ÖAMTC-Expertenforum "Fahrer-Assistenzsysteme - Gegenwart und Zukunft. Fahrzeug-Sicherheitstechnik bereits ausgereizt?

Assistenzsysteme retten Leben - Club engagiert sich für mehr Sicherheit

Wien (OTS) - In Zusammenarbeit mit dem Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik der TU Wien (IFA) veranstaltet der ÖAMTC heute, Mittwoch, ein Expertenforum zum Thema "Fahrer-Assistenzsysteme - Gegenwart und Zukunft. Fahrzeug-Sicherheitstechnik bereits ausgereizt?". ÖAMTC-Generalsekretär Oliver Schmerold begrüßt internationale Referenten von Bosch, Continental, Volkswagen, Daimler und der FIA (Federation International de l'Automobile).

Weltweit fordern Verkehrsunfälle jährlich mehr als 1,2 Millionen Tote und rund 50 Millionen Verletzte. Fahrerassistenzsysteme retten Leben. Daher setzt sich der ÖAMTC seit Jahren für die Entwicklung neuer und die Weiterentwicklung und Verwendung bestehender Assistenzsysteme ein. So ist ESP dank Club-Engagement bereits seit 1. November für alle in der EU neu typisierten Fahrzeuge Pflicht, ab 2014 müssen alle Neufahrzeuge mit ESP ausgestattet sein. Was ESP für die Fahrsicherheit von Autos bedeutet, ist ABS für Motorräder. Auch hier engagiert sich der ÖAMTC für eine vorgezogene verpflichtende Ausstattung aller neuen Motorräder mit ABS ab 2015. Aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze zur Fahrzeugsicherheit sind auch Thema des ÖAMTC-Expertenforums.

FIA-Engagement für die Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen

Die Entwicklung der Fahrerassistenzsysteme aus Sicht der europäischen Verkehrspolitik und des Verbraucherschutzes steht im Mittelpunkt des Vortrags von Wilfried Klanner von der FIA. Als Dachverband der weltweiten Automobilclubs engagiert sich die FIA neben dem Bereich Motorsport auch in der Förderung und Regelung des internationalen Kraftfahrzeugverkehrs. Im Rahmen dieses Aufgabenbereichs fördert die FIA die Entwicklung und Verbreitung von Fahrerassistenzsystemen, um die Zahl der Verletzten und Getöteten im Straßenverkehr weltweit zu verringern. Der ÖAMTC ist Mitglied der FIA.

Die Zukunft des Autofahrens - Vernetzte Sicherheitssysteme und hochautomatisiertes Fahren

Durch die flächendeckende Einführung z. B. von Anschnallgurten, Knautschzonen, Airbags und ESP konnte die Fahrzeugsicherheit seit den 1950er Jahren deutlich verbessert werden. Weitere Fortschritte werden durch aktive Sicherheitssysteme möglich. Basierend auf Umfeldsensoren wie Radar und Video erkennen diese Systeme Unfallgefahren bereits im Vorfeld und helfen durch aktive Fahrzeugeingriffe, Unfallfolgen zu minimieren oder gar zu vermeiden. In seinem Vortrag "Von der Unfallforschung zu vernetzten Sicherheitssystemen - Wie Technik Leben retten kann" zeigt Thomas Kropf, Robert Bosch GmbH, wie man mit Erkenntnissen aus der Unfallforschung auf systematische Weise neue Sicherheitsfunktionen auslegen und deren Nutzen objektiv bestimmen kann. Er stellt beim ÖAMTC-Expertenforum verschiedene Systeme sowie die dafür notwenige Sensorik und Aktorik vor und gibt einen Ausblick auf künftige Entwicklungen in diesem Gebiet.

Stefan Lüke von Continental Teves demonstriert in seinem Vortrag "Schritte zum hochautomatisierten Fahren" anhand von bestehenden und möglichen zukünftigen Systemausprägungen die Entwicklung von manuellem Fahren über das assistierte Fahren bis hin zu höher automatisierten Fahrfunktionen. Anschließend stellt er ein hochautomatisiertes System vor, das im Rahmen des EU geförderten Forschungsprojektes HAVEit entwickelt wurde. Dabei werden die Umfelderkennung, das HMI-Konzept und die Funktionsausprägung beschrieben.

Potenziale & Grenzen - Fahrzeughersteller beleuchten die automobile Zukunft

Unterschiedliche Assistenzsysteme und die möglichen Auswirkungen auf die automobile Zukunft stehen im Mittelpunkt der letzten Beiträge des ÖAMTC-Expertenforums. Potenziale und Grenzen innovativer Fahrzeug-Sicherheitssysteme ist Thema des Vortrags von Dirk Ockel, Daimler AG.

Mark Gonter präsentiert die automobile Zukunft aus der Sicht der Volkswagen AG: "Fahrerassistenzsysteme tragen zur Verbesserung der Sicherheit und des Komforts bei und können darüber hinaus die energetische Effizienz des Automobils verbessern." Weltweit sind die Unfallzahlen mit Getöteten steigend. Bisherige und neue Sicherheitssysteme werden einen weiteren Beitrag leisten, um das EU-Ziel - die Halbierung der Anzahl der Getöteten im Straßenverkehr -zu erreichen. Dabei werden zukünftige Fahrzeuge nicht nur das Umfeld besser wahrnehmen, sondern auch untereinander kommunizieren. "In Situationen, in denen der Fahrer unterfordert wird, können Komfort-und Effizienzsteigerungen durch automatisierte Fahrfunktionen realisiert werden. In komplexen Situationen, in denen der Fahrer überfordert ist, werden neue Assistenzsysteme den Fahrer unterstützen. Dabei wird das HMI immer wichtiger, damit der Fahrer das Systemverständnis weiterhin behält", prognostiziert Gonter als Schlussreferent beim ÖAMTC-Expertenforum.

Aviso an die Redaktionen: Bildmaterial vom Expertenforum ist im Laufe des Tages unter www.oeamtc.at/presse abrufbar.

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