- 23.11.2011, 19:49:22
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Das lange Warten auf Selbstlosigkeit (von Claudia Grabner)
Ausgabe 24. Nov. 2011
Klagenfurt (OTS) - Letztens ein Gespräch mit einem
Mittelverdiener, 40 Stunden Arbeitszeit, inklusive Wochenende, detto
Feiertag, Vater von drei Kindern, der schauen muss, wie es sich
"ausgeht" bis zum Monatsende, sparen für den Schikurs des Sohnes,
Weihnachtsgeld weglegen für die Nachhilfe der Tochter ... Besagter
Mann jedenfalls reißt im Laufe besagten Gesprächs die Augen auf, just
als die Rede auf die Reichensteuer kommt: "Was soll das? Diese Steuer
bringt gar nichts, ein paar Millionen, wir brauchen aber Milliarden.
Die kann man sich nur holen, wenn die Masse zahlt, also auch wir
Kleinen." Womit ich es bin, die die Augen aufreißt - weniger im
Schrecken, als im Ärger ob derartiger Naivität: "Es geht um ein
Zeichen, dass jene, die haben, ein bisschen mehr geben." Ich sage es
und weiß, dass die tatsächliche Naivität in dieser meiner Hoffnung
auf die Selbstlosigkeit von Vermögenden oder in welcher Weise auch
immer Privilegierten liegt ... Es gibt Zeiten, da hilft kein Warten
auf den freiwilligen Verzicht, kein Warten auf selbstlose Einsicht.
Da zählt nur das Tun.
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