- 30.11.2011, 11:53:48
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Feinstaub in Innenräumen
Aktuelle Diskussion vernachlässigt die Bedeutung und Relevanz der Feinstaubbelastung in Innenräumen
Wien (OTS) - Die aktuellen Feinstaubbelastungen der letzten Wochen
in der Außenluft brachten nicht nur gesundheitliche Risiken für die
Bevölkerung mit sich, sondern lösten eine heftige Diskussion zur
Verringerung und Vermeidung von Feinstaub aus. Besonders vom
Feinstaub betroffen waren und sind dabei tiefer gelegene
Ballungsräume wie zum Beispiel Graz, Wien oder Klagenfurt. Dabei
kommt es in Beckenlagen zur sogenannten Temperaturinversion: Die
obere Luftschicht über der Stadt ist wärmer als die darunterliegende
Luftschicht, wodurch Luftschadstoffe nicht aufsteigen und sich in den
oberen Schichten verteilen können.
Diskussion greift zu kurz
Dabei reduziert sich die Feinstaubdiskussion oft auf
unterschiedlichste Ansätze und Maßnahmen wie beispielsweise
Umweltzonen, autofreie Tage bis hin zur Reduktion der eigenen
Heizintensität bzw. lässt die Frage offen, wer nun der
Hauptverursacher der Belastung ist. Was allerdings kaum bekannt ist
und in der Diskussion vernachlässigt wird, ist die Tatsache, dass die
Luft in Innenräumen um ein Vielfaches stärker verschmutzt sein kann
als die Außenluft. Einerseits kommt Feinstaub durch die Außenluft in
die Innenräume. Andererseits verursachen wir einen guten Teil von
Feinstaub selbst. Während Hauptverursacher für erhöhte Feinstaubwerte
der Außenluft der Verkehr, der Hausbrand, die Energieversorgung,
Bautätigkeit, die Landwirtschaft und die Industrie sind, wird der
Innenraum durch hausgemachte Verbrennungsprozesse belastet. Dies sind
vorwiegend Zigarettenrauch, brennende Kerzen und Räucherstäbchen,
Gasflammen, offene Kamine etc. Aber auch Laserdrucker oder Kopierer
zählen zu Emittenten von Feinstaub.
"Falsches Lüftungsverhalten oder fehlende Lüftungssysteme mit
entsprechenden Filtern führen somit zu teils sehr hohen
Belastungswerten durch Feinstaub in Innenräumen und kann für jeden
eine gesundheitliche Gefahr darstellen" so Mag. Thomas Schlatte,
Sprecher der unabhängigen Plattform für gesunde Luft in Innenräumen
"MeineRaumluft.at". "Doch leider verschwindet die Feinstaubdiskussion
zumeist mit dem erlösenden Wetterumschwung!" so Schlatte weiter.
Gesundheitliche Auswirkungen und wie man sich schützen kann
Zu den gesundheitlichen Auswirkungen gehören Allergiesymptome,
Atemwegsbeschwerden, asthmatischen Anfälle bis hin zu Lungenkrebs.
Daneben können auch Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System (z. B.
bis zum Herzinfarkt) festgestellt werden. Kinder und mit
Lungenerkrankung vorbelastete Personen sind dabei besonders
gefährdet.
Tipp: Empfindliche oder gefährdete Personen sollten an Tagen mit
starker Feinstaubbelastung der Außenluft anstrengende Tätigkeiten im
Freien vermeiden. In Innenräumen ist darauf zu achten, dass nicht
geraucht wird oder andere Feinstaubquellen zu stark aktiviert werden
(z.B. Kerzen). Für ausreichende Luftaustauschrate ist durch
regelmäßige Stoßlüftung zu sorgen und bei Einsatz von automatischen
Wohnraumlüftungssystemen ist darauf zu achten, dass hochwertige
Filter eingesetzt werden.
Facts
- Wir verbringen bis zu 90 Prozent unserer Zeit in Innenräumen - Kinder sind weitaus sensibler als Erwachsene, was die Luftverschmutzung betrifft - Nach WHO-Aussagen verkürzt sich infolge des Feinstaubes die durchschnittliche Lebenszeit aller Europäer im Mittel um 8,6 Monate. - Die Luft in unseren Innenräumen kann ein vielfaches verschmutzter als die Außenluft sein - In Büros, Wohnungen und Schulen dringt verschmutze Luft aus dem Außenbereich ein, aber wir verursachen Luftverschmutzung in Innenräumen durch unser eigenes Verhalten auch selbst
"Saubere Luft ist ein Menschenrecht und sollte auf der politischen
Tagesordnung stehen und nicht nur thematisiert werden, wenn eine
aktuelle Wetterlage für Luftverschmutzung sorgt. Die Raumluftqualität
sollte dauerhaft und permanent als wichtiger Faktor für die
öffentliche Gesundheit betrachtet werden" bringt Ing. Sascha Deifel
von Camfil Austria - ein Partner der Plattform MeineRaumluft.at - die
aktuelle Diskussion auf den Punkt.
Indikatoren für eine gesunde Raumluft
Neben einer geringen Konzentration an Schadstoffen wie CO2 oder
Feinstaub, sind die Raumtemperatur, die Luftfeuchtigkeit, die
Luftaustauschrate und der Anteil an Luftionen ein entscheidender
Indikator für ein gutes und gesundes Raumklima.
Über die Plattform
Die Plattform "MeineRaumluft.at" wird von Wissenschaft,
Institutionen mit Bezug zum Thema Raumluft, Forschungseinrichtungen
und Unternehmen getragen. MeineRaumluft.at ist eine unabhängige
Plattform die sich zum Ziel gesetzt hat, die Öffentlichkeit in allen
Fragen rund um das Thema "Gesunde Raumluft" zu sensibilisieren und
damit zu einer spürbaren Verbesserung der Raumluft in Innenräumen
beizutragen. Die Plattform bietet umfassende Informationen zu den
vielfältigen Zusammenhängen zwischen Gesundheit, Wohlgefühl und
Leistungsfähigkeit mit der Qualität der Luft im geschlossenen Raum
und bietet auch die Möglichkeit zum Austausch mit Experten aus
Wissenschaft, Baukunde und dem Gesundheitssektor.
Rückfragehinweis:
Mag. Thomas Schlatte
Sprecher Plattform MeineRaumluft.at
Tel: 0699/13060018
mailto:[email protected]
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