Vielfalt der Verhütung - Durchblick im Verhütungsdschungel

Wien (OTS) -

  • Die Österreichische Gesellschaft für Familienplanung informiert
  • Ärztliche Beratung für Verhütungsauswahl ausschlaggebend
  • Neue Initiative "Vielfalt der Verhütung" gestartet
  • Miriam Hie: "Informiert euch über Verhütungsmethoden und trefft eine gute Wahl!"

~

Das ideale Verhütungsmittel muss viele Ansprüche erfüllen: Es sollte absolut sicher und zuverlässig sein, frei von Nebenwirkungen und ohne bleibende Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit. Außerdem sollte es preiswert und einfach in der Anwendung sein und beim Geschlechtsverkehr nicht stören. Heute gibt es eine große Vielfalt unterschiedlicher Verhütungsmethoden, sodass fast jede Frau und jeder Mann die zum persönlichen Lebensstil und den Lebensumständen passende Möglichkeit finden kann.

Miriam Hie - sie präsentiert auf ServusTV das
Kinomagazin "Lichtspiele" und ist durch die Jugendsendung "25 - Das Magazin" im ORF bekannt geworden - weiß, wie wichtig es ist, dass gerade junge Menschen sich auch mit Verstand in eine leidenschaftliche Beziehung einlassen: "Ungewollte Schwangerschaften oder Geschlechtskrankheiten lassen sich vermeiden und das wissen und beherzigen die allermeisten jungen Leute auch. Mir ist es wichtig zu sagen: 'Informiert euch über eure Körper, macht euch schlau über die verschiedensten Verhütungsmethoden und trefft mit eurem Partner eine vernünftige Entscheidung. Dann könnt ihr euch auch mit Spaß fallen lassen!'" Persönlich setzt Hie auf die umfassende individuelle Verhütungsberatung durch den Facharzt bzw. die Fachärztin, um das auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Verhütungsmittel zu finden.

Leider keine Verhütungsvielfalt bei Jugendlichen

Dass der Umgang Jugendlicher mit Verhütungsmitteln zwar noch nie so gut wie heute war, die jungen Leute aber gleichzeitig erhebliche Lücken beim Wissen um die Wirkungsweise hormoneller Verhütungsmethoden haben, davon berichtet Mag.a Sabine Ziegelwanger, Soziologin der ÖGF. Gerade auch neuere Verhütungsmethoden wie Hormonpflaster oder Verhütungsring sind unter Jugendlichen kaum bekannt, obwohl sie oftmals besser geeignet wären als die Pille, die neben dem Kondom am beliebtesten unter den Jugendlichen ist. "Da viele Jugendliche schlicht zu wenig über Verhütung und was bei Verhütungspannen zu tun ist wissen, wäre es notwendig, dass Verhütungsmethoden jugendgerecht vermittelt werden. Das bedeutet etwa im Biologieunterricht auf komplizierte Erklärungen zu verzichten und die Lernmaterialien an die Lebenswelt der Jugendlichen anzupassen. Aber auch zielgruppengerechte, anschlussfähige Informationen an Erwachsene sind nötig, immerhin geben sie das Wissen über Verhütung weiter", so Ziegelwanger.

Hormonell, chemisch oder natürlich?

Die Forschung arbeitet ständig an weiteren Verbesserungen und neuen Methoden, da auch die Ansprüche an die Verhütungsmethoden steigen. Derzeit wird vor allem in Richtung besserer Komfort, einfachere Anwendung, höhere Sicherheit und geringere Hormonbelastung geforscht. Die Pille ist derzeit das am häufigsten verwendete Verhütungsmittel, aber nicht unbedingt das beliebteste. Längst nicht für alle Frauen ist die tägliche Tabletteneinnahme die optimale Wahl, etwa wenn es viele Unregelmäßigkeiten im Tagesablauf gibt oder öfter mal eine Fernreise mit Zeitverschiebung auf dem Programm steht. Wer sich für die Pille entscheidet, muss sie auch diszipliniert jeden Tag in einem gewissen Zeitfenster einnehmen und darf sie nie vergessen, da sonst die Schutzfunktion nachlässt. Dadurch, dass täglich an Verhütung gedacht werden muss, steigt die Wahrscheinlichkeit von Verabreichungsfehlern. Hier setzen einige andere hormonelle Methoden an, die genauso sicher, ebenfalls gut verträglich und teilweise auch bequemer in der Anwendung sind, etwa der Verhütungsring, das Verhütungspflaster, die Hormonspirale oder das Verhütungsstäbchen. Daneben stehen auch chemische Mittel, Barrieremethoden wie etwa das Kondom sowie die natürliche Empfängnisplanung zur Verfügung. "Natürlich hat jede dieser Methoden neben den Vorteilen auch Nachteile, aber je besser man über die biologischen Vorgänge im Körper der Frau und des Mannes weiß, desto besser versteht man die Funktionsweise der einzelnen Verhütungsmittel und kann sie den eigenen Bedürfnissen anpassen", so Dr.in Claudia Linemayr-Wagner, Gynäkologin und Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung (ÖGF).

Europaweite CHOICE-Studie

Die Bedeutung, die dem Arztgespräch bei der Wahl der individuell passenden Verhütungsmethode zukommt, zeigt die CHOICE-Studie (Contraceptive Health Research of Informed Choice Experience), die in zwölf europäischen Ländern durchgeführt wurde. Ziel war es herauszufinden, inwieweit eine gute strukturierte ärztliche Beratung die Entscheidung für eine hormonelle Verhütungsmethode unterstützt. Für das Programm wurden 2.250 österreichische Frauen zwischen 18 und 40 Jahren befragt, die eine Kontrazeptionsberatung wünschen und eine hormonelle Methode in Erwägung ziehen.

Arztgespräch hat Einfluss auf die Wahl der Verhütungsmethode Österreichische Frauen haben der Studie zufolge grundsätzlich eine positive Einstellung zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von kombinierten hormonellen Kontrazeptiva. Univ.-Prof. Dr. Christian Egarter, neuer Leiter der Klinischen Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde Wien: "Ein informatives Beratungsgespräch mit der Ärztin bzw. dem Arzt scheint die Wahl des Verhütungsmittels zu beeinflussen, mehr Frauen wählten nach der Beratung das Verhütungspflaster oder den Verhütungsring." So wurde etwa der Verhütungsring vor der Beratung von 10,4 Prozent der Frauen beabsichtigt, nach der Beratung jedoch von 23,8 Prozent gewählt.

Nach einem umfassenden ärztlichen Beratungsgespräch entscheiden sich der Studie zufolge mehr Frauen für eine hormonelle Alternative zur klassischen Pille. Neben der Empfehlung des Arztes bzw. der Ärztin kristallisierten sich als häufigste Gründe für die Wahl einer Methode eine einfache Anwendung, hohe Sicherheit sowie Bequemlichkeit heraus. Weiters führt die strukturierte Beratung zu einer verbesserten Einnahmekontinuität, da sich eine Patientin so als Co-Therapeutin eingebunden fühlt und den Nutzen der gewählten Methode besser erkennen kann.

Verhütungsberatung kann Schwangerschaftsabbrüche verhindern

Welche große Bedeutung eine gute Verhütungsberatung hat, zeigt auch ein Blick auf das Thema Schwangerschaftsabbrüche: Ungewollte Schwangerschaften führen zu einer hohen Abbruchrate. "Eine verstärkte Aufklärung über die vielfältigen individuellen Methoden der Verhütung reduziert die letztmögliche Methode, den Schwangerschaftsabbruch", so Egarter. Je besser verhütet wird, desto geringer ist entsprechend dazu auch die Rate an Abtreibungen in einem Land.

Initiative "Vielfalt der Verhütung" gestartet

So individuell wie die Menschen so individuell sind auch die zahlreichen modernen Verhütungsmethoden, die uns heute zur Verfügung stehen. Um keine ungewollte Schwangerschaft zu riskieren ist es wichtig, die persönlich passende Verhütungsmethode zu finden. Die Österreichische Gesellschaft für Familienplanung (ÖGF) hat daher die Initiative "Vielfalt der Verhütung" ins Leben gerufen, um über die zahlreichen Möglichkeiten der modernen Empfängnisverhütung zu informieren und für jeden die individuell passende Methode zu veranschaulichen. Die Aufklärung erfolgt dabei spielerisch, ersetzt aber natürlich nicht den Arztbesuch.

Auf der neuen Website www.verhuetung.at findet sich Wissenswertes sowie die Vor- und Nachteile moderner Verhütungsmittel. Über die Website können auch ein Flirtguide für Männer und Frauen mit vielen Tipps und Tricks inklusive einem Verhütungsguide und ein lustiges Verhütungsquartett, das spielerisch über die Eigenschaften verschiedener Verhütungsmethoden informiert, kostenlos bestellt werden. Weiters wurde eine umfassende, mehrtägige Kondomverteilaktion vor 14 österreichischen Diskotheken gestartet und Freecards in 850 Cafés und Gaststätten aufgelegt, um möglichst viele Interessierte über die Initiative zu informieren.

Über die Österreichische Gesellschaft für Familienplanung

Der private, überparteiliche Verein wurde 1966 ins Leben gerufen, um die Pille zu erklären - heute geht es der ÖGF u.a. um die Information über moderne Verhütungsmethoden, die seither entwickelt wurden. "Unser Verein informiert außerdem auch umfassend über Notfallkontrazeptionen, Schwangerschaftsabbruch und sexuell übertragbare Krankheiten", erklärt Linemayr-Wagner.

Neben der Öffentlichkeits- und Informationsarbeit zählt auch die anonyme und kostenlose Beratung in öffentlichen Krankenhäusern und Ambulatorien in Wien und Umgebung zu den Arbeitsschwerpunkten der ÖGF. Die Beratung und mögliche medizinische Untersuchung wird von einem Team aus GynäkologInnen, PsychologInnen, SozialarbeiterInnen und Gesundheits- und KrankenpflegerInnen durchgeführt.
Für Jugendliche gibt es eine kostenlose Sexualberatung und medizinische Untersuchung in den First Love Ambulanzen. Die sexualpädagogischen Workshops in Schulen und Jugendzentren (First Love mobil) sowie Telefon- und Chatberatung zu allen Fragen rund um Liebe und Sexualität (Herzklopfen) zählen ebenfalls zu den Arbeitsschwerpunkten.

Die vollständige Pressemappe finden Sie ab sofort unter
http://www.publichealth.at/p-58861.html. Pressefotos unter:
https://fotodienst.pressetext.com/album/2865.
Für weitere Informationen besuchen Sie bitte www.verhuetung.at oder http://www.oegf.at.

Rückfragen & Kontakt:

Public Health PR
Mag. Ursula Krauße
Tel.: 0676/7807809
Mail: ursula.krausse@publichealth.at
Web: www.publichealth.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PHP0001