Papst beendet Benin-Besuch mit Botschaft der Hoffnung

Scharfe Warnung an die Herrschenden des Kontinents zum Ende des Benin-Besuchs

Cotonou, 20.11.11 (KAP) Mit einer Botschaft der Hoffnung und der Versöhnung hat Papst Benedikt XVI. am Sonntag seinen Besuch im westafrikanischen Benin beendet. Die Kirche müsse das neue Gesicht Afrikas gestalten. Die Richtschnur dafür heiße Versöhnung, betonte er in dem neuen Grundsatzdokument für die Kirche Afrikas, das er am Sonntagmittag im "Stadion der Freundschaft" von Cotonou feierlich den Kirchen Afrikas überreichte.

Es war ein turbulenter Besuch bei einer jungen, dynamischen Ortskirche. Zwar war der Anlass der 22. Auslandsreise von Benedikt XVI. beinahe ein Pflichttermin: Nachdem die Bischofssynode über Afrika im Oktober 2009 drei Wochen lang in Rom getagt hatte, wollte der Papst das Ergebnis in Afrika selbst vorstellen. Doch Benedikt XVI. nutzte den Besuch für mehr: In dem jahrzehntelang von Kriegen und Hunger gepeinigten Kontinent suchte er ausdrucksstarke Begegnungen und Gesten, um Zeichen der Hoffnung zu setzen.

Der Papst nutzte seinen zweiten Afrikabesuch auch zur direkten Ansprache an die Machthaber des Kontinents, die nach den Revolutionen in Nordafrika weniger fest im Sattel sitzen. Der Papst sparte nicht mit harten Worten: Schuld an den Konflikten und Skandalen sind Machtstreben und wirtschaftspolitische Interessen, die die Würde des Menschen und der Natur missachteten. Derzeit gebe es auch in Afrika "zu viele Skandale und Ungerechtigkeiten, zu viel Korruption und Gier, zu viel Verachtung und Lüge, zu viel Gewalt, die zu Elend und Tod führt". Und er mündete in den Appell: "Beraubt eure Völker nicht der Hoffnung! Schneidet ihnen nicht die Zukunft ab, indem ihr ihnen die Gegenwart verstümmelt! Nehmt auf ethischer Grundlage mutig eure Verantwortung wahr."

Bei der Afrikareise des Papstes war vieles anders als bei bisherigen Auslandsbesuchen: Ein anderer Kontinent mit anderen Mentalitäten, anderem Klima, anderen Problemen. Das tropisch-heiße Klima machte dem 84-jährigen Kirchenoberhaupt zu schaffen. Aber der begeisterte Empfang der Gläubigen entschädigte ihn dafür. Insbesondere die Begegnung mit den Kindern bei den Mutter-Teresa-Schwestern von Cotonou bereitete ihm sichtlich Freude.

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