- 13.11.2011, 17:00:31
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Seligsprechung: Provikar Lampert zur "Ehre der Altäre" erhoben
LH Sausgruber: "Glaubenszeugnis als Botschaft für Menschenwürde und Freiheit"
Dornbirn (OTS/VLK) - Der 1944 durch das NS-Regime hingerichtete
Vorarlberger Provikar Carl Lampert ist heute, Sonntag, am Jahrestag
seines Märtyrertodes in der Pfarrkirche St. Martin seliggesprochen
worden. Das Apostolische Schreiben von Papst Benedikt XVI. wurde
stellvertretend vom Präfekt der Selig- und
Heiligsprechungskongregation, Kardinal Angelo Amato, verlesen.
Rund 30 Bischöfe bzw. Bischofsvertreter aus dem In- und Ausland,
der Botschafter des Heiligen Stuhls in Österreich, Erzbischof Peter
Stephan Zurbriggen sowie Vertreter des öffentlichen Lebens, darunter
sämtliche Mitglieder der Vorarlberger Landesregierung mit
Landeshauptmann Herbert Sausgruber an der Spitze, feierten mit den
rund 1.700 Gläubigen in der Dornbirner Pfarrkirche St. Martin die
Erhebung von Provikar Lampert zur "Ehre der Altäre". "Viele Gläubige
erwarteten für Jahrzehnte diesen Augenblick, lange wurde auch darum
gebetet", sagte der Feldkircher Diözesanbischof Elmar Fischer.
Das Seligsprechungsverfahren, das die Diözese Feldkirch unter
Bischof Klaus Küng eingeleitet hatte, zog sich über dreizehn Jahre.
Auf Empfehlung der Kardinalsversammlung der Selig- und
Heiligsprechungskongregation Ende Juni hat Papst Benedikt XVI. mit
seiner Unterschrift das Martyrium von Provikar Lampert anerkannt.
Dekret an Vorarlberger Jugendliche
Das päpstliche Dekret reichte der Kardinal, nachdem er es
vorgelesen hatte, an Vorarlberger Jugendliche weiter zum Zeichen
dafür, dass das Glaubensbeispiel vor allem den zukünftigen
Generationen gelten soll. "Das Leben und Leiden von Provikar Carl
Lampert trägt eine bis heute aktuelle Botschaft von Menschenwürde und
Freiheit in sich", betonte Landeshauptmann Herbert Sausgruber. Dazu
gehöre, dass nicht die Hingabe ans Negative, die destruktive Emotion
und systematische Polarisierung oder gar Hass das Geschehen
bestimmen, sondern positive lebensfreundliche Emotion, der Respekt
und die sorgende Zuwendung, ein Miteinander und nicht ein
Gegeneinander. "Das ist der einzige Weg in eine friedliche Zukunft",
so Sausgruber.
Provikar Carl Lampert (1894-1944)
Geboren wurde Carl Lampert 1894 in Göfis. Im Jahr 1918 erfolgte
die Weihe zum Priester. Die ersten Jahre als Geistlicher verbrachte
er als Kaplan in Dornbirn (bis 1930). Nach Studienjahren in Rom wurde
Lampert 1939 zum Provikar der damaligen Apostolischen Administratur
Innsbruck-Feldkirch ernannt. Mit der Machtübernahme durch die
Nationalsozialisten geriet Carl Lampert als mutiger Kämpfer für die
Rechte der Katholiken rasch ins Fadenkreuz der Gestapo. Mehrmals
wurde er in Innsbruck in "Schutzhaft" genommen und 1940 bis 1941 für
Monate im KZ Dachau und Sachsenhausen inhaftiert. Nach seiner
Entlassung wurde er bespitzelt und beschattet. Es folgte die
Verbannung nach Stettin. Im Februar 1943 wird Lampert neuerlich
verhaftet und zum Tode verurteilt. Lampert starb am 13. November 1944
in Halle an der Saale durch das Fallbeil.
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