• 29.11.2011, 15:01:35
  • /
  • OTS0238 OTW0238

Umfrage zeigt: ÖsterreicherInnen wünschen sich im Krankheitsfall einfühlsame Betreuung und Zeit.

Forschung: "Soft Faktoren" beeinflussen den Genesungsprozess

Logo Privatkrankenanstalten

Wien (OTS) - Wien, 29. November 2011 - Eine schwere Erkrankung ist
die größte Zukunftsangst der ÖsterreicherInnen*. Eine aktuelle
Gallup-Umfrage (n=1.000)** im Auftrag des Verbandes der
Privatkrankenanstalten Österreichs zeigt: Für die ÖsterreicherInnen
stehen im Krankheitsfall - nach der hohen Qualität der medizinischen
Betreuung - menschliche Faktoren im Vordergrund. Allen voran
einfühlsame und respektvolle Behandlung (60 %) und die Zeit für
Gespräche mit dem Arzt für Fragen und Aufklärung (53 %). Auf Platz 3
und 4: Die Unterstützung durch eine Ärztin/einen Arzt des Vertrauens
(37 %) und fürsorgliche Pflege (31 %). Auch internationale Studien
zum Thema "Healing Environment" zeigen: Die Rahmenbedingungen in
Krankenhäusern wie menschliche Zuwendung, Qualitätszeit für
Arzt-Patienten-Gespräche oder auch die Anwesenheit der Familie sind
nicht gleichgültig, sondern haben entscheidenden Einfluss auf den
Genesungsprozess der PatientInnen.

Internationaler Forschungstrend: "Healing Environment" und "Patient
Centered Care"

Die Begriffe "Healing Environment" und "Patient Centered Care"
rücken vor allem im angloamerikanischen Raum zunehmend in den
Mittelpunkt der Forschung. "Wir wissen mittlerweile, dass so genannte
"Soft Faktoren" erheblichen Einfluss auf die Genesung der
PatientInnen haben", so Dr. Melanie Neumann, Medizinsoziologin und
wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Witten/Herdecke. Der
Einfluss so genannter Soft Faktoren ist in objektiven
Outcome-Parametern messbar: Patienten schlafen besser, brauchen
weniger Schmerzmittel und gehen früher nachhause. Sogar eine
verbesserte Immunabwehr durch einfühlsame
Arzt-Patienten-Kommunikation konnte in Studien gezeigt werden (s.
Beiblatt zur Studienlage). "Diese Ergebnisse zeigen sehr deutlich:
Die Rahmenbedingungen in Krankenhäusern sind nicht gleichgültig.
Unser Ziel sollte sein, PatientInnen eine Umgebung zu bieten, in der
sie alle ihre physischen und psychischen Kräfte mobilisieren können,
um gesund zu werden oder ihre Erkrankung bestmöglich zu bewältigen."

95 % der ÖsterreicherInnen sind sicher: Umfeld hilft gesund zu
werden.

Auch die ÖsterreicherInnen sind sich sicher, dass neben der
medizinischen Betreuung im Krankheitsfall noch andere Faktoren
zählen: Ganze 95 % der ÖsterreicherInnen sind der Meinung, dass
"menschliche Zuwendung hilft, schneller gesund zu werden". Ebenso
viele meinen, dass sich eine Erkrankung in einem angenehmen Umfeld
leichter ertragen lässt (95 % stimmen zu). Fast ebenso wichtig ist
mit 94 % die Begleitung durch eine Ärztin/einen Arzt des Vertrauens.
"Es ist Zeit, dass wir uns auch in Österreich mit diesen Ergebnissen
auseinandersetzen und uns dahingehend weiterentwickeln", so Prim.
Josef Macher, Präsident des Verbandes der Privatkrankenanstalten
Österreichs.

Studien zeigen: "Soft Faktoren" fördern Genesungsprozess

Vor allem einfühlsame Kommunikation mit ÄrztInnen zeigt in Studien
eine ganze Reihe objektiver Outcome-Parameter: Patienten berichten
vermehrt über Symptome und Sorgen, wodurch die Diagnosegenauigkeit
erhöht wird. Das bessere Verständnis fördert zudem die Therapietreue
(Compliance), die aktive Mitarbeit der Patienten sowie die
Gesamtzufriedenheit. Emotionaler Distress wird reduziert und die
Lebensqualität der Patienten im Krankenhaus erhöht***. Im Rahmen
einer Untersuchung des Interdisziplinären Schlafmedizinischen
Zentrums der Charité Universitätsmedizin Berlin machen PatientInnen
in erster Linie Zimmernachbarn für die Störung ihrer Schlafqualität
verantwortlich****. Einbettzimmer fördern erholsamen Schlaf und
unterstützen vertrauliche Gespräche mit ÄrztInnen. Auch der Kontakt
zur Natur hat entscheidenden Einfluss: Der Blick ins Grüne (oder
sogar auf Bilder mit Naturmotiven) zeigt positive physiologische,
psychologische, emotionale und kognitive Veränderungen (für Details
s. Beiblatt zu Studienergebnissen). Generelles Ziel des Healing
Environment-Ansatzes ist die Vermeidung von Stressfaktoren und die
Förderung von Entspannung und positiver Ablenkung.

Präferenz für Privatspital: Persönliche Behandlung & Zeit wichtiger
als Komfort

Insgesamt glauben die ÖsterreicherInnen, dass man ihren Wünschen
nach menschlicher Zuwendung und persönlicher Betreuung im
privatmedizinischen Bereich besser gerecht werden kann. Zwei Drittel
(66 %) der österreichischen Bevölkerung würden - wenn Geld keine
Rolle spielen würde - im Falle einer schweren Erkrankung den
Aufenthalt in einem Privatspital vorziehen. Je älter die Befragten,
desto häufiger favorisieren sie die Behandlung in einem Privatspital.
Begründet wird die Präferenz für ein Privatspital (Anm: Offene
Fragestellung) überwiegend mit einer besseren und persönlicheren
Behandlung, während der Patienten mehr Zeit gewidmet wird (58 %).
Erst deutlich dahinter folgt der Komfort (Einzelzimmer, bessere
Ausstattung), der nur für 23 % aller Befragten für die Entscheidung
für ein Privatspital ausschlaggebend ist. "Am wichtigsten ist es den
Menschen sichtlich, in einer Krankheitssituation persönlich gut
aufgehoben und umsorgt zu sein - sowohl von Ärzten als auch durch
Pflegepersonen. Das ist auch die wichtigste Erwartungshaltung an ein
privates Spital im Vergleich zum öffentlichen Gesundheitssystem. Nur
wenn diese Basis gewährleistet ist, schätzt man auch eine angenehme
Umgebung und gutes Essen", so Roswitha Hasslinger, Geschäftsführerin
des Österreichischen Gallup Instituts.

Private Zusatzversicherung

Rund 20% der ÖsterreicherInnen haben eine private
Zusatzversicherung. 71 % der ÖsterreicherInnen geben an, nicht darauf
zu vertrauen, dass die Leistungen des öffentlichen Gesundheitssystems
in 10 Jahren noch dieselben sein werden. Wenn keine
Zusatzversicherung abgeschlossen wird, sind aus Sicht der Bevölkerung
in erster Linie finanzielle Gründe (74%) dafür verantwortlich.

Verband der Privatkrankenanstalten: "Wohlfühlen ist die beste
Medizin"

"Privatkliniken können aufgrund des effizienten
Ressourceneinsatzes das Mehr an Qualitätszeit, persönlicher
Zuwendung, Flexibilität und Wohlfühl-Umgebung zu ermöglichen. Wir
möchten die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema Healing
Environment und Patient Centered Care zum Wohl der Patienten aktiv
nutzen und uns in diesem Bereich laufend weiterentwickeln", so Mag.
Cornelia Obermeier, Generalsekretärin des Verbandes. So
unterschiedlich Österreichs Privatkliniken auch sind, eines haben
alle gemeinsam: Der Anspruch der "Patient Centered Care" steht an
erster Stelle. Sichtbar werden erste Aktivitäten in den gemeinsam
erarbeiteten "10 Grundsätzen der privaten Medizin". "Die 10
Grundsätze der privaten Medizin sind ein gemeinsames Leitbild, dem
sich alle Mitglieder des Verbandes der Privatkrankenanstalten
Österreichs verpflichten", so Mag. Obermeier. Auch die
Patientenbroschüre "Wohlfühlen ist die beste Medizin" greift das
Thema auf. "Wir verfolgen aktiv die internationale
Forschungsentwicklung und werden die "Learnings" unseren Mitgliedern
u.a. in Form von Fortbildungen zugänglich machen." Prim. Macher
ergänzt: "Gesundheit kann man nicht kaufen. Was wir allerdings
anbieten können, ist die Sicherheit, bestmöglich umsorgt zu werden."

*    Generali Zukunftsstudie 2011
**   n= 1.000 ÖsterreicherInnen, face to face, Befragungszeitraum = 
     Oktober/November 2011
***  Neumann M, Bensing J, Mercer S, Ernstmann N, Ommen O, Pfaff H 
     (2009). Analysing the "nature" and specific effectiveness" of 
     clinician empathy:  A  theoretical overview and contribution 
     towards a theory-based research agenda.  Patient Education & 
     Counseling, 74: 339-346
**** I. Fietze, D. Wiesenäcker, A. Blau and T. Penzel. Sleep Quality 
     in a hospital and effects of noise. Somnologie 12/2. 2008, 167-
     175

Sämtliche Unterlagen zur Pressekonferenz können Sie hier downloaden:
http://www.exakt-pr.at/uploads/vpk.zip

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:

eXakt PR GmbH
   Pressestelle des Verbandes der Privatkrankenanstalten Österreichs
   Dr. Andrea Hasner
   Tel.: +43 (0)1-890 27 76-12
   mailto:[email protected]
   http://www.exakt-pr.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | EXA

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel