- 15.11.2011, 09:11:21
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ÖAMTC-Test: Erstmals direkter Vergleich zwischen Schneeketten und Alternativprodukten (+ Grafik, + Foto)
Schneeketten an der Spitze, textile Anfahrhilfen wurden verbessert, Reifenspray genügt den Anforderungen nicht
Wien (OTS) - Wenn man bei winterlichen Verhältnissen im Alpenraum
unterwegs ist, kann es immer wieder zu Situationen kommen, in denen
Winterreifen allein nicht ausreichen, um ein Fahrzeug sicher zu
bewegen. Der ÖAMTC hat daher verschiedene Traktionshilfen in den
Kategorien Handhabung, Verschleiß und Grip auf Schnee bzw. Eis
getestet. "So bunt wie heuer war die Vielfalt an Materialien und
Substanzen noch nie. Getestet wurden acht klassische Schneeketten,
drei textile Traktionshilfen und zwei Anfahrhilfen in Form von
Reifensprays", fasst ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl zusammen.
Bestes Produkt im ÖAMTC-Test war die Pewag Servo, die sich knapp
vor der Weissenfels Clack & Go Attiwa platzieren konnte. An der
Spitze liegen damit zwei herkömmliche Schneeketten. "Interessant ist,
dass die beiden Modelle auch in den Bereichen Montage und Demontage
der RUD matic Hybrid und der Pewag Snox überlegen sind. Diese
Produkte wurden ja konstruiert, um speziell in diesem Punkt zu
überzeugen", zeigt sich der ÖAMTC-Experte überrascht. Auch die
anderen Ketten-Modelle wurden mit "gut" bewertet, einzige Ausnahme
war die Thule K-Summit, die nur ein "befriedigend" erreichte.
Mit der Michelin Easy Grip wurde erstmals eine textile
Traktionshilfe mit "gut" bewertet. Sie ist damit das erste derartige
Produkt, das es bei den Schneekettentests des ÖAMTC ins Spitzenfeld
schafft. "In Bezug auf Haltbarkeit zeigten sich alle getesteten
textilen Produkte im Vergleich zu den vergangenen ÖAMTC-Tests stark
verbessert. Bei leistungsstarken Fahrzeugen mit Heckantrieb stoßen
die textilen Traktionshilfen aber relativ rasch an ihre Grenzen",
erklärt Kerbl.
Die getesteten Reifensprays von Bullock und Snow Grip sind keine
Schneeketten-ähnlichen Zubehörteile im engeren Sinn, ihre Wirkung
kann aber dennoch mit den gleichen Methoden überprüft werden. Der
Snow Grip erzeugt zwar auf Eis und Schnee spürbare Traktion, aber nur
für wenige hundert Meter. Danach ist das Produkt völlig von der
Wirkfläche des Reifens verschwunden. "Das ist nicht nur sinnlos,
sondern auch gefährlich. Fahrzeuglenker könnten dadurch verleitet
werden, ein Auto in Betrieb zu nehmen, das nach kurzer Strecke nicht
mehr sicher zu bewegen ist", kritisiert der ÖAMTC-Techniker.
Erstaunlich gut am Reifen hält hingegen der Reifenspray von Bullock.
Sogar auf trockener Fahrbahn blieb der klebrige Belag am Reifen
haften. "Laut Hersteller darf der Spray aber nur auf Sommerreifen
verwendet werden. Im Test zeigte sich, dass bei einer Anwendung auf
Winterreifen die Lamellen völlig verkleben. Auch das kann unter
Umständen gefährlich werden", so Kerbl.
ÖAMTC-Experte gibt Tipps zum Einsatz von Traktionshilfen
* Schneeketten sind kein Ersatz für Winterreifen. "Schneeketten
können sich nur mit Mühe am Sommerreifen 'verkrallen'. Das Gripniveau
ist mit dieser Kombination sogar schlechter als bei Winterreifen ohne
montierten Ketten", erklärt der ÖAMTC-Techniker. Sogar textile
Traktionshilfen mit geschlossener Oberfläche erzielen auf
Sommerreifen besser Traktionswerte als Schneeketten. Eingesetzt
werden sollten Schneeketten übrigens nur auf Schneefahrbahnen - auf
Eis kann das Kurvenverhalten des Fahrzeugs durch unterschiedliche
Bodenhaftungen problematisch werden.
* Korrosion: Schneeketten müssen zu Saisonende gründlich mit
klarem Wasser abgespült und in trockenem Zustand in der Verpackung
gelagert werden. "Praktisch alle Schneeketten, die einmal auf
salznasser Straße gefahren und ungesäubert in die Verpackung gelegt
wurden, verrosteten nach einiger Zeit völlig. Eine Montage war
teilweise nicht mehr möglich", so der ÖAMTC-Experte. Textile
Anfahrhilfen können zwar nicht rosten, sollten aber dennoch gereinigt
und getrocknet werden, um modrige Gerüche zu vermeiden.
* Montage: Da Schneeketten erst unter schwierigen
Witterungsverhältnissen zum Einsatz kommen, sollte man das Anlegen
bereits vor Reiseantritt proben. "Das erscheint vielleicht überzogen,
aber wenn die Kettenmontage im Ernstfall eine Premiere ist, können
leicht Fehler passieren. Schäden an Kette und Fahrzeug können die
Folge sein", warnt der ÖAMTC-Techniker abschließend.
Informationen zu allen Tests des ÖAMTC findet man unter
www.oeamtc.at/tests.
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Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Stefan Tschernutter
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
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