Nach brisanter Zeugenaussage zu Klagenfurter Stadion: BZÖ-Petzner schaltet Staatsanwaltschaft ein

Verdacht der Parteienfinanzierung durch und zugunsten der ÖVP massiv erhärtet

Klagenfurt (OTS) - "Jetzt ist aber Schluss mit lustig. Das ewige Tamtam um das halbfertige und überteuerte Klagenfurter Stadion wird ab sofort zur Sache der Staatsanwaltschaft. Denn eine neue und brisante Zeugenaussage erhärtet nun massiv den bereits seit Jahren im Raum stehenden Verdacht, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist und zugunsten der Volkspartei nicht nur der ursprünglich geplante Stadionstandort verschoben wurde, sondern auch so manch anderes, mit dem Ergebnis, dass der Steuerzahler massiv geschädigt wurde und Stadt und Land sich bis heute mit einem halbfertigen Stadion herum schlagen müssen, das zu einem Millionendesaster geworden ist." Das sagt heute der Kärntner BZÖ-Abgeordnete und stellvertretende Klubobmann, NRAbg. Stefan Petzner und verweist dabei auf folgende brisante Aussagen, die am Wochenende in der Kärntner Tageszeitung erschienen sind und die er, Petzner, an die Staatsanwaltschaft mit dem Ziel des Starts von Ermittlungen weiter leiten wird, falls die Staatsanwaltschaft nicht ohnehin schon von sich aus tätig geworden ist:

Dipl.Ing. Raimar Luksch, Mitglied des STRABAG-Konsortiums:

"Wir waren für Klagenfurt Best- und Billigstbieter. Klagenfurt hätte heute einen voll funktionierenden Sportpark - und man hätte sich rund 30 Millionen Euro erspart. Doch da wurden von bestimmten Personen schon die Schienen gelegt, um einer schon zuvor auserwählten Baufirma den Auftrag zukommen zu lassen."

"Die rechte Hand von Bgm. Scheucher (Manfred Pock, Anm.) monierte zur eigenen Lieblingssportart ein Paddelbecken im Sportpark (Gegenstromanlage, Anm.) in die Ausschreibung ... besagte Person war in die Erstellung der Wettbewerbsausschreibung involviert und saß gleichzeitig in der Bewertungskommission, die letztlich das selbst mitentwickelte Projekt zum Sieger kürte ... eine haarsträubende Unvereinbarkeit ... damit sind Korruption und Machtmissbrauch Tür und Tor geöffnet."

"Das Ziel der Machenschaften um das Stadion war natürlich Parteienfinanzierung ... Politiker, Beamte, Architekt und Baufirma waren eng aufeinander abgestimmt, um den eigenen Entwurf garantiert zu erzwingen. Um jeden Preis."

"Die Arena wird auf Dauer nicht so stehen bleiben können. Juristisch wird es keine Bewilligung für den Oberrang geben."

Das bestehende Stadion ist "nichts Besonderes, ein Gwirks, viel Arbeit, war ein Pfusch. Die Technik ist eine Verhöhnung von Siemens. Die eigene Ausschreibung wurde nicht eingehalten."

"Klagenfurt hätte sich viel Geld für andere Projekte ersparen können. Heute aber steht in Waidmannsdorf ein nicht ausschreibungskonformes Stadion!"

Diese Aussagen fasst Petzner zu folgendem, aufzuklärenden Sachverhalt zusammen: "Es steht damit nichts anderes als der Verdacht im Raum, dass unter Ägide des damaligen ÖVP-Bürgermeisters Harald Scheucher und im Zusammenspiel mit den zuständigen Beamten des für Sport verantwortlichen damaligen Schüssel-Kanzleramtes der Zuschlag für den Bau des Stadions einem bestimmten Bieter zugeschanzt wurde und es dafür Gegenleistungen in Form von VP-Parteienfinanzierung gegeben hat." Petzner fügt an, dass es ähnliche, sogar eidesstattliche Erklärungen vom damaligen Mitglied der Vergabe-Kommission Franz Widrich gebe und weitere Hinweise und Aussagen in Sachen Bau-Vergabe und Parteienfinanzierung zugunsten der ÖVP.

"Diesem Verdacht und all diesen entsprechenden Aussagen und Hinweisen muss im Interesse des Steuerzahlers durch die zuständige Staatsanwaltschaft dringend nachgegangen werden, um endlich Licht ins Dunkel dieser endlosen Posse um das Klagenfurter Stadion zu bringen", so Petzner abschließend.

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