Pressestunde (1) - Stöger: ELGA spart jährlich bis zu 33.000 Medikamenten-Wechselwirkungen und 7.000 Krankenhaus-Aufenthalte

Mit mehr Information steigt die Qualität der medizinischen Betreuung in Österreich

Wien (OTS/SK) - Der Elektronische Gesundheitsakt (ELGA) erhöht die medizinische Qualität in Österreich und vermeidet Wechselwirkungen bei Medikamenten sowie überflüssige Krankenhausaufenthalte und Arztbesuche, erläuterte Gesundheitsminister Alois Stöger am Sonntag in der ORF-Pressestunde. "Mit ELGA können 33.000 Medikamenten-Wechselwirkungen jährlich vermieden werden. 7.000 Patienten pro Jahr wird ein unnötiger Krankenhaus-Aufenthalt erspart", so Stöger. "Erstmals werden die Ärztinnen und Ärzte wissen, welche Therapien oder Therapievorschläge schon von anderen Ärzten gemacht wurden. Erstmals können die Patienten nachsehen, welche Personen auf ihre Gesundheitsdaten zugegriffen haben", so der Gesundheitsminister. ELGA bringe also auch mehr Transparenz für alle Beteiligten. ****

"Mit mehr Information steigt die Qualität der Behandlung", begründete Gesundheitsminister Stöger die Einführung des Elektronischen Gesundheitsaktes. Sei man heute etwa im Krankenhaus, beim Facharzt und beim Hausarzt in Behandlung, wisse oft keiner, was dem Patienten bereits verschrieben wurde. Der verschreibende Arzt solle aber wissen, welche Medikamente bereits angewendet worden seien, dies stärke auch das Vertrauensverhältnis zwischen Patienten und Ärzten. "ELGA hilft also, das Gesundheitssystem effizienter zu machen, um auch in Zukunft das qualitativ hochwertige Gesundheitssystem in Österreich beibehalten zu können", erklärte der Gesundheitsminister.

Im Gesundheitsbereich müsse moderne Kommunikation zugelassen werden, argumentierte Stöger. "Mein Vorschlag bringt höchste Qualität und höchste Datenschutz-Einhaltung", machte Stöger zur Kritik hinsichtlich des Datenschutzes klar. Ein Arzt habe 28 Tage Zeit für den Zugriff auf die Patienten-Daten - und das nur, wenn der Arzt von der Patientin oder dem Patienten durch Stecken der E-Card dazu ermächtigt wird. Apothekerinnen und Apotheker haben nicht Zugriff auf die Krankendaten, sondern nur Zugriff auf Medikation. Besondere Medikamente können auf Wunsch des Patienten aber ausgenommen werden, so Stöger.

Bester Datenschutz, aber auch bester Menschenschutz

Die Ärzte, so Gesundheitsminister Stöger, sollen alle wichtigen Informationen über die Patienten haben. So könnten mit ELGA die Ärzte, wenn sie dafür die Erlaubnis erhalten, Informationen aus den Krankenhäusern abrufen. Damit werde die Qualität der medizinischen Betreuung qualitativ verbessert. Allerdings könne die Teilnahme an ELGA von den Patienten generell abgelehnt werden. Und es komme zu keiner zentralen Datenspeicherung. "Ich will den besten Datenschutz, mir als Gesundheitsminister geht es aber auch um den besten Menschenschutz", sagte Stöger.

Auf die Frage, wann ELGA im Ministerrat beschlossen werde, antwortete Stöger, dass der Ball nun beim Koalitionspartner liege, sein Ansprechpartner sei Reinhold Mitterlehner, mit dem auch verhandelt werde. Er Stöger, gehe davon aus, dass auch die Ärztekammern bei der Einführung von ELGA wieder mitmachen würden, sobald die Ärztekammer-Wahlen abgeschlossen seien. (Schluss) gd/pl

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