorie Lebensberichte), Reinhard Schmidt mit "Ascheimer" (in der Kategorie Prosa) sowie Ruth Oberhuber mit "Der Durchbruch des Kindes in mir" (in der Kategorie Lyrik).

"Was gute Literatur ist? Sie muss mich berühren und ich muss dabei Neues erfahren. Und was auch noch bei den Ohrenschmaus-Texten zusätzlich auffällt, sie sind unglaublich witzig. Das ist gute Literatur", betonte Felix Mitterer, Schirmherr des Literaturpreises Ohrenschmaus, bei der gestrigen Preisverleihung.

Das Buch zum Ohrenschmaus!

Besonders stolz sind die Partnerorganisationen Caritas, Diakonie, Jugend am Werk, Lebenshilfe und Vienna People First auf das druckfrische Ohrenschmaus-Buch, das die besten eingereichten Texte aus insgesamt fünf Jahren versammelt. Es ist als ideales Weihnachtsgeschenk ab sofort im Buchhandel (Verlag der Provinz) erhältlich und kostet 18 Euro.

Folgende Diakonie-KünstlerInnen sind im Ohrenschmaus-Buch vertreten: Jürgen Ceplak von der Diakonie De La Tour mit seinem Gedicht "Die Liebe riecht wie Erdbeeren mit Schlag", Stefan Mann von der Theatergruppe Malaria im Diakoniewerk Gallneukirchen, Preisträger 2010, und Ruth Oberhuber als diesjährige Preisträgerin.
Für den "Ohrenschmaus" wurde eine eigene Zotterschokolade aufgelegt, auf deren Banderole der Text von Ruth Oberhuber abgedruckt ist.

Texte zum Nachlesen im Internet

Alle eingereichten Ohrenschmaus-Texte sind im Internet unter www.ohrenschmaus.net zu finden, und die LiteratInnen-Community freut sich über Fans auf facebook "Literaturcafe Ohrenschmaus".

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Dr. Roberta Rastl-Kircher, Diakonie Österreich, Presse und Öffentlichkeitsarbeit
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