Friedmannpreis geht an Diakonie-Gesundheitszentrum ANKYRA

Hilfe für Menschen mit schwerer Traumatisierung: "Die schreckliche Vergangenheit soll nicht länger ihre Gegenwart vergiften und ihre Zukunft blockieren".

Wien (OTS) - Das Zentrum für interkulturelle Psychotherapie
ANKYRA, eine Einrichtung des Diakonie Flüchtlingsdienstes in Innsbruck, ist Preisträgerin des Dr. Alexander Friedmann Preises 2011.
Der Preis wird an Personen, Projekte oder Organisationen verliehen, die sich in besonderem Maße für traumatisierte Menschen engagieren. ANKYRA ist in Tirol tätig und unterstützt seit Mai 2004 Menschen, die ihr Herkunftsland verlassen mussten und nach Österreich geflohen sind, bei der Bewältigung psychischer Belastungen.

Begleiten auf dem Weg der Trauer

"Die schreckliche Vergangenheit soll nicht länger die Gegenwart der Betroffenen vergiften und ihre Zukunft blockieren", erkärt Martin Schenk, Sozialexperte und stv. Direktor der Diakonie Österreich.

Schenk, selbst Psychologe, beschreibt die fatalen Auswirkungen von Folter und Verfolgung. Die Menschen hätten ein Trauma erlebt, "einen Schlag gegen die Psyche, dem man nichts entgegensetzen kann". Es bleibe eine Wunde (griech. Trauma) mit den Folgen sozialen Rückzugs, Ess- und Schlafstörungen, Suizidneigung, Erinnerungsverlust. Schenk weist darauf hin, dass "die Therapie nicht wieder gut machen kann, was geschehen ist. Die Verwandten und Freunde, die unter schrecklichen Umständen getötet wurden, bleiben tot. Therapie kann aber begleiten auf dem Weg der Trauer, um all das Verlorene und so zumindest den Blick auf die Zukunft im Exilland Österreich eröffnen. Dazu braucht es freilich auch eine Reduktion der quälenden Existenzangst, Anerkennung von Qualifikationen und Arbeitsmöglichkeiten. Ein funktionierendes soziales Netz, verständnisvolle Beziehungen und gesellschaftliche Anerkennung sind entscheidend für die Bewältigung des Traumas und für die Integration in eine neue Gesellschaft", so Schenk.

Medizinische und psychologische Betreuung

Psychische Beschwerden sind oft Folge traumatischer Erfahrungen vor und während der Flucht, und der belastenden Lebenssituation im Exil. ANKYRA bietet Betroffenen kultursensible, dolmetschunterstützte und traumaspezifische Psychotherapie und psychologische Beratung an. An die 40 MitarbeiterInnen - DolmetscherInnen, PsychotherapeutInnen und ÄrztInnen - haben dieses Jahr bereits über 200 KlientInnen betreut, die vorwiegend aus Tschetschenien und Afghanistan stammen.

Die Diakonie freut sich mit den engagierten MitarbeiterInnen von ANKYRA über die Auszeichnung, die ihnen durch den Dr. Alexander Friedmann Preis zuteil wird. Der Preis wird heute am 24. November im Psychosozialen Zentrum ESRA in Wien übergeben.

Wann: 24. November 2011, 19:30 Uhr
Wo: Tempelgasse 5, 1020 Wien
www.esra.at

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Dr. Roberta Rastl-Kircher, Diakonie Österreich, Presse und Öffentlichkeitsarbeit
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