- 24.11.2011, 11:05:06
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Friedmannpreis geht an Diakonie-Gesundheitszentrum ANKYRA
Hilfe für Menschen mit schwerer Traumatisierung: "Die schreckliche Vergangenheit soll nicht länger ihre Gegenwart vergiften und ihre Zukunft blockieren".
Wien (OTS) - Das Zentrum für interkulturelle Psychotherapie
ANKYRA, eine Einrichtung des Diakonie Flüchtlingsdienstes in
Innsbruck, ist Preisträgerin des Dr. Alexander Friedmann Preises
2011.
Der Preis wird an Personen, Projekte oder Organisationen verliehen,
die sich in besonderem Maße für traumatisierte Menschen engagieren.
ANKYRA ist in Tirol tätig und unterstützt seit Mai 2004 Menschen, die
ihr Herkunftsland verlassen mussten und nach Österreich geflohen
sind, bei der Bewältigung psychischer Belastungen.
Begleiten auf dem Weg der Trauer
"Die schreckliche Vergangenheit soll nicht länger die Gegenwart
der Betroffenen vergiften und ihre Zukunft blockieren", erkärt Martin
Schenk, Sozialexperte und stv. Direktor der Diakonie Österreich.
Schenk, selbst Psychologe, beschreibt die fatalen Auswirkungen von
Folter und Verfolgung. Die Menschen hätten ein Trauma erlebt, "einen
Schlag gegen die Psyche, dem man nichts entgegensetzen kann". Es
bleibe eine Wunde (griech. Trauma) mit den Folgen sozialen Rückzugs,
Ess- und Schlafstörungen, Suizidneigung, Erinnerungsverlust. Schenk
weist darauf hin, dass "die Therapie nicht wieder gut machen kann,
was geschehen ist. Die Verwandten und Freunde, die unter
schrecklichen Umständen getötet wurden, bleiben tot. Therapie kann
aber begleiten auf dem Weg der Trauer, um all das Verlorene und so
zumindest den Blick auf die Zukunft im Exilland Österreich eröffnen.
Dazu braucht es freilich auch eine Reduktion der quälenden
Existenzangst, Anerkennung von Qualifikationen und
Arbeitsmöglichkeiten. Ein funktionierendes soziales Netz,
verständnisvolle Beziehungen und gesellschaftliche Anerkennung sind
entscheidend für die Bewältigung des Traumas und für die Integration
in eine neue Gesellschaft", so Schenk.
Medizinische und psychologische Betreuung
Psychische Beschwerden sind oft Folge traumatischer Erfahrungen
vor und während der Flucht, und der belastenden Lebenssituation im
Exil. ANKYRA bietet Betroffenen kultursensible, dolmetschunterstützte
und traumaspezifische Psychotherapie und psychologische Beratung an.
An die 40 MitarbeiterInnen - DolmetscherInnen, PsychotherapeutInnen
und ÄrztInnen - haben dieses Jahr bereits über 200 KlientInnen
betreut, die vorwiegend aus Tschetschenien und Afghanistan stammen.
Die Diakonie freut sich mit den engagierten MitarbeiterInnen von
ANKYRA über die Auszeichnung, die ihnen durch den Dr. Alexander
Friedmann Preis zuteil wird. Der Preis wird heute am 24. November im
Psychosozialen Zentrum ESRA in Wien übergeben.
Wann: 24. November 2011, 19:30 Uhr
Wo: Tempelgasse 5, 1020 Wien
www.esra.at
Rückfragehinweis:
Dr. Roberta Rastl-Kircher, Diakonie Österreich, Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: (+43) 1 409 80 01-14, Mobil: (+43) 664 314 93 95
E-Mail: [email protected]. Web: www.diakonie.at
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