"Tag der Psychologie" im Wiener Rathaus

Wien (OTS) - Die Dritte Präsidentin des Wiener Landtages Marianne Klicka eröffnete vergangenen Samstag den "Tag der Psychologie". Die Informationsveranstaltung widmete sich vor allem der Möglichkeiten der richtigen Kindererziehung und wählte das Thema: "Auf die Kinder schauen. Verantwortung, Herausforderung, Lebensaufgabe". An den Informationsständen konnten BesucherInnen ihre Anliegen mit PsychologInnen besprechen und sich über psychologische Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten informieren. Ergänzt wurde die Veranstaltung mit einer Lesung des bekannten Kinderbuchautors Heinz Janisch und einem Infostand über Videospiele. Am Stand der wienXtra-spielebox erhielten Eltern Informationen zu Konsolenspielen für ihre Kinder und konnten diese auch ausprobieren. Für die kostenlose Betreuung von Kindern ab drei Jahren während der Veranstaltung sorgten die Wiener Kinderfreunde.

Besorgniserregender Anstieg bei psychischen Leiden

Klicka wies in ihrer Begrüßungsrede auf die besorgniserregende und betroffen machende Situation hinsichtlich des Anstiegs bei psychischer Leiden hin: "Die Vereinsamung in der Gesellschaft, wenig Aussprachemöglichkeiten, aber auch Arbeitsstress oder Angst vor Arbeitsverlust führen dazu, dass sich seelische Gesundheit zur seelischen Erkrankung entwickelt. Diese starke Zunahme erzeugt viel menschliches Leid, aber auch enorme Kosten."

Aus einer Untersuchung des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger aus dem Jahr 2009 gingen erschreckende Ergebnisse hervor: In diesem Jahr bekamen 840 000 PatienInnen Psychopharmaka (Antidepressiva, Antipsychotika, Tranquilizer) verschrieben. Fast 80 000 Erwerbstätige waren wegen psychischer Diagnosen im Krankenstand, 70 000 wurden deshalb im Spital behandelt. Die Kosten für die Kassen waren in diesem Jahr enorm: Für die verschriebenen Psychopharmaka wurden 250 Millionen Euro ausgegeben. In Summe schlugen psychische Probleme mit 750 Millionen Euro zu Buche.

Speziell Kinder dürfen nicht im Stich gelassen werden

Klicka appellierte in ihrer Ansprache, speziell auf die Kinder in der Gesellschaft einzugehen und sie nicht im Stich zu lassen. Oft seien Eltern, aber auch LehrerInnen in der Kinderbetreuung überfordert. Nicht immer werde erkannt, dass eine Kinderseele weine, ergänzte Klicka. Komplexe Lebenssituationen wie Scheidung der Eltern, alleinerziehende Elternteile, Reizüberflutung und Überforderung führten im Kindesalter oft zu Stresssituationen. Verhaltensauffälligkeiten, Übergewicht, Essstörungen und Suchtverhalten seien die Folgen: "Speziell ausgebildete PsychologInnen sind dazu da, um zu helfen. Man muss diese Hilfe nur annehmen." Nach den Worten Klickas sei die Erziehung für Eltern oft anstrengend, aber für die Kinder notwendig, damit sie mit beiden Beinen im Leben stünden und in der Gesellschaft ihren Platz finden könnten. Ein behütetes Kinderleben bedeute laut Klicka nicht immer ein Aufwachsen ohne Höhen und Tiefen. Mit einfühlsamen Eltern, Großeltern, LehrerInnen, SchulpsychologInnen und einem guten Umfeld könnten traumatisierende Momente im Leben eines Kindes gemeistert und der Weg zum Erwachsenwerden erleichtert werden. Klicka: "Dazu benötigen wir ein interdisziplinäres Team - von PädagogInnen im Kindergarten und der Schule angefangen, über Schulsozialarbeit bis zu PsychologInnen und MedizinerInnen."

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