- 28.11.2011, 08:53:03
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UN-Klimakonferenz: Auf dem Weg zu einem schlüpfrigen Klimaabkommen?
GLOBAL 2000 warnt: EU macht auf Klimakonferenz ein "unmoralisches Angebot"
Durban (OTS) - Heute startet die Klimakonferenz in Durban,
Südafrika. Ein Jahr vor dem Ende des Kyoto-Protokolls könnten hier
wichtige Entscheidungen fallen. So steht insbesondere die Zukunft des
Kyoto-Protokolls zur Diskussion: "Die EU ist zwar bereit, das
Kyoto-Protokoll zu unterschreiben, aber nur, wenn auch eine Vielzahl
an Schlupflöchern geschaffen wird. Das würde die ohnehin niedrigen
Ziele vollends verwässern," erklärt Johannes Wahlmüller,
Klimasprecher von GLOBAL 2000, in Durban. "Statt einer Diskussion um
Schlupflöcher brauchen wir dringend angemessene Anstrengungen aller
Staaten. Leider ist Führungsstärke seitens der Industrienationen
nicht in Sicht," betont Wahlmüller. Stattdessen versucht man sich
schon im Vorfeld, großzügige Bedingungen zu schaffen.
Konkret stehen folgende "Schlupflöcher" zur Diskussion:
Schaffung von "neuen Marktmechanismen": Über die Schaffung von neuen
"Kohlenstoffmärkten" soll es möglich werden, noch mehr
"CO2-Zertifikate" zuzukaufen, anstatt im Inland wirklichen
Klimaschutz zu betreiben. "Wir stehen dem sehr kritisch gegenüber,
damit werden nur neue Möglichkeiten geschaffen, Klimaschutz im Inland
zu umgehen," erklärt Wahlmüller.
Kreative Waldbilanzierung: Ein Teil der Verhandlungen betrifft die
Bilanzierung von Emissionen aus der Waldnutzung. Hier werden Methoden
vorgeschlagen, die nicht die realen Emissionen abbilden und
CO2-Emissionen von bis zu 450 Millionen Tonnen CO2 verstecken
könnten. Österreich war leider eines der Länder, das diesen Ansatz
vorantrieb und hat dafür vor zwei Jahren die Negativauszeichnung
"fossil of the day" von hunderten NGOs kassiert. "CO-Emissionen in
den Bilanzen zu verstecken hilft leider dem Klima gar nichts und ist
daher abzulehnen," stellt Wahlmüller fest.
"Heiße Luft": In einigen Staaten vor allem in Osteuropa hat sich eine
Menge "heißer Luft" angesammelt. Gemeint sind große Mengen an
Überschusszertifikaten, die diese Staaten halten. Zertifikate in Höhe
von bis zu 1,6 Milliarden Tonnen CO2 könnten die Ziele völlig
verwässern. "Wir fordern Umweltminister Berlakovich auf, sich
unmissverständlich dafür einzusetzen, dieses Schlupfloch zu
schließen," so Wahlmüller.
Zusammengenommen passen in diese "Schlupflöcher" fast die gesamten
bestehenden Zusagen der Industriestaaten. "Das bedeutet, dass die
Industriestaaten - inklusive der EU - hier in Wahrheit wenig mehr als
Nichts anbieten, dafür aber ihrerseits von den Entwicklungsländern
rechtlich verbindliche Reduktionsziele fordern. Wie dieses Angebot
aufgenommen wird ist absehbar, denn immerhin haben sich die
Industrienationen schon in Bali 2007 dazu bereit erklärt, ein
Nachfolgeabkommen für Kyoto zu unterzeichnen. Jetzt will man davon
nichts mehr wissen oder stellt harte Bedingungen. Wir fordern
Umweltminister Berlakovich deshalb auf, sich ohne wenn und aber für
das Kyoto-Protokoll auszusprechen und auf EU-Ebene eine Erhöhung der
Klimaziele zu unterstützen, damit gefährlicher Klimawandel auch
wirklich vermieden werden kann," betont Johannes Wahlmüller
abschließend.
Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000
Nunu Kaller/Simonne Baur
Tel.: +43 699 1 42000 20/ +43 699 1 42000 23
mailto:[email protected]
www.global2000.at
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