Berlusconis Abgang. Kommentar von Walter Bau

Essen (ots) - Silvio Berlusconi blieb sich treu bis zum bitteren Ende - stur und ohne Einsicht, dass seine Zeit als Regierungschef abgelaufen war, wehrte er sich bis zum letzten Moment gegen seinen Abgang, der längst nicht mehr zu vermeiden war.

Mit Berlusconi tritt ein Mann von der politischen Bühne ab, der über 15 Jahre lang die prägende Figur Italiens war. Als erfolgreicher Unternehmer und Selfmademan eroberte Berlusconi als Gegenentwurf zu den Vertretern der verkrusteten Politiker-Kaste die Macht in Italien. Inzwischen steht der Name Berlusconi selbst als Synonym für Korruption, Vetternwirtschaft und politischen Filz.

Silvio Berlusconi hat Italien heruntergewirtschaftet. Weil er das Regierungsamt für private Zwecke missbrauchte; weil er es versäumte, wichtige wirtschaftliche Reformen einzuleiten; weil er mit seinen Skandalen und Eskapaden weltweit das Vertrauen in die römische Politik ruinierte. Dass trotzdem die Opposition nie eine überzeugende Alternative bot, ist ein Trauerspiel für sich.

15 Jahre Berlusconi hinterlassen ein wirtschaftlich und moralisch geschwächtes Land. Wer immer ihm nachfolgt, tritt ein schweres politisches Erbe an.

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