- 23.11.2011, 09:40:49
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KONSUMENT: Reisemedizinische Zentren - große Unterschiede bei Kosten und Beratungsqualität
19 Einrichtungen im Test: Tendenz zur Überversorgung bei bereits bestehendem Impfschutz
Wien (OTS/VKI) - Fernreisen sind beliebt, trotz möglicher
gesundheitlicher Gefahren wie Malaria, Typhus oder Gelbfieber. Vor
Antritt einer Fernreise ist daher unbedingt eine Beratung und
gegebenenfalls Impfung in einem reisemedizinischen Zentrum anzuraten.
Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat 19 Einrichtungen in
ganz Österreich mit zwei Testszenarien auf die Probe gestellt und wie
bereits bei einem Test im Jahr 2005 große Unterschiede bei
Beratungsqualität und Kosten festgestellt: Teilweise wurden
notwendige Impfungen nicht empfohlen, in einigen Fällen kam es jedoch
zu Überempfehlungen. In den Zentren, die eine optimale Prophylaxe für
eine geplante Thailandreise anboten, bewegten sich die Kosten
zwischen 200 und 280 Euro. Im Wiener Impfzentrum Nord wurden
zusätzlich sechs Impfungen empfohlen, die nicht nötig gewesen wären,
was mit insgesamt 1.148 Euro zu Buche schlug. Das Wiener Institut für
Reise- und Tropenmedizin riet über das normale Impfprogramm hinaus zu
vier nicht unbedingt nötigen Impfungen. Hier wären 764 Euro fällig
geworden. Testsieger wurde wie bereits beim letzten Test Traveldoc in
Wien - das einzige Institut das für beide Szenarien mit "sehr gut"
abschneiden konnte. Details zum Test gibt es auf www.konsument.at und
ab morgen in der KONSUMENT-Dezemberausgabe.
Getestet wurden auf Reisemedizin spezialisierte private
Institutionen, die als offizielle Gelbfieberimpfstellen anerkannt
sind sowie je Bundesland zumindest eine amtliche oder uni-versitäre
Stelle. Die Einrichtungen wurden mit zwei unterschiedlich riskanten
Szenarien konfrontiert: eine "Niedrig-Risiko-Reise" in Form eines
Cluburlaubs auf Thailand (Mutter mit 5-jährigem Sohn) und ein
"Hoch-Risiko-Szenario", bei dem sich zwei junge Männer auf eine
viermonatige Reise durch Ostafrika begeben.
Basis jeder maßgeschneiderten Impfberatung ist die
Informationserhebung durch den Arzt. Von allen getesteten
Einrichtungen wurde der Impfstatus erhoben. Die Umstände der Reise
waren meist ein Thema. Die wesentliche Frage nach vorliegenden
Erkrankungen wurde hingegen vielfach bereits nicht gestellt.
Die Beratung fiel beim "Niedrig-Risiko-Szenario" tendenziell
besser aus. Die Mehrheit der Institute erhielt eine "gute" Bewertung
(12 von 19) - drei sogar ein "sehr gut".
Deutlichere Lücken gab es beim "Hoch-Risiko-Szenario": Die
notwendige Empfehlung für eine Gelbfieberimpfung erfolgte überall,
doch bei der ebenfalls unverzichtbaren Malariaprophylaxe patzten das
Amt der Salzburger Landesregierung, die Bezirkshauptmannschaft
Dornbirn und das Magistrat St. Pölten. Angesichts der Reiseart wäre
auch eine Tollwutimpfung anzuraten gewesen. Dennoch wurde diese vom
Magistrat St. Pölten und der BH Innsbruck nicht empfohlen.
Andererseits wäre es in vielen Fällen zu einer Überversorgung
gekommen: Neun Institute ignorierten den bestehenden
Hepatitis-A-Schutz, sechs den Polioimpfschutz und sieben den
Diphtherie-/Tetanusschutz und rieten zur Impfung. Dies spiegelt sich
auch in den Testurteilen wieder - lediglich ein "sehr gut" wurde für
dieses Szenario vergeben - die Mehrheit (11 von 19) erhielt ein
"durchschnittlich" oder sogar ein "weniger zufriedenstellend" (3 von
19).
"Eine gute reisemedizinische Beratung zeichnet sich durch
Individualität aus - genau angepasst an das Reiseziel, Reisezeit,
Reiseart und besondere Bedürfnisse", erläutert
VKI-Gesundheitsexpertin Dr. Bärbel Klepp. "Nur so kann so viel wie
nötig und so wenig wie möglich geimpft werden. Das schont nicht nur
die Gesundheit sondern auch den Geldbeutel."
Details zum Test gibt es auf www.konsument.at sowie ab dem 24.11.
in der Dezemberausgabe des Testmagazins KONSUMENT. Umfassende
rechtliche Tipps zum Thema Reise sind auf der Website des
Europäischen Verbraucherzentrums (EVZ) zu finden:
www.europakonsument.at.
Rückfragehinweis:
Verein für Konsumenteninformation/Testmagazin "Konsument"
Mag. Andrea Morawetz, Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
mailto:amorawetz@vki.at
www.konsument.at
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