ÖAMTC: Herbe Kritik an einfallsloser Anhebung der Kurzparkgebühren

Club sieht Verlagerung des Parkproblems durch neue "Pickerlzonen" - Flexible Abstufungen bei Geltungszeitraum und Parkdauer bringen mehr Steuerungseffekt

Wien (OTS) - Die von Rot-Grün in Wien geplante gewaltige Erhöhung der Kurzparkgebühren ab 1. März 2012 sowie die Ausdehnung der Kurzparkzonen bis zur Vorortelinie oder gar darüber hinaus sind für den verkehrspolitischen Referenten des ÖAMTC und Clubjuristen Martin Hoffer die absolut falschen Maßnahmen. Dadurch wird die zum Teil durch künstliche Stellplatzverknappung selbst erzeugte Parkproblematik in der Bundeshauptstadt nicht gelöst. Fazit: Die Autofahrer, sowohl Pendler als auch Wiener, werden zur Kasse gebeten - die Parkplatzsituation wird aber keineswegs verbessert.

Derzeit fehlen für die innerstädtisch angestrebte Verkehrsverlagerung in Wien die Grundvoraussetzungen. Die aktuellen Parkplätze am Stadtrand reichen jetzt schon nicht aus, die Situation würde durch die Verdrängung der Pendler aus der Stadt noch einmal extrem verschärft. Außerdem gibt es weder genügend Park & Ride-Möglichkeiten, noch leistbare Garagenstellplätze, wie etwa 2007 vom damaligen Stadtrat Rudolf Schicker angekündigt. Dass die Kurzparkzonen auf einen Großteil der Stadt ausgedehnt werden sollen, wird die Abkassiererei noch massiv verschärfen. Eine Studie der MA18 zeigt aber, dass eine Ausdehnung der Pickerlzone bis zur Vorortelinie die aktuellen Probleme der Überparkung nicht lösen kann, sondern nur weiter nach außen in kritische Vorstadtbereiche verlagert. Das kann für den ÖAMTC-Experten nicht Sinn der Sache sein. "Hier ist Kreativität gefragt! Alles über einen Kamm scheren und nur einfallslos an der Preisschraube zu drehen, ist zu wenig", ist Hoffer überzeugt.

Der ÖAMTC kann sich eine Lösung des Problems aber mit flexiblen Abstufungen bei Geltungszeitraum und Parkdauer der Kurzparkzone in Gürtelnähe, sowie mit einer Staffelung der Parkgebühren nach außen hin vorstellen. Außerhalb der weiterhin relativ knapp zu haltenden Kurzparkzonen sollte man aber bloße Gebührenzonen schaffen, in denen die Parkdauer unbeschränkt und die Gebühr gestaffelt sein kann. Damit entfällt eine scharfe Grenze zwischen Blauer Zone und dem Gratisparkplatz. Gut funktionierende Vorbilder gibt es: in Graz, Krems und einigen Städten in Vorarlberg. Mit solch einer "Grünen Zone" wäre sogar eine Kostensenkung beim Parkpickerl möglich.

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Christian Dachs

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