bfi Wien: In der Erwachsenenbildung sind "Studiengebühren" Realität

Die Geschäftsführung des bfi Wien unterstützt das Bildungsvolksbegehren und drängt auf staatlich-finanzielle Aufwertung des Weiterbildungssektors

Wien (OTS) - "Ein faires, effizientes und weltoffenes Bildungssystem": Diese grundsätzliche Forderung der überparteilichen Plattform "Volksbegehren Bildungsinitiative" wird vom bfi Wien vollinhaltlich mitgetragen. Die insgesamt zwölf Punkte des Volksbegehrens beinhalten Reformvorschläge von der Kleinkindpädagogik über die gängigen Berufsausbildungen bis hin zur Hochschul- und Erwachsenenbildung.

Mag. Franz-Josef Lackinger, Geschäftsführer des bfi Wien, ist insbesondere die Forderung nach einer Aufwertung des Lebenslangen Lernens (LLL) ein Anliegen. Die InitiatorInnen des Volksbegehrens empfehlen eine Orientierung der staatlichen Budgetmittel an den jährlichen Aufwendungen der öffentlichen Hand für die (berufliche) Erstausbildung. Bis zum Jahr 2020 sollen die bisher schwankenden Ausgaben von Bund und Ländern für Weiterbildung bei 40 Prozent der Kosten für diese Erstausbildung fixiert werden.

Angesichts der Diskussion über Studiengebühren an den Hochschulen merkt Lackinger an: "Studiengebühren gibt es im Bereich des Lebenslangen Lernens, an den Institutionen der Erwachsenenbildung, längst - mit der Folge, dass sich viele Menschen eine dringend nötige Höherqualifizierung oft nicht leisten können." Im Zuge der anhaltenden Wirtschaftskrise sind zudem die Unternehmen teilweise weniger bereit, in Weiterbildungsmaßnahmen zu investieren. Zwar sei das kürzlich im Ministerrat abgesegnete Ansinnen der Regierung, den BürgerInnen Bildungsabschlüsse ab 2012 kostenlos zugänglich zu machen, positiv zu bewerten. Dies sei jedoch im weiten Bereich der Erwachsenenbildung nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Je niedriger das Bildungsniveau potenzieller Weiterbildungswilliger, desto niedriger ist in der Regel auch deren (Haushalts-)Einkommen, gibt die kaufmännische Geschäftsführerin des bfi Wien, Dr. Valerie Höllinger, zu bedenken. Entsprechend höher ist jedoch deren Abhängigkeit von öffentlichen Förderungen. "Man kann also sagen", so Höllinger, "dass gerade jene, die einen besonderen Bedarf an Fortbildung hätten, zu den Krisenverlierern zählen". Dazu komme, dass Besserverdiener aufgrund ihres oft höheren Bildungsniveaus auch eher bereit sind, "privat antizyklisch zu agieren: In der Hoffnung auf eine bessere Wirtschaftslage können sie auch in schwierigen Zeiten eher ein Bildungsbudget aufbringen".

Alle Informationen zu den Forderungen und zu den Unterstützungsmöglichkeiten des Volksbegehrens Bildungsinitiative sind auf www.vbbi.at aufgelistet. Der Eintragungszeitraum des am gestrigen Donnerstag, 3. November, gestarteten Volksbegehrens dauert noch bis inklusive Donnerstag, 10. November 2011.

Die Angebote des bfi Wien und seiner Tochterunternehmen finden Sie auf www.bfi-wien.at.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Bernhard Madlener
bfi Wien
01 / 811 78 - 10355
0676 / 970 85 76
b.madlener@bfi-wien.or.at
www.bfi-wien.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BFI0002