- 28.11.2011, 11:35:56
- /
- OTS0090 OTW0090
GLOBAL 2000 deckt auf: EU-Kommission finanziert Forschungen zur Lebensdauerverlängerung bestehender Atomreaktoren
EU-Forschungskommissar Johannes Hahn genehmigt nukleares Forschungsprojekt um 2,45 Milliarden Euro für die Tschechische Republik
Wien (OTS) - Das Projekt SUSEN (SUStainable ENergy) soll die
Lebensdauerverlängerung bestehender Reaktoren von Atomkraftwerken um
20 - 40 Jahre und den Übergang auf Reaktoren der Generation IV nach
2030 ermöglichen. Generation IV ist der Versuch, alte, nicht
funktionierende Reaktorkonzepte als neu zu verkaufen.
Doch dessen nicht genug: Der zuständige Forschungskommissar Johannes
Hahn entschied sich für ein Projekt, dass vollkommen konträr zu den
aktuellen Entwicklungen der EU und weltweit steht. GLOBAL
2000-Atomexpertin Patricia Lorenz ist empört: "Was sich zunächst wie
eine Fehlmeldung oder Botschaft aus der Vergangenheit anhört, ist die
Investition der EU in die Zukunft! Die aktuelle Kraftwerksflotte wird
auf EU-Kosten "beforscht", um neue Papierberge zu produzieren, die
eine Verlängerung von Dukovany und Temelin "wissenschaftlich" bzw.
vielmehr politisch rechtfertigen. Klar ist eines: Ein altes
Atomkraftwerk wird nicht sicherer. Jedes Jahr Betrieb ist wieder ein
Jahr mehr Risiko, die Materialalterung ist nicht in den Griff zu
bekommen."
Das Projekt plant nicht nur die Lebensdauer der jetzt modernen
Reaktoren der Generation III zu verlängern, sondern auch der
Generation II, also aller seit den 70er Jahren in Betrieb genommenen
Reaktoren. "Die sogenannte Generation IV- Reaktoren sind
Papiertiger, nämlich der Versuch, alte Reaktorkonzepte als neu wieder
auf den Markt zu bringen oder zumindest die Forschungsgelder nicht
versiegen zu lassen. Vollkommen unhaltbar ist die Annahme des
Projekts SUSEN, die beforschten Reaktoren der Generation IV würden ab
2030 zum Einsatz kommen", betont Lorenz: "Das Geld für das Projekt
kommt obendrein nicht aus EURATOM, sondern aus dem
EU-Regionalförderungsfonds."
Fast ebenso unglaublich: Es gibt keine internationalen
Projektpartner, denn dieses Projekt soll vom tschechischen
Nuklearforschungsinstitut Rez mit geringer Beteiligung der
Universität Westböhmen (CR) in Pilsen durchgeführt werden: "Wir
appellieren an Forschungskommissar Johannes Hahn, die Zukunft der EU
zu finanzieren, und nicht die tschechische Nuklearindustrie mit
europäischen Steuergeldern künstlich zu beatmen", betont Lorenz
abschließend.
Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000
Nunu Kaller/Simonne Baur
Tel.: +43 699 1 42000 20/ +43 699 1 42000 23
mailto:[email protected]
www.global2000.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GLL






