• 03.11.2011, 09:30:33
  • /
  • OTS0046 OTW0046

GLOBAL 2000 und SERI: Abbau von Rohstoffen geht einher mit massiver Wassernutzung

Neuer Ressourcenreport zeigt erstmals Zusammenhang zwischen Material- und Wasserverbrauch

Wien/Paris/London/Prag/Brüssel/Budapest (OTS) - Die
Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 und SERI (Sustainable Europe
Research Institute) präsentieren heute den neuen globalen
Ressourcen-Report "WIE GEWONNEN, SO ZERRONNEN. Vom steigenden
Ressourcenverbrauch und den Auswirkungen auf Wasser". Dieser Bericht
wird gleichzeitig in Wien, Paris, London, Prag, Brüssel und Budapest
vorgestellt und zeigt erstmals den Zusammenhang zwischen dem
weltweiten Materialverbrauch und dem enormen Verbrauch der Ressource
Wasser.

Wasser wird für nahezu alle Stufen des Materialflusses benötigt. Mit
dem zunehmenden weltweiten Handel an Materialien und Produkten ist
daher auch der Verbrauch des sogenannten "virtuellen" Wassers - des
Wassers, das für die Erzeugung von vielen Produkten benötigt wird -
stetig angestiegen. "Der direkte Wasserverbrauch - etwa durch
Trinken, Kochen oder Waschen - macht nur einen Bruchteil des
europäischen Wasserverbrauchs aus. Der Großteil entsteht durch den
Konsum von Gütern, die in ihrer Produktion sehr wasserintensiv sind.
Mit dem Import von solchen Produkten konsumieren wir hier in Europa
gleichsam Wasser aus anderen Regionen der Welt", berichtet Lisa
Kernegger, Ökologin von GLOBAL 2000. Die beträchtlichen Mengen an
Gütern, die in Europa konsumiert werden, wie etwa Lebensmittel und
andere landwirtschaftliche Produkte wie Baumwolle, werden häufig in
anderen Weltregionen angebaut oder produziert. "Unser Konsum übt
demnach indirekt Druck auf die Wasserressourcen anderer Länder aus.
Paradoxerweise wird oft ein großer Teil des Wassers in Ländern mit
geringen Süßwasserreserven für die Produktion von Exportgütern für
wasserreiche Länder verwendet. Das hat zu bedenklichen Veränderungen
der regionalen Wasserversorgungssituationen geführt", erklärt Stephan
Lutter, Ressourcenexperte von SERI.

Der Bericht bestätigt: Eine kleine Minderheit der Weltbevölkerung hat
einen alarmierend hohen Ressourcenverbrauch. In Europa, Nordamerika
und Ozeanien lebt insgesamt etwa ein Viertel der Weltbevölkerung.
Dieses Viertel verbraucht fast so viele Rohstoffe wie die restlichen
drei Viertel der Weltbevölkerung in allen anderen Weltregionen
zusammen.

Europa ist so wie keine andere Weltregion auf Ressourcenimporte
angewiesen. In Europa wurden im Jahr 2004 pro Tag etwa 34 Kilogramm
an Materialien pro Kopf gefördert, aber 55 Kilogramm konsumiert. Es
bedarf dringend fundamentaler Veränderungen im Umgang mit den
natürlichen Ressourcen - auf allen Ebenen: in der Wirtschaft, in der
Politik und auf der persönlichen Ebene. Den Ressourcenverbrauch zu
verringern ist auch eine wirtschaftliche Chance und würde Europa
unabhängiger von Importen machen. "Es müssen politische Rahmenwerke
geschaffen werden, die eine Senkung des Ressourcenverbrauchs
verbindlich machen, denn nur so ist eine nachhaltige Zukunft
möglich. Die Politik ist aufgerufen, schnell zu handeln, denn mit
'business as usual' berauben wir die nächsten Generationen ihrer
Lebensgrundlage", fordern Kernegger und Lutter. Kernegger erklärt
weiters: "Es ist sehr erfreulich, dass derzeit an einem
österreichischen Aktionsplan für Ressourceneffizienz gearbeitet wird.
Allerdings befürchten wir, dass dabei wie so oft in der Umweltpolitik
auf Verbindlichkeiten verzichtet wird."

Um auf europäischer und globaler Ebene Ressourcen einsparen zu
können, ist es essentiell, zuerst einmal alle Inputs von natürlichen
Ressourcen entlang der gesamten Produktionskette von Gütern und
Dienstleistungen zu messen. Erst dann können Bereiche mit besonders
dringendem Handlungsbedarf ermittelt und geeignete Strategien
entwickelt werden. Weiters sollten die Folgen von neuen Gesetzen in
Hinblick auf diese 'Ressourcenfußabdrücke' evaluiert werden, um
mögliche unerwünschte Umweltauswirkungen zu erkennen und die
Regelwerke dementsprechend zu adaptieren.

Der Report kann kostenfrei unter report.global2000.at heruntergeladen
werden.

Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000
Nunu Kaller/Simonne Baur
Tel.: +43 699 1 42000 20/ +43 699 1 42000 23
mailto:[email protected]
www.global2000.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GLL

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel