- 13.11.2011, 17:27:52
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Provikar Carl Lampert in Dornbirn seliggesprochen
Kardinal Angelo Amato verlas Seligsprechungsdekret
Feldkirch, 13.11.11 (KAP) Der 1944 von den Nazis ermordete Provikar
Carl Lampert (1894-1944) ist am Sonntagnachmittag in Dornbirn
seliggesprochen worden. Das Seligsprechungsdekret verlas der Präfekt
der vatikanischen Heiligsprechungskongregation, Kardinal Angelo
Amato, in der Pfarrkirche Dornbirn-St. Martin.
Lampert sei für die Rechte der Kirche eingetreten "in einer Zeit, in
der das Recht gebeugt wurde" und in der "Menschenrechte durch das
Recht des Stärkeren" ersetztet wurden, betonte der Innsbrucker
Diözesanbischof Manfred Scheuer in seiner Predigt. "Und er ist
selbst Oper des Unrechts, der Tyrannei und der Willkür geworden. Er
ist wegen seines Eintretens für Recht und Gerechtigkeit Willen
verfolgt und hingerichtet worden."
Die Seligsprechung Lamperts sei "Krisis, Gericht für gegenwärtige
Lebens- und Glaubensstile", so Scheuer in seiner Predigt. "Carl
Lampert lässt sich nicht einfach bewundern, ohne zugleich die Frage
an das eigene Leben zu richten: Und was ist mit dir? Wie hälst du es
mit den Opfern? Wie ernsthaft stellt sich die Frage, ob es in deinem
Leben etwas gibt, das groß genug ist, um dafür zu sterben?"
Schweigeminute als Auftakt
Rund 2.000 Teilnehmer waren zur Seligsprechung nach Dornbirn
gekommen, darunter auch mehr als 31 Bischöfe oder bischöfliche
Vertreter aus dem In- und Ausland. Den Auftakt zur
Seligsprechungsmesse bildete eine Schweigeminute zur
Hinrichtungsstunde Carl Lamperts am 13. November 1944 um 16 Uhr.
Danach läuteten alle Kirchenglocken in Vorarlberg und an Lamperts
Todesort im deutschen Halle an der Saale.
Die eigentliche Seligsprechung erfolgte zu Beginn der Messfeier.
Nachdem der Feldkircher Diözesanbischof Elmar Fischer formell die
Seligsprechung Lamperts erbeten hatte, verlas der päpstliche
Gesandte Kardinal Amato das Seligsprechungsdekret.
Ranghöchster von Nazis ermordeter Priester
Carl Lampert ist der ranghöchste Priester Österreichs, der von den
Nationalsozialisten ermordet wurde. 1894 in Vorarlberg geboren, war
der Provikar ab 1939 als Stellvertreter von Bischof Paulus Rusch für
die kirchliche Verwaltung des Tiroler Teils der damaligen
Apostolischen Administratur Innsbruck-Feldkirch verantwortlich.
Lampert trat mutig gegen das NS-Regime auf. 1941 wurde Lampert
"gauverwiesen" und nach Stettin verbannt, wo ihn ein Gestapo-Spitzel
in eine angebliche Spionage-Affäre verwickelte. Am 13. November 1944
wurde der Provikar in Halle an der Saale enthauptet.
Das Seligsprechungsverfahren war 1998 eingeleitet worden. Ende Juni
2011 erkannte Papst Benedikt XVI. das Martyrium Lamperts an. Der
zukünftige kirchliche Gedenktag für den Seligen ist der 13. November.
"Kathpress" hat zur Seligsprechung von Carl Lampert ein Themenpaket
mit Meldungen und Hintergrundinformationen publiziert. Es ist unter
www.kathpress.at/lampert abrufbar.
Mehr auf www.kathpress.at (forts. mgl.) ssc/
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