• 24.11.2011, 19:30:37
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Unentschieden. Kommentar von Daniel Freudenreich

Essen (ots) - Die Neuregelung zur Organspende ist kein großer Wurf,
aber um Längen besser als das, was wir haben. Es kann nicht sein,
dass rund drei Viertel der Deutschen für die Organspende sind, aber
nur 25 Prozent dafür infrage kommen - weil sie einen Spendeausweis
besitzen und der Rest nicht. Wenn die Bürger künftig mehrmals zur
Spende befragt werden, kann dies nur hilfreich sein. Dennoch ist es
heikel, dass es keine Pflicht zur Antwort gibt. Das kann dazu führen,
dass man den Entschluss auf die lange Bank schiebt. Das ist nicht nur
unfair gegenüber den 12000 Menschen, die auf ein Organ warten. Wer
sich nicht beizeiten äußert, der bürdet auch seinen eigenen
Angehörigen im Ernstfall eine extreme Last auf. Denn dann müssen sie
entscheiden. Da die Koalitionsspitzen keinen Zwang ausüben wollen,
sollten sie wenigstens dafür sorgen, dass die Bürger regelmäßig
befragt werden. Auch bei der Ausgabe des Führerscheins. Alles in
allem wäre die Widerspruchslösung effektiver. Hier wäre jeder ein
potenzieller Spender, der nicht widerspricht. Den Gegnern wäre es
zumutbar gewesen, einmal "Nein" zu sagen.

Rückfragehinweis:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
[email protected]

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