EANS-Zwischenmitteilung: COLEXON Energy AG / Zwischenmitteilung

Zwischenmitteilung der Geschäftsführung gemäß § 37x WpHG übermittelt durch euro adhoc. Für den Inhalt ist der Emittent verantwortlich.

9 Monate 2011
- Anhaltend schwaches Marktumfeld
- Verringerter Umsatz, EBIT-Fehlbetrag deutlich reduziert
- Anpassung des Geschäftsmodells

Marktumfeld

Die Weltwirtschaft befindet sich derzeit in einer kritischen Phase. Das Wirtschaftswachstum hat nachgelassen und ist regional unterschiedlich ausgeprägt. Negative Konjunktursignale in den USA und die Schuldenkrise einiger Euroländer haben das Vertrauen in eine positive Wirtschaftsentwicklung erschüttert. Auf den Finanzmärkten verursachten diese Unsicherheiten erhebliche Turbulenzen, die ihrerseits wieder belastend auf die Realwirtschaft wirken. Vor diesem Hintergrund hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2011 weiter auf nun 4,0 Prozent herabgesetzt. In Deutschland ist die Wirtschaftslage derzeit deutlich besser als das Wirtschaftsklima und die Wirtschaftsstimmung. In ihrem Mitte Oktober veröffentlichten Herbstgutachten prognostizieren die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute für 2011 einen Anstieg des realen BIP um 2,9 Prozent. Die seit Monaten anhaltende Diskussion um die Euro-Schuldenkrise beeinflusst derzeit die Einschätzung der wirtschaftlichen Situation und Aussichten negativ.

In der Photovoltaikbranche ist die allgemeine Stimmung weiterhin angespannt. Der Druck auf die Branche wird aufgrund des ausbleibenden Nachfrageanstiegs in der zweiten Jahreshälfte 2011 erhöht. Zudem ist fraglich, ob in diesem Jahr mit einem starken Jahresendgeschäft zu rechnen ist. Stetig sinkende Modulpreise und erhöhte Lagerbestände erschweren die Planung der Unternehmen. Die Photovoltaikbranche ist im Zusammenhang mit der Kernkraftwerkskatastrophe in Japan und den damit angestoßenen energiepolitischen Diskussionen und Entscheidungen mehr denn je Teil des globalen Lösungsansatzes auf Basis der erneuerbaren Energien. In vielen Ländern stellt die Photovoltaik eine echte Alternative zu anderen Energiequellen dar. Eine Marktbelebung lässt sich bisher jedoch noch nicht feststellen.

Ertragslage

Die Umsatzerlöse der COLEXON haben sich in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2011 gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode um 80,4 Millionen Euro auf 73,6 Millionen Euro ermäßigt. Diese Verminderung ist auf eine starke Zurückhaltung der Kunden im Berichtszeitraum zurückzuführen. Das Verkaufsvolumen betrug im Berichtszeitraum knapp 48 MWp.

Die Auslandsumsätze betrugen 26,0 Millionen Euro, womit der Auslandsanteil an den Gesamtumsätzen der Gesellschaft 35,4 Prozent erreichte.

Das Rohergebnis sank in den ersten neun Monaten 2011 von 32,3 Millionen Euro auf 11,0 Millionen Euro. Die Rohertragsmarge bezogen auf den Umsatz hat sich auf 15,0 Prozent (Vorjahr: 21,0 Prozent) verringert. Dies ist sowohl auf einen Rückgang der Rohertragsmarge im Handelsbereich als auch im Projektgeschäft zurückzuführen.

Zum 30. September 2011 waren 60 Mitarbeiter (Vorjahr: 127 Mitarbeiter) bei COLEXON beschäftigt. Die Personalkosten sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,5 Millionen Euro auf 6,0 Millionen Euro gesunken. Die Personalaufwandsquote fällt mit 8,1 Prozent deutlich höher aus als im Vorjahr (Vorjahr: 4,9 Prozent).

Die Abschreibungen in Höhe von 3,6 Millionen Euro betreffen planmäßige Abschreibungen auf Solarkraftwerke und immaterielle Vermögenswerte (Vorjahr:
68,5 Millionen Euro). Hauptsächlich resultiert die Reduzierung der Abschreibungen aus der Veräußerung von zwei Solarparks zum Jahresende 2010, auf die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum keine Abschreibungen mehr vorzunehmen waren, und aus der Abschreibung eines Goodwills der COLEXON in Höhe von E 63,4 Millionen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen im Berichtszeitraum primär aufgrund von Restrukturierungsaufwendungen um 1,1 Millionen Euro auf 7,6 Millionen Euro zu (Vorjahr: 6,4 Millionen Euro). Die Quote der sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Bezug auf die Umsatzerlöse erhöhte sich von 4,2 Prozent auf 10,3 Prozent.

Der Fehlbetrag des EBIT reduzierte sich im laufenden Geschäftsjahr um 44,1 Millionen Euro auf -6,2 Millionen Euro (Vorjahr: -50,2 Millionen Euro). . Die Verminderung des EBIT-Fehlbetrags beruht alleine auf den einmaligen Sondereffekt der Abschreibung eines Goodwills in Höhe von 63,4 Millionen Euro aus dem Vorjahr. Das operative Ergebnis hat sich in diesem Zeitraum um 19,4 Millionen Euro reduziert. Dies ist auf den starken Rückgang der Rohertragsmarge und die rückläufigen Umsätze zurückzuführen. Gleichzeitig sind in den operativen Kosten erste Restrukturierungserfolge zu erkennen; die Gesamtkosten verharrten aber aufgrund von zusätzlichen, einmaligen Restrukturierungskosten annähernd auf Vorjahresniveau.

Für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2011 ergibt sich ein Konzernjahresfehlbetrag von 8,8 Millionen Euro.

Vermögens- und Finanzlage

Langfristige Vermögenswerte

Die langfristigen Vermögenswerte verminderten sich gegenüber dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2010 um 11,2 Millionen Euro auf 133,9 Millionen Euro. Ursächlich hierfür waren zum einen der Verkauf eines deutschen Solarparks mit einer Nennleistung von 4 MWp, sowie reguläre Abschreibungen und zum Anderen ein werterhöhender Effekt durch die Fertigstellung italienischer Parks mit einer Nennleistung von 4 MWp.

Kurzfristige Vermögenswerte

Die kurzfristigen Vermögenswerte verminderten sich um 36,5 Millionen Euro auf 46,5 Millionen Euro (31. Dezember 2010: 83,0 Millionen Euro). Die Veränderung geht insbesondere auf die Abnahme der Vorräte (-24,9 Millionen Euro) und den Rückgang der liquiden Mittel zurück. Insbesondere die Begleichung von Lieferantenverbindlichkeiten führte zur Abnahme der Liquidität. Die Vorräte reduzierten sich im Vergleich zum 31. Dezember 2010 um 24,9 Millionen Euro. Hierbei sanken im Wesentlichen die Solarmodulbestände um 20,0 Millionen Euro auf 10,1 Millionen Euro. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kam es zu einem Anstieg um 3,1 Millionen Euro auf 7,1 Millionen Euro (31. Dezember 2010: 4,1 Millionen Euro). Die künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen verminderten sich hingegen auf 2,4 Millionen Euro (31. Dezember 2010: 6,9 Millionen Euro). Der Rückgang ist auf die erfolgreiche Veräußerung eines italienischen Solarparks (Nennleistung 1 MWp) zurückzuführen. Der Bestand an liquiden Mitteln nahm zum 30. September 2011 auf 6,3 Millionen Euro ab (31. Dezember 2010: 20,3 Millionen Euro). Die Verringerung geht im Wesentlichen auf die Begleichung von Lieferantenverbindlichkeiten zurück.

Langfristige Schulden

Auf der Passivseite der Bilanz verminderten sich die langfristigen Schulden im Vergleich zum 31. Dezember 2010 um 4,9 Millionen Euro auf 94,4 Millionen Euro. Dieser Rückgang basiert zum einen auf die bereits erwähnte Veräußerung eines Solarparks aus dem deutschen Portfolio und den regulären Tilgungen. Gegenläufig nahmen die langfristigen Finanzverbindlichkeiten im Rahmen der Realisierung von italienischen Solarprojekten für den Eigenbestand zu. Die passiven latenten Steuern verringerten sich geringfügig auf 3,7 Millionen Euro.

Kurzfristige Schulden

Die kurzfristigen Schulden verminderten sich gegenüber dem 31. Dezember 2010 von 75,5 Millionen Euro auf 43,9 Millionen Euro.

Die Steuerrückstellungen nahmen aufgrund der Zahlung von Ertragsteuern auf 0,5 Millionen Euro (31. Dezember 2010: 3,3 Millionen Euro) ab. Die sonstigen Rückstellungen erhöhten sich demgegenüber auf 5,1 Millionen Euro (31. Dezember 2010: 4,9 Millionen Euro). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die hauptsächlich gegenüber Modullieferanten bestehen, verminderten sich um 22,5 Millionen Euro auf 14,1 Millionen Euro.

Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten haben sich aufgrund von planmäßigen Tilgungen und der Veräußerung eines Solarparks aus dem deutschen Portfolio auf 14,7 Millionen Euro gegenüber dem 31. Dezember 2010 (20,9 Millionen Euro) verringert.

Die erhaltenen Anzahlungen von 6,4 Millionen Euro umfassten die bis zum Bilanzstichtag erfolgten Anzahlungen auf Bestellungen (31. Dezember 2010: 6,6 Millionen Euro). Die sonstigen Verbindlichkeiten verringerten sich um 0,1 Millionen Euro auf 3,2 Millionen Euro.

Das Working Capital (Vorräte inklusive geleistete Anzahlungen zzgl. Forderungen abzgl. erhaltene Anzahlungen abzgl. Verbindlichkeiten) betrug zum 30. September 2011 insgesamt 12,9 Millionen Euro. Dies entspricht einem Rückgang des Working Capital gegenüber dem 31. Dezember 2010 (16,5 Millionen Euro) um 3,6 Millionen Euro.

Kapitalflussrechnung

Die Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements der COLEXON sind darauf ausgerichtet, die Finanzierung des operativen Geschäftsbetriebes sowie eine jederzeitige Zahlungsfähigkeit sicherzustellen.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2011 betrug der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -9,6 Millionen Euro (Vorjahr: -12,1 Millionen Euro). Der negative Cashflow basiert zum großen Teil auf dem laufenden Verlust der ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2011, teilweise kompensiert durch die oben beschriebene Verringerung des Working Capital. Aus Investitionstätigkeiten ergab sich ein negativer Cashflow in Höhe von -8,9 Millionen Euro (Vorjahr: -0,1 Millionen Euro), der insbesondere aus den Investitionen in den italienischen Solarkraftwerkeigenbestand resultiert. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug 4,8 Millionen Euro (Vorjahresquartal: -7,1 Millionen Euro) und ist zum größten Teil auf die Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten für den italienischen Solarkraftwerkeigenbestand zurückzuführen.

Ausblick

Unsere Gespräche mit den Banken fanden Ende September einen positiven Ausgang. Gemeinsam wurde eine Umstrukturierung der Kredite beschlossen und die Stillhaltevereinbarung wie geplant am 30. September 2011 aufgehoben. Im Zuge unserer Downsizing Strategie, die wir weiterhin konsequent umsetzen, haben wir Ende Oktober einen weiteren Solarpark aus unserem IPP-Portfolio veräußert. Derzeit prüfen wir die Möglichkeiten weiterer Verkäufe. Marktseitig bleibt die Lage angespannt. Trotz der gesunken Anschaffungskosten für eine Solaranlage, die primär aus dem rund 30prozentigen Preisverfall der Module resultieren, verharrt die Nachfrage in Europa auf einem sehr moderaten Niveau. Dieser rapide Preisverfall trifft zwar die meisten Unternehmen der Solarbranche unvorbereitet, beschleunigt aber den Weg zur sogenannten Grid Parity - auch in Deutschland, d.h. der durch Sonne erzeugte Strom kann zu wettbewerbsfähigen Konditionen insbesondere auch im Vergleich zur Off-shore Windenergie angeboten werden.

Die öffentliche Meinung gegenüber der Photovoltaikbranche hat sich im Zuge der energiepolitischen Entscheidungen in Deutschland wieder verbessert. Die Photovoltaik stellt beim Ausbau der erneuerbaren Energien - als ein Kernelement der energiepolitischen Strategie Deutschlands - einen wichtigen Bestandteil dar. COLEXON bewegt sich dementsprechend in einem Markt, der Potenziale aufzeigt

Eine ausführliche Version der Zwischenmitteilung inklusive der Kennzahlen der COLEXON Energy AG zum 30. September 2011 steht auf der Webseite unter folgendem Link zur Verfügung:
http://www.colexon.de/content/de/_download/finanzberichte/2011/20111117_Q3_de.pdf

Der Geschäftsbericht 2011 der COLEXON Energy AG wird am 26. April 2012 veröffentlicht werden.

Impressum UND DISCLAIMER

Impressum

Herausgeber
COLEXON Energy AG
Große Elbstraße 45 :: 22767 Hamburg
Fon +49 (0)40. 28 00 31-0
Fax +49 (0)40. 28 00 31-101

{www.colexon.de}[HYPERLINK: http://www.colexon.de]

Dieser Bericht steht sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache im Internet als Download zur Verfügung.

Weitere Exemplare sowie zusätzliche Informationen über die COLEXON Energy AG senden wir Ihnen auf Anfrage zu. Bei Interesse nehmen wir Sie gerne in unseren Aktionärsverteiler auf, über den Sie regelmäßig die aktuellsten Nachrichten per E-Mail zugeschickt bekommen.

Disclaimer
Der vorliegende Bericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf der Überzeugung des Vorstandes der COLEXON Energy AG beruhen und dessen aktuelle Annahmen und Schätzungen widerspiegeln. Diese zukunftsbezogenen Aussagen sind Risiken und Unsicherheiten unterworfen. Viele derzeit nicht vorhersehbare Fakten könnten bewirken, dass die tatsächlichen Leistungen und Ergebnisse der COLEXON Energy AG anders ausfallen. Unter anderem können das sein: die Nichtakzeptanz neu eingeführter Produkte oder Dienstleistungen, Veränderungen der allgemeinen Wirtschafts- und Geschäftssituation, das Verfehlen von Effizienz- oder Kostenreduzierungszielen oder Änderungen der Geschäftsstrategie. Der Vorstand ist der festen Überzeugung, dass die Erwartungen dieser vorausschauenden Aussagen stichhaltig und realistisch sind. Sollten jedoch vorgenannte oder andere unvorhergesehene Risiken eintreten, kann die COLEXON Energy AG nicht dafür garantieren, dass die geäußerten Erwartungen sich als richtig erweisen.

Ende der Mitteilung euro adhoc

Emittent: COLEXON Energy AG Große Elbstraße 45 D-22767 Hamburg Telefon: +49 (0) 40 2800 31 0 FAX: +49 (0) 40 2800 31 101 Email: info@colexon.de WWW: http://www.colexon.de Branche: Energie ISIN: DE0005250708 Indizes: CDAX Börsen: Freiverkehr: Berlin, Stuttgart, Düsseldorf, München, Regulierter Markt/General Standard: Frankfurt Sprache: Deutsch

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OTB0001