• 24.11.2011, 10:46:37
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GLOBAL 2000 fordert: Risiko-Atomkraftwerke dürfen Stresstests nicht überleben

Zwischenbericht zu Stresstests: Ergebnisse könnten für Neubau von Atomkraftwerken herangezogen werden

Wien (OTS) - Heute präsentiert die EU-Kommission den
Zwischenbericht zu den Stresstests an Rat und Europäisches Parlament.
Patricia Lorenz, Atomexpertin bei GLOBAL 2000, erklärt: "Mit harten
Fakten zu den Testergebnissen wird gegeizt - viele der nationalen
Berichte sind auch noch dürftig, bis Ende des Jahres sollen noch
Fakten nachgereicht werden." Der Ton des Kommissionszwischenberichts
deutet allerdings an, dass das Überleben der Kernkraftwerke über der
Sicherheit der EU-Bürger steht, die Möglichkeit für die Errichtung
neuer Kernkraftwerke soll offengehalten und gar forciert werden.

"..werden sich auf (...) Design der neuen AKWS auswirken.."

Die Kommission erläutert die Methode der Stresstests, informiert
jedoch kaum über die bereits vorliegenden Berichte, die die
Mitgliedsstaaten in den nationalen Zwischenberichten präsentieren.
Überraschend zu lesen ist, wie die Kommission mit den Resultaten und
Sicherheiterkenntnsisen aus den Stresstests umzugehen gedenkt:
"..werden sich auf Standortwahl und Design der neuen Atomkraftwerke
auswirken. Schlüsselbereiche für weitere Überlegungen sind die
nukleare Sicherheit und deren Rechtsrahmen, Transparenz und
Katastrophenschutz." Der Neubau wird mehrfach erwähnt, während
keine Konsequenzen für Atomkraftwerke angedeutet werden, falls sie
die Stresstests nicht bestehen. Patricia Lorenz von GLOBAL 2000 ist
entsetzt: "Die Worte Schließung oder sofortige Nachrüstung kommen
erst gar nicht vor."

Katastrophenschutz wurde von den Anlagenbetreibern bisher
vernachlässigt. Auch jetzt wurden keine Pläne dafür vorgelegt, wie
mit Situationen wie in Fukushima in der EU umgegangen würde - es wird
nur Zusammenarbeit zwischen EU-Staaten im Fall von Atomunfällen
angedacht.

Fortschritt der nuklearen Gesetzgebung wird beschworen

Vor wirklichen Änderungen und Konsequenzen aus der
Fukushima-Katastrophe schreckt die EU-Kommission zurück. Die
Tatsache, dass die bisherigen Sicherheitsberechnungen für
Atomkraftwerke einfach unzuverlässig und falsch sind, wird nicht
erwähnt. "Stattdessen wird auch weiterhin nur der Fortschritt und die
Verbesserung der nuklearen Gesetzgebung in Europa beschworen",
erklärt Paticia Lorenz. Die besonders kritische Frage der
Terrorangriffe, Sabotage und Flugzeugabstürze, im sogenannten
Security Track behandelt, hat gar kein Ergebnis: "Hier wird
traditionellerweise nach internationaler Kooperation gerufen. Ein
handfestes Ergebnis ist nicht in Sicht", sagt Lorenz: "Was passiert
mit Atomkraftwerken, die noch in Bau befindlich sind, wie Mochovce 3
und 4 in der Slowakei?", fragt sich Patricia Lorenz: "Wenn auch bei
diesen Reaktoren mit einem Design aus den 70er Jahren die
EU-Kommission und die EU-Mitgliedsstaaten den Stresstest für
bestanden erklären sollten, dann bekommt der Stresstest selbst ein
Nichtgenügend."Am 9. Dezember wird sich der Europäische Rat mit
diesem Bericht und dem weiteren Verlauf der Stresstests befassen.
Vor allem atomkritische Länder - allen voran Österreich - können noch
das Ruder herumreißen und dafür sorgen, dass die von Experten aus
ganz Europa gemeinsam durchgeführte Peer-Review der Atomkraftwerke in
der EU die gefährlichsten benennt und Konsequenzen fordert. "Hier
müssen Bundeskanzler Werner Faymann und Umweltminister Nikolaus
Berlakovich Haltung beweisen", fordert Patricia Lorenz abschließend.

Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000
Nunu Kaller/Simonne Baur
Tel.: +43 699 1 42000 20/ +43 699 1 42000 23
mailto:[email protected]
www.global2000.at

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