• 03.11.2011, 13:46:40
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Bildungsvolksbegehren startet: Wir müssen die Zukunft gewinnen!

Hannes Androsch: Versäumnisse in Bildungssystem haben dramatischere Auswirkungen als die Finanzkrise

Wien (OTS) - Anlässlich des heutigen Starts des
Bildungsvolksbegehrens riefen Hannes Androsch, Veit Sorger, Hans
Sünkel, Harald Walser und Gundi Wentner bei einer Pressekonferenz
alle Österreicherinnen und Österreicher auf, das
Bildungsvolksbegehren in den nächsten Tagen zu unterschreiben.

Androsch: "Im Vergleich zu den Folgen eines schlechten
Bildungssystems sind die Auswirkungen der Finanzkrise von
bescheidener Qualität. Das hat man weltweit in hohem Ausmaß erkannt,
aber nicht in Österreich."

Androsch bekräftigt die Forderung nach einem baldigen
Bildungsgipfel mit der Regierungsspitze: "Das braucht es, um einen
breiten nationalen Konsensus von unterschiedlichen Gruppierungen und
Interessen zu erzielen." Androsch betont, dass sich der Erfolg nicht
nur an der Zahl der Unterschriften, sondern an der Umsetzung der
Reform-Maßnahmen ablesen lassen wird. Rund 80 Organisationen - z.B.
die Grünen, weite Teile der SPÖ und das BZÖ, die
Industriellenvereinigung, die AK, Teile der Gewerkschaft, die
Hoteliervereinigung, die katholische Aktion und viele andere -
unterstützen das Volksbegehren. "Unser Ziel ist es jetzt, über den
ganzen Bildungsbogen ins 21. Jahrhundert zu kommen!"

Gundi Wentner, Unternehmensberaterin, sagt: "Vor allem alle Frauen
sollten das Volksbegehren unterschreiben. Nach einer aktuellen
Umfrage sind Frauen zu über 70% für die Kinderbetreuung zuständig und
erleiden dadurch Karriereeinbußen. Das ist ein massiver Nachteil für
Frauen. Und das muss sich ändern." Wentner meint, es wird viel
gejammert über Stillstand in der Politik. Das Bildungsvolksbegehren
jedoch ist eine Möglichkeit, eine "Stimme abzugeben für die
wichtigste Zukunftsinvestition. Ohne viele Stimmen wird sich nämlich
nichts ändern."

Harald Walser, AHS-Direktor und Bildungssprecher der Grünen,
berichtet: "Ich komme direkt von einer Bildungsreise aus Finnland.
Wir müssen dahin kommen, dass in Zukunft auch Exkursionen aus dem
Ausland nach Österreich kommen, um unser erfolgreiches Bildungssystem
zu studieren." Die Situation in Österreich sei alarmierend, etwa beim
Polizei-Nachwuchs in Vorarlberg: "Unter mehr als 200 Bewerbungen
waren nicht einmal 25 AnwärterInnen zu finden, die den
Mindestanforderungen entsprachen."

Hans Sünkel, Rektor a.D. der TU Graz, kritisierte die Ignoranz der
Politik für dramatische Probleme im Bildungssystem, etwa den Unis:
"An vielen Universitäten haben wir eine Überforderung durch massive
Studierendenströme. Die Politik nimmt das zwar zur Kenntnis, tut aber
nichts." Sünkel weiter: "Niemand kann alles, aber keiner kann gar
nichts. Darauf wird in Schulen aber nicht abgezielt. Ich plädiere
dafür: Stärken stärken und Schwächen schwächen. Bildung ist teuer,
aber keine Bildung ist noch sehr viel teurer."

Veit Sorger, Präsident der Industriellenvereinigung, erläuterte,
dass es "keine besondere Überzeugungskraft von Hannes Androsch
gebraucht hat, um die Industrie an seine Seite zu bekommen." Nun gehe
es darum, "alles zu mobilisieren was es gibt, um auf diese wichtige
Initiative hinzuweisen". Sorger: "Wenn manche sagen, mir passt dieses
im Text nicht oder jenes, dann muss ich sagen: Wir bekennen uns zu
dieser Initiative, die sich bemüht unpolitisch zu sein um im
Parlament etwas zu bewegen."

Gemeinsam wünschen sie sich eine hohe Beteiligung am
Volksbegehren: "Jede Unterschrift hat Gewicht und zählt!"

Rückfragehinweis:

Volksbegehren Bildungsinitiative
   Mag. Georg Koenne, Pressereferent
   T: 01/3100740-24
   F: 01/3100740-40
   E: [email protected]
   W: www.nichtsitzenbleiben.at

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