Wiener Landtag - Berger-Krotsch/Vana: "Wien schafft Einkommenstransparenz"

Novelle des Wiener Gleichbehandlungsgesetzes soll Einkommensschere im öffentlichen Dienst schließen

Wien (OTS/SPW-K) - "Mit der - anonymisierten und nach
Berufsfeldern gegliederten - Veröffentlichung der Gehälter der rund 65.000 Bediensteten setzt die Stadt Wien einen wichtigen Schritt zu mehr Transparenz und zu mehr Gerechtigkeit", hielten SP-Landtagsabgeordnete Nicole Berger-Krotsch und die Grüne Landtagsabgeordnete Monika Vana im heutigen Wiener Landtag fest. Zusätzlich werde es ab 2012 einen jährlichen "Bericht zur Einkommenstransparenz" für die Bediensteten der Gemeinde Wien geben.

"Als gesetzliche Grundlage wollen wir heute eine Novelle zum Wiener Gleichbehandlungsgesetz beschließen", so Berger-Krotsch. Transparenz bei den Einkommen könne zwar nicht direkt für eine Gleichstellung der Gehälter sorgen, spiele aber eine wesentliche Rolle, indem sie bestehende Benachteiligungen sichtbar und dadurch das Setzen konkreter Maßnahmen für mehr Einkommensgerechtigkeit möglich mache, unterstrich die SP-Abgeordnete.

Auch die Arbeitsmarktsprecherin der Grünen Wien Monika Vana sieht in der Novelle einen wichtigen Schritt: "Auch im öffentlichen Dienst gibt es Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen, wenn auch in geringerem Ausmaß als in der Privatwirtschaft. Ziel des Einkommensberichts ist das Schließen der Einkommensschere durch die Entwicklung gegensteuernder Maßnahmen, sowie das Aufzeigen von Benachteiligungen beim Einkommen, etwa durch Teilzeitarbeit."

Konkret heißt es in der Novelle, die heute dem Wiener Landtag zur Beschlussfassung vorgelegt wird: "Nach wie vor verdienen österreichweit erwerbstätige Frauen deutlich weniger als erwerbstätige Männer, wobei dieser Einkommensunterschied nur zum Teil durch unterschiedliche berufliche Merkmale von Frauen und Männern erklärt werden kann. Um Gehaltsunterschiede zwischen weiblichen und männlichen Bediensteten aufzuzeigen und gegensteuernde Maßnahmen ergreifen zu können, soll für den Bereich der Bediensteten der Gemeinde Wien die Gehälter-Transparenz erhöht und ein jährlicher Einkommensbericht erstellt werden."

Der Einkommensbericht soll jährlich bis zum 1. Oktober vorliegen. Er soll die Zahl von Frauen und Männern in den einzelnen Berufsfeldern ausweisen sowie das Median- und Durchschnittseinkommen von Frauen und Männern in den einzelnen Berufen auflisten.

Abschließend betonten die Landtagsabgeordneten, dass die Stadt Wien diesen Weg freiwillig gehe. Öffentliche Einrichtungen seien von der seit heurigen März im Bundesgleichbehandlungsgesetz verankerten Verpflichtung zur Einkommenstransparenz nicht erfasst. "Wir haben uns daher zu einer freiwilligen Selbstverpflichtung entschlossen. Die Stadt Wien will als größte Arbeitgeberin Wiens Vorbild bei Chancengleichheit und Einkommensgerechtigkeit sein", so Berger-Krotsch und Vana unisono. (Schluss) lok

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