• 22.11.2011, 18:15:31
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Ein gutes Rating ist noch lange kein Ruhekissen - von Hans Pleininger

Schuldenberg ist so hoch, dass wir darauf Skirennen austragen könnten

Wien (OTS) - Der Kelch ist nochmals vorbeigezogen: Österreich hat
seine beste Bonität - das AAA - behalten. Den Göttern im
Rating-Himmel sei Dank. Unsere Bundesländer sind als Schuldner bei
den Rating-Agenturen bestens angeschrieben (siehe Seite 5). Somit
10:0 für uns. Nicht schlecht! Da können wir uns wieder zurücklehnen,
Luftblasen wie eh und je erzeugen und uns auf die Schulter klopfen,
dass wir weiter zu den wenigen Musterschülern in Europa gehören -
Krise hin, Alltag her.

Geht's noch, liebe Politiker? Unser Schuldenberg ist so hoch, dass
wir darauf Skirennen austragen könnten. Das ist die Wahrheit. Aber
das gute Rating ...? Ist noch lange kein Ruhekissen, um bequem weiter
Schulden zu produzieren. Außerdem sollten wir Europäer langsam einen
Ausweg finden, um uns nicht länger von den drei großen
Rating-Agenturen hertreiben zu lassen. Wer kontrolliert die
überhaupt? Wirklich niemand? Eben.

Aber zurück: Unsere Schulden müssen runter - und sofort, wenn wir uns
nicht an der nächsten und übernächsten Generation versündigen wollen.
Aber nicht durch neue Steuern und Abgaben, sondern endlich durch
Sparbudgets, die den Namen auch verdienen.

Wir alle wissen, wo in Österreich viel Geld sinnlos herumliegt oder
verbrannt wird. Klauben wir es endlich auf - in einer ehrlichen
Verwaltungs-, Gesundheits- Pensions- und Bildungsreform. Kein Mensch
braucht 22 verschiedene Krankenkassen mit zig Tarifen und
Selbstbehalten, wenn das ein Zentralrechner steuern kann.
Föderalismus ist gut. Ich will ihn auch. Aber keiner braucht neun
Bauordnungen, neun Jugendschutzgesetze, neun Hundegesetze, neun
Ländertarife für die ORF-Gebühren usw.

Und lasst uns endlich länger arbeiten. Nicht bis 70 oder 80; sondern
eh nur wie gesetzlich vorgesehen bis 65. Das dafür gleich - und
gültig für Mann und Frau. Und bitte ohne Hackler-Schlupfloch-Regelung
für Beamte.

Noch ein Input an eine schlanke Politik: Schafft nicht den derzeit
unnützen Bundesrat ab, wie viele fordern. Sondern spart lieber alle
neun Landtage ein. Föderalismus mit den Landeshauptleuten an der
Spitze könnte dann in einem aufgewerteten und dem Nationalrat
ebenbürtigen Bundesrat gelebt werden. 245 Abgeordnete im Parlament
müssten ja für unser Land reichen. Und wenn uns das Sparen kalt
lässt, nur eine Zahl zum Aufwachen: 216.124.577.613 Euro. So hoch,
mehr als 216 Milliarden Euro, waren gestern um 15.00 Uhr die
Staatsschulden unserer Republik. Während dieser Artikel entstand,
stiegen diese Schulden um zwei Millionen Euro. Einfach so.

Rückfragehinweis:
Wirtschaftsblatt Verlag AG
Tel.: Tel.: 01/60117 / 300
mailto:[email protected]

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