• 14.11.2011, 09:39:38
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VIER PFOTEN enttäuscht vom neuen EU-Bericht über Tiertransporte

900.000 Europäer und 70 Mitglieder des Europaparlaments fordern eine Höchsttransportdauer von acht Stunden

Wien (OTS) - Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN
ist erschüttert, dass die EU-Kommission am Freitag versagt hat, die
europäische Gesetzgebung für Tiertransporte zu verbessern.

Am vergangenen Freitag hat die Generaldirektion für Gesundheit und
Verbraucherschutz (DG SANCO) der Europäischen Kommission den Bericht
zu den Auswirkungen der Verordnung (EG) Nr. 1/2005 auf den Schutz von
transportierten Tieren und den Handelsströmen innerhalb der
erweiterten Gemeinschaft [1] veröffentlicht. Derzeit wird die
Mehrheit der Tiere in der Nähe des Aufzuchtortes geschlachtet und als
Schlachtkörper transportiert. Dennoch wird eine enorme Zahl von
Tieren nach wie vor unter völlig inakzeptablen Bedingungen lebendig
auf Europas Straßen transportiert, um dann sofort nach der Ankunft
geschlachtet zu werden.

Der mit Spannung erwartete Bericht, der eigentlich schon früher
veröffentlicht werden sollte, belegt und analysiert viele Mängel der
bestehenden Verordnung. Er bestätigt, dass nach wie vor
schwerwiegende Tierschutzprobleme während der Transporte bestehen.
Trotz dieser Erkenntnisse mangelt es dem Bericht der Kommission an
konkreten Antworten, wie man das Leid der Millionen Tiere, die jedes
Jahr über europäische Straßen gekarrt werden, zu beenden plant. "Die
verlängerte Arbeitszeit an dem Bericht hat rein gar nichts genützt.
Das Leiden wird wie bisher weitergehen, wenn die Kommission nicht
sofort eine Höchsttransportdauer von acht Stunden für
Schlachttransporte festlegt. Stattdessen gestatten sie
Tiertransportfirmen, mit Sichtschutz ausgestattete Fahrzeuge
einzusetzen, damit man die zusammengepferchten geschundenen Tiere von
außen nicht mehr sieht", beklagt Johanna Stadler, Geschäftsführerin
von VIER PFOTEN.

VIER PFOTEN unterstützt die Online-Petition auf www.8hours.eu [2],
die ein Ende von Langstreckentransporten für Schlachttiere in der EU
fordert. Rund 877.000 Europäer haben bereits unterzeichnet, bis 5.
Januar sollen noch weitere 123.000 Unterschriften hinzukommen, sodass
Anfang nächsten Jahres eine Million Unterschriften der EU-Kommission
überreicht werden können.

75 Mitglieder des EU-Parlaments aus insgesamt 19 Mitgliedsstaaten
(inklusive Österreich) [3] und alle politischen Gruppen haben bereits
Ihre Befürwortung der Kampagne ausgedrückt. Die Initiative wurde von
den Animals' Angels - eine internationale Organisation, die hunderte
Fälle schweren Tierleids während Transporten dokumentiert hat -
zusammen mit dem dänischen EU-Parlamentsmitglied Dan Jorgensen ins
Leben gerufen. Das Ziel: das zusätzliche, völlig überflüssige Leid zu
beenden.

"Seit über 20 Jahren fordern das EU-Parlament und Millionen
Europäer immer wieder ein 8-Stunden-Limit für den Transport vom
Betrieb zum Schlachthof. Mit der zusätzlichen Unterstützung von
beinahe einer Million Bürgern und dutzenden Kollegen aus 19
Mitgliedsstaaten werden wir in den nächsten Wochen alles daran
setzen, eine Reform der Verordnung zu erwirken und so dem immensen
Leid von Millionen Tieren während Langstreckenstransporten ein Ende
zu setzen", sagt Jorgensen, Mitinitiator der 8-Stunden-Kampagne.

Weitere Informationen: www.8hours.eu

Anmerkungen:

[1] Der Bericht der EU-Kommission ist online abrufbar auf:
http://ec.europa.eu/food/animal/welfare/transport/index_en.htm
[2] Die Liste der unterstützenden Organisationen steht zur
Verfügung auf: http://www.8hours.eu/support
[3] Die Liste der unterstützenden Eu-Parlamentsmitglieder steht
bereit auf: http://www.8hours.eu/supporters/

Hintergrund:

Die wichtigste gesetzliche Verordnung zur Regelung von
Lebendtransporten ist die EC Verordnung 1/2005. Sie gestattet den
Transport von Pferden, anderen pferdeartigen Tieren und Schweinen
über eine Dauer von 24 Stunden, wonach eine 24-stündige Pause
einzulegen ist, um dann weiterzufahren. Rinder, Schafe und Ziegen
dürfen 14 Stunden lang am Stück transportiert werden, gefolgt von
einer einstündigen Pause, danach weitere 14 Stunden Transport, darauf
24 Stunden Pause, dann Weiterfahrt. Nicht abgesetzte Kälber, Lämmer,
Fohlen und Ferkel können neun Stunden am Stück transportiert werden,
nach einer einstündigen Pause weitere neun Stunden, dann eine
24-stündige Pause, danach Weiterreise. Diese Zyklen können beliebig
oft aneinandergereiht werden.

Das EU-Parlament hat in einem Bericht der Kommission bereits 2001
eine Begrenzung der Transportzeiten gefordert: "Die Dauer des
Transports von Rindern, Pferden, Ziegen, Schafen und Schweinen, die
nicht für spezifische Zucht- und/oder Sportzwecke bestimmt sind, muss
auf maximal 8 Stunden bzw. 500 Kilometern begrenzt werden; bei einem
Transport von über 4 Stunden oder 250 Kilometern müssen die Tiere die
Möglichkeit haben, sich hinzulegen und frisches Wasser zu trinken."

Rückfragehinweis:
Johanna Stadler
0664 122 10 51

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